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Nagold Frauen-Power fürs Frauenhaus mit den Wonnebeats

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Die Wonnebeats traten in Nagold auf. Foto: M. Bernklau Foto: Schwarzwälder-Bote

Nagold. Das Frauenhaus Calw ist 25 Jahre alt. Rund 1400 Frauen und 2200 Kindern hat es in dieser Zeit Schutz und Zuflucht geben können. Mit einem Konzert des originellen Frauentrios Wonnebeats wurde das Jubiläum im Nagolder Kubus begangen.

Es wäre ein Anlass für viel Feierlichkeit gewesen. Aber außer einer kurzen Ansprache der Vorsitzenden Margit Kömpf gab es keine Reden oder trockene Infos – statt dessen beste Laune beim mehrheitlich weiblichen Publikum im fast voll besetzten Kubus.

Dafür sorgte natürlich vor allem das Münchner Trio mit seinen dynamischen Rhythmen, dem Gesang, mit pfiffigen Texten und knitzer Moderation. Die alten Verbindungen von Julia Braun-Podeschwa in ihre Schulstadt Nagold verhalfen dem Verein "Frauen helfen Frauen" zum Engagement dieser hinreißenden Percussion-Combo mit ihrer puren Frauen-Power.

Vom Rhythmus und vom Klang geht bei den Dreien alles aus – wie die Menschheit von Afrika. Aber sie landen dann aus dem dunkel pulsierenden schwarzen Kontinent und Abstechern in die weite Welt zwischen Finnland, Brasilien, Preußen und dem Wilden Westen immer wieder bei Bayern, zum Beispiel auch beim Jodeln. Und im Ländle. Denn zwei der Wahl-Münchnerinnen stammen schließlich aus Schwaben.

"Leider können wir uns noch nicht selbst abschaffen"

Ein beeindruckendes Arsenal an teils archaischen Klangerzeugern haben sie da eigenhändig auf die Bühne geschleppt. Trommeln aller Kaliber, Bongos, Congas und Cajóns, dazu Stäbe, Rasseln, Röhren und Glocken, Tröten, Kochlöffel und Krüge, einen Abkömmling der karibischen Steel Drum und sogar einen einsaitigen Musikbogen bringen sie zum Klingen.

Und singen tun sie auch, nicht ganz so präzise vielleicht im schwierigen freischwebenden A cappella wie bei der Percussion, wenn sie dann auch unvermittelt vom Kubanischen in den jodelhaft bajuwarischen Hofbräuhauston der Blasmusi oder mit ihren "Gstanzl"-Gesängen und Kuhglocken auf die idyllische Almhütte wechseln. Die Texte schleichen sich manchmal mehr so rein in diese Wucht von Rhythmus und Stimmen und offenbaren ihren Witz allein schon in der verblüffenden Klangverwandschaft des Spanischen, Englischen oder Finnischen mit dem weißblauen Dialekt.

Manchmal haben sie auch satirische Schärfe, wie die Plaudereien zwischendurch, wo immer mal wieder über die "Polyester-Dirndl" von Wiesn und Wasen gehöhnt wird. Aber die Schwaben kommen sonst ganz gut weg, klar: als Wortakrobaten und als die "mit dem Händle" – was sich prima auf Ländle reimt.

Wunderbar ziehen die Wonnebeats ihr Publikum mit, bringen es zum Mitsingen und zum Sambatanzen beim kubanisch-bayerischen Bierzelt-Hit "Mamma Rosa", der amerikanischen "Route 96" zum Ammersee oder dem brasilianisch-alpinen "Guantanamera". Die letzte Zugabe, das über den Gipfeln schwebende Gutenachtlied vom "Alperer", singen die Zuhörer noch selber nach, als das Trio schon unter Jubel von der Bühne gegangen ist.

Mit den Wonnebeats hat das Frauenhaus Calw das Jubiläumskonzert bekommen, das es verdient hat. "Leider können wir uns noch nicht selbst abschaffen", hatte die Vorsitzende gesagt. Fünf Mitarbeiterinnen helfen mit Rat und Tat, dazu viele Ehrenamtliche. 20 Zimmer gibt es für Frauen und ihre Kinder. Aber im vergangenen Jahr mussten 79 hilfesuchende Frauen mangels Platz abgewiesen werden.

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