Das Altensteigerle-Denkmal in der Nähe des ViaduktsFoto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Mein Verein: Verein für Heimatgeschichte hat trotz Corona Mitglieder gewonnen

Nagold. Corona hat auch das Vereinsleben weitestgehend lahmgelegt. Hauptversammlungen als Präsenzsitzungen dürfen derzeit nicht stattfinden. Aber wie steht es um die Vereine? In unserer Serie "Mein Verein" ziehen Vorsitzende in einem Interview Bilanz eines außergewöhnlichen Jahres 2020 und blicken auf die Zeit nach Corona. Heute mit uns im Gespräch: Judith Bruckner, Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte Nagold.

Wie hat sich Corona auf Ihr Vereinsleben ausgewirkt?

Die Epidemie hat unser Vereinsleben weitgehend stillgelegt. Sämtliche Exkursionen mussten abgesagt werden, weil Führungen, der touristische Reisebusverkehr und die Gastronomie ausgefallen sind. Die Arbeit am Altensteigerle-Denkmal war durch die Einschränkungen kaum möglich. Die Nagolder Stadtführer, auch Vereinsmitglieder, kamen fast nicht zum Einsatz. Positiv ist, dass es mehr Zeit für Recherchen über den Raum Nagold gab.

Wie ist angesichts solcher Rahmenbedingung die Stimmung im Verein?

Die angemeldeten Teilnehmer unserer beliebten Exkursionen sind natürlich enttäuscht, aber geduldig. Wir müssen alle die Einschränkungen der Epidemie aushalten. Es ist "anstrengend" für Exkursionsleiter, die ihre Angebote für 2020 geplant hatten und anschließend die abgesagten Fahrten erneut für 2021 organisierten. Bisher wurden auch diese abgesagt. Wir bleiben trotzdem gelassen.

Wie hat sich die Mitgliederzahl entwickelt?

Niemand hat gekündigt, wir haben sogar neue Mitglieder gewonnen.

Was wollen Sie als Vorsitzende als erstes nach der Krise anpacken?

Für mich gibt es keinen Unterschied von "vor" und "nach" der Krise, und ich kann nicht behaupten, dass ich weniger zu tun hätte. Vorstand und Ausschuss arbeiteten kontinuierlich weiter im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Wir wollen den Verein für die Zukunft fit machen (auch digital) und Bewährtes weiterführen.

Wann wird das sein? Gibt es schon Termine?

Es geht alles schrittweise, ein bestimmter Termin ist nicht vorgesehen.

Und was waren die Höhepunkte Ihres Vereinslebens in 2020?

Die Arbeit an unserer neuesten Veröffentlichung über den Nagolder Kunsterzieher und ehrenamtlichen Denkmalpfleger Karl Bach war sicherlich ein Höhepunkt für die beteiligten Personen. Die Publikation genießt viel Zuspruch.

Was sind die wichtigsten Projekte 2021?

Ich hoffe, wir können wenigstens die geplanten Exkursionen durchführen.

Gibt es dafür schon einen Termin?

Am 18. September geht es nach Schwäbisch Gmünd, am 26. September ist ein Besuch der Trossinger Eisenbahn geplant. Dann soll ein neuer Termin für die Führung der drei benediktinischen Klöster Hirsaus vereinbart werden.

Was wird die größte Herausforderung für den Verein in diesen Zeiten sein?

Vorerst die Planung des Jahresprogramms 2022 – wieder ein Blick in die Glaskugel.

Und wie wollen Sie das schaffen?

Wie immer, gemeinsam im Vorstand und Ausschuss.

Werden Sie bei der nächsten Hauptversammlung als Vorsitzende kandidieren?

n Vereinszweck: Die Förderung des geschichtlichen Bewusstseins der Bewohner des Raumes Nagold, die Darstellung und Dokumentation des Raumes Nagold aus geschichtlicher und kulturgeschichtlicher Sicht, sowie die Durchführung von Exkursionen und Veranstaltungen, die die Heimatgeschichte in ihren Bezügen zur südwestdeutschen Landes- und Kunstgeschichte zum Thema haben.

n Abteilungen: keine

n Vorsitzende: Judith Bruckner

n Mitglieder des Vorstands: Judith Bruckner, Eckhart Kern, Walter Maier, Ilse Rabben, Ernst Schanz

n Mitglieder des Ausschusses: Oskar Albiez, Dr. Roland Bühlmaier, Dieter Drescher, Roland Günther, Jürgen Renz

n Ein Zukunftsprojekt? Im nächsten Jahr kann der Verein sein 50-jähriges Bestehen feiern, falls feiern erlaubt ist.

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