Der Wolfsberg: Das Herz von Nagolds Industrie schlägt kräftig weiter. Im Stadtgebiet arbeiten mehr Menschen denn je. Foto: Bernklau

Zahl der Bürger geht in Nagold weiter zurück. Mehr als 10. 000 Arbeitsplätze. Weniger Landwirte.

Nagold - Leben in Nagold mehr Bürger als noch vor zehn Jahren? Wie hat sich die Zahl der Arbeitsplätze verändert? Und wie gestaltet sich die Zukunft für die Große Kreisstadt? Antworten auf diese Fragen liefern das Statistische Landesamt Baden-Württemberg und die Stadt Nagold.

Die schlechte Nachricht zuerst: Immer weniger Menschen werden in Nagold sesshaft. Hatte die Stadt im dritten Quartal 2012 – so die aktuellsten Daten des Statistischen Landesamts – 22  449 Bürger, waren es zehn Jahre zuvor noch 23 084 Einwohner. Das entspricht einem Minus von rund drei Prozent. Ein Vorteil: Die Nagolder Bürger haben mehr Platz. Tummelten sich 2001 noch 363 Menschen auf einem Quadratkilometer, sind es in 2011 357 gewesen. Will heißen: Jeder Bürger hat für sich alleine theoretisch eine Fläche in der Größe von rund 2801 Quadratmetern zur Verfügung (Stand 2011).

Diese Bürger werden aber immer Älter. Der demografische Wandel macht auch vor Nagold nicht halt. Während die Zahl der Unter-15-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren um 19 Prozent auf 3121 zurückging, gibt es im Bereich der über 65-Jährigen einen starken Zuwachs in Höhe von 24 Prozent. 4389 Rentner lebten 2011 in der Stadt, 2001 waren es dagegen 3549. Das hat Auswirkung auf das durchschnittliche Alter der Bevölkerung: 43,3 Jahre betrug es in 2011, ein Jahrzehnt vorher hatte es bei einem Alter von 39,8 Jahren gelegen.

Die Bevölkerungsstruktur sieht wie folgt aus: Rund ein Viertel der Einwohner sind jünger als 25 Jahre, 18 Prozent im Alter von 25 bis 39 Jahre, 37 Prozent im Alter von 40 bis 64 Jahre und 19 Prozent älter als 65 Jahre. 12,7 Prozent der Nagolder Bürger sind Ausländer.

41 Prozent der Einwohner protestantisch

Laut den aktuellsten Zahlen der Stadtverwaltung Nagold sind 41 Prozent der Einwohner protestantisch, 27 Prozent römisch-katholischen Glaubens. Ein knappes Drittel wird unter der Rubrik "keine Angaben" geführt.

"Schaffen, Schaffen, Häusle bauen" – diesem Lebensmotto scheinen die Nagolder nach wie vor treu zu bleiben. 4761 Wohngebäude gab es in 2011 in der Großen Kreisstadt. Oder anders ausgedrückt: 47 075 Zimmer in 10  404 Wohnungen. 2001 existierten mit 9861 rund fünf Prozent weniger Unterkünfte. An der durchschnittlichen Zahl an Einwohnern pro Wohnung ändert dies aber kaum etwas: Um 0,1 Prozentpunkte geht es auf 2,2 Menschen pro Wohnung nach unten.

Aber auch das "Schaffen" kommt nicht zu kurz. 8371 Nagolder Bürger waren im Vorjahr sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zehn Jahre zuvor lag die Zahl mit 8411 sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer leicht darüber. Im Gegensatz dazu, steigt die Zahl der Arbeitsplätze in Nagold. 10 104 Menschen haben die ortsansässigen Unternehmen in 2012 angestellt. 8599 waren es ein Jahrzehnt zuvor. Der Wirtschaftsstandort Nagold blüht.

Das zeigt sich auch bei den Kraftfahrzeugzulassungen. 15 646 Verkehrsmittel wurden im vergangenen Jahr zugelassen, im Vergleich zu 2002 ein Plus von drei Prozent. Am deutlichsten hat dabei die Zahl der Lastkraftwagen zugelegt. Rund 300 Transportmittel mehr als vor zehn Jahren sind auf den Straßen unterwegs (2012: 925; 2002: 626).

Über einen solchen Zuwachs würden sich die Landwirte wohl freuen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Gab es 1999 noch 62 landwirtschaftliche Betriebe in Nagold, waren es 2010 noch 45 – davon vier im Haupterwerb. Blickt man bis in die 70er-Jahre zurück, wird das Ausmaß deutlicher. Im Jahr 1979 bewirtschafteten 218 Bauern die Felder.

Wie wird sich Nagold in den kommenden Jahren entwickeln? Auch darüber gibt das Statistische Landesamt Auskunft. Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 20 926 Menschen in Nagold leben. Die Einwohnerzahl wird also weiter sinken.