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Nagold Eine Linedancerin tanzt aus der Reihe

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Marion Schönian liegt das Tanzen im Blut. Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Tanzen ist für viele eine still gelebte Leidenschaft. Für andere ist es ein unverzichtbarer Alltagsausgleich. So zum Beispiel für Marion Schönian von den "Crazy Friends of Line Dance".

Nagold. Als Marion Schönian noch in Kinderschuhen tanzte, hätte sie sich wohl kaum träumen lassen, einmal einen eigenen Tanzclub zu leiten.

Doch hat Schönian nie selbst in einer Tanzschule gelernt. Getanzt wurde bei ihr zwar von klein auf, die Lehrmeister waren hier allerdings ihre Mutter und das heimische TV-Gerät. Dabei zeichnete sich bei ihr damals schon eine große Tanzpassion ab.

So war sie als Teenagerin unter ihren Freunden die erste Anlaufstelle, um die damals angesagtesten Dance-Moves des Disco-Fox und Rock’n’Roll zu erlernen. Dieses anerzogene Talent reichte schließlich dazu aus, Schönian fünffach das goldene Tanzabzeichen einzubringen. "Für dieses Jahr hatte ich es auf das sogenannte Goldene Abzeichen mit Kranz und Zahl abgesehen. Aber die Richtlinien ändern sich laufend. Nun ist der höchste Grad das sogenannte Briliant-Abzeichen, welches noch mal ganz andere Anforderungen mit sich bringt", so die Tänzerin.

Sie sehnte sich nach Gleichgesinnten

Zunächst ging Schönian ihrer Leidenschaft in der örtlichen Square-Dance-Gruppe nach. Doch auch wenn die amerikanische Country-Tanzart für einige heitere Stunden sorgte, war Schönian noch nicht zufrieden. Beim Square-Dance stehen vier Paare in quadratischer Formation und bewegen sich zu den Anweisungen des so genannten Callers. Das war Schönian zu starr. Ihre Tanzschuhe sehnten sich nach anspruchsvollen Schrittfolgen, abwechslungsreicher Musik und vor allem nach gleichgesinnten Menschen.

All das fand die Tanzbegeisterte in der Neubulacher Ortsgruppe der dortigen Linedancer. Und nach nur wenigen Wochen Mitgliedschaft wurde sie zu deren Leiterin. Der bisherige Kopf der Truppe hatte zwar ein großes Herz für Tanz und Musik, allerdings "keinerlei Rhythmusgefühl", so die Tanzlehrerin lachend. "Wenn du es besser kannst, dann mach es doch selbst", soll dieser schließlich gesagt haben.

So begann im Jahr 2006, was einmal eine Institution des ausgelassenen Tanzens und des Miteinanders werden sollte.

Der damalige Trainingsort war das Sportheim in Wildberg. 2008 ging es über Hochdorf nach Gäufelden-Öschelbronn ins Radsportheim.

Dort war im Herbst das erste große Fest der Crazys zusammen mit der Band "Sawyer". Auch die Chefin der Eldorado Phönix Dancer Esslingen war an diesem Abend zu Gast. Sie legte der engagierten Tänzerin nahe, ihren Traum mit einer eigenen Linedance-Ortsgruppe zu verwirklichen. Weder Frau noch Herr Schönian brauchten eine sonderlich große Bedenkzeit. Ihr eigenes Ding zu machen – das war seit langem der große Traum. So kam es zur Gründung der "Crazy Friends of Linedance".

Auch musikalisch sagt Schönian ihr neues Zuhause zu. "Klar, gibt es auch hier noch die Country-Schiene", berichtet die Tanzbegeisterte. "Aber wir tanzen Line-Dance auch zu Rock, Pop, Funk, Walzer, Chachacha und auf vieles mehr." Nur mit klassischer Musik kann die Tanzgruppenleiterin nicht viel anfangen. "Dieser Ernst und diese humorlose Schmachterei. Mir ist das in allen Belangen einfach zu steif und zu pompös", bemängelt sie. Überhaupt sei es beim Linedance sehr wichtig, locker zu sein und auch mal über sich selbst lachen zu können.

Das Amt als Gruppenleiterin bringt allerdings nicht nur schöne Seiten mit sich. Wer sich je in leitender Position befunden hat, weiß: Allen kann man es nicht recht machen. "Es gab Momente, da hätte ich das Handtuch geworfen, wenn mein Mann nicht wäre", berichtet Schönian mit sorgenvollem Blick.

So ergeben sich durch Organisation und Planung immer wieder Probleme, die den Zusammenhalt der Gruppe auf die Probe stellen können. Auch gilt es, jedem Tanzschüler und jedem Mitarbeiter ein adäquates Maß an Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, ohne dass sich andere benachteiligt fühlen. "So ist meine alte Gruppe knapp einen Monat vor dem zehnjährigen Jubiläum einfach zerplatzt", erzählt Schönian betrübt. Dafür sei die Gruppe, die sie nun seit drei Jahren führt, so harmonisch wie eine Großfamilie. "Wer beim Tanzen kurz Mal den Faden verliert und aus der Reihe tanzt, wird von uns scherzhaft als ›Geisterfahrer‹ bezeichnet", berichtet Schönian mit einem verschmitzten Grinsen.

Aufmunterung findet Schönian in schweren Momenten auch durch Musik. "Wenn ich einen Song im Radio höre, dann stelle ich mir manchmal vor, wie man dazu tanzen könnte. Wenn dann etwas zum Schreiben in der Nähe liegt, vergesse ich alles andere um mich herum." Zuerst zählt sie nach, ob die Musik auf die charakteristischen acht Takte kommt. Ansonsten fügt sie Brücken und andere Extras mit ein, um den Tanz der Melodie anzupassen.

Der Ehegatte steht mit vollem Einsatz hinter ihr

Tanzen liegt Schönian im Blut. Das wissen auch ihre Kinder. So zeigte sich das jüngere bereits sehr früh durchaus tanzbegeistert, dem Älteren war das Interesse zwar in die Wiege gelegt, allerdings nicht das nötige Tanzgefühl. Daher kann es passieren, dass im Hause Schönian gelegentlich ein "Mutti, du bist peinlich" zu hören ist. Doch davon lässt sich Schönian nicht abschrecken. Auch steht ihr Ehegatte mit vollem Einsatz hinter ihr. So unterstützt er sie nicht zuletzt in der Führung der Tanzgruppe.

Höhepunkt des Jahres ist für Schönian das "International Line Dance Weekend" in Pullman City – einem Wildwest-Park in Bayern. Jährlich treffen sich dort Gleichgesinnte, um die Tanzschuhe zum Qualmen zu bringen. Auch die Crazy Friends fahren dazu nach Eging am See und nächtigen während des Events in einer angemieteten Ferienwohnung. "Das ist für mich immer das Schönste" schwärmt Schönian zufrieden.

In unserer neuen Serie "VollMeinDing" portraitieren wir außergewöhnliche Leidenschaften, seltene Steckenpferde und die Menschen dahinter. Haben auch Sie ein ausgefallenes Hobby oder gehen einer besonderen Leidenschaft nach? Dann erzählen Sie uns gerne mehr davon unter der folgenden Adresse: redaktionnagold@schwarzwaelder-bote.de

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