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Nagold Ein wunderschönes Idyll in toller Natur

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Foto: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist ein unfassbar schöner Tag – hier oben in Mindersbach. Es ist warm, die Blumen duften. Kein Motorengeräusch ist zu hören – die nächsten 60 Minuten nicht. Ein toller Platz zum Leben – das Neubaugebiet "Egertle". Mit einem prallen Blick in die üppige Natur drumherum.

Nagold-Mindersbach. Dabei meint der Begriff "Egertle" für Orts- und Flurnamen eigentlich wohl "Brachland" – einen schwierigen Ackerboden. Davon ist an diesem Frühlingstag hier nichts zu spüren. Es summt und brummt. Dort, wo bald neue Häuser neue Bürger in Mindersbach in Empfang nehmen sollen, blüht eine prächtige Blumenwiese. "Phacelia", erläutert Ortsvorsteherin Heiderose Rück. Im Volksmund "Bienenweide" genannt. Deshalb das Summen und Brummen im Ohr.

Eigentlich setzt man die Phacelia ein, um müde Böden wieder auf natürliche Weise mit Stickstoff zu versorgen. Altes Wissen. In Mindersbach wird solches Knowhow noch gepflegt. Exakt 513 Bürger gebe es aktuell im Ort – rechnet die Ortsvorsteherin tagesaktuell vor. Viele alt eingesessene Familien, von denen die in Buchform vorliegende Dorfchronik ausführlich berichtet. Wenn da jetzt "so 30 bis 40 Personen" auf den insgesamt 13 Bauplätzen im "Egertle" dazukommen, ist das schon ein deutlicher Bevölkerungszuwachs. "Auf den sich hier alle riesig freuen", wie Heiderose Rück unterstreicht. Weil es dörfliche Infrastruktur sichert: den Kindergarten, die Vereine, die Kirche, die Dorfgemeinschaft.

Zwei Häuser stehen schon im "Egertle", sind bereits bewohnt. Wurden ab Ende letzten Jahres gebaut, als es im "Buchfinkenweg", der das Neubaugebiet im Nordwesten des Ortes erschließt, noch gar keinen Strom für die neuen Anlieger gab. "Die standen schneller" – die neuen Häuser – "als die Leitungen gelegt werden konnten", lacht Rafael Beier, Leiter des Nagolder Hoch- und Tiefbauamtes. Aber auch diese "Herausforderung" habe man rasch in Griff bekommen. Und eben vorübergehend eine "Notleitung" für die Neubürger gelegt.

Gut 500 Höhenmeter über dem Nagoldtal

Es ist hier oben – wir sind auf gut 500 Höhenmetern über dem Nagoldtal – immer noch kein Motorengeräusch zu hören. Was im Moment bei warmem Sonnenschein ein herrliches Idyll ist, kann in der kalten Jahreszeit aber auch zu einer Herausforderung werden. Hier sei es "immer einen Kittel kälter" als in Nagold, schreibt die Stadt auf ihrer Website. Ortsvorsteherin Rück deutet auf einen noch weiter aufsteigenden Höhenzug im Norden des Dorfes – "unser Eisberg". Nomen est Omen; es kann hier ziemlich kalt werden in Mindersbach. Aber dafür scheint hier auch die Sonne länger. Und den Ort durchschneidet die "Alte Weinstraße" – was ebenfalls irgendwie nach Sonne klingt. Auch wenn hier eigentlich einst lediglich die Haupttrasse ins "Badische" entlang führte.

Viel Natur-, viel kulturelles Erbe also in Mindersbach. Westhalb das Neubaugebiet hier "mit sehr viel Augenmaß" in den Ort und die Landschaft eingepasst wurde. Wer die Fluchten des bestehenden Ortes abmisst, erkennt, dass das "Egertle" eine bestehende Lücke "abrundet". Beiers besonderer Stolz: "Der bestehende Grünzug", der mitten in der neuen Siedlungsfläche stehengelassen wurde: Alte, prächtige Eichen. Herrliche Kletterbäume für kleine Abenteurer. Die Bauleute seien speziell angewiesen worden, auf Wurzeln, herausragende Äste besondere Rücksicht zu nehmen. Gerade beim Anlegen einer notwendigen Stichstraße, die zwischen zwei der alten Eichen hindurchführt.

Neubaugebiet mit Altbaumbestand. Es wird auch ein paar neue Bäume geben – in Minderbach. Als zusätzliche Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff in die Natur, den ein Baugebiet natürlich trotzdem immer darstellt. An der Straße zum Sportplatz würden deshalb "straßenbegleitende Bäume" gepflanzt. Hochstämme, Obstbäume. Und ein Heckenbiotop. Investitionen ins Mindersbacher Idyll. Das allerdings auch auf noch eine weitere Art eine echte Herausforderung sein kann: Man nennt die Menschen hier auch "Stoakrettler", weil es im weiten Rund viel Muschelkalksteine auf den Feldern und einige kleine Steinbrüche gibt. Das stellte auch die Erschließung des "Egertles" vor ganz besondere Probleme, wie Rafael Beier erläutert: "Der Grund hier ist quasi ›steinreich‹" – meint: jede Menge Steine, Felsen, die für den Kanal- und Straßenbau beiseite geschafft werden mussten.

Spezialbagger kommt zum Einsatz

Die Idee des beauftragten Bauunternehmers, die auch Rafael Beier überzeugte: "Der Einsatz eines Spezialbaggers, der die Steine vor Ort zertrümmern konnte, so dass sie später ohne Probleme (und Risiko für die eingebauten Leitungen) wieder für die Verfüllung genutzt werden konnten. Da wurde es dann wohl doch mal sehr laut hier oben...

Die Kosten für die Erschließung des rund 1,1 Hektar großen Baugebiets: rund 510 000 Euro für Straßenbau (250 000 Euro), Kanalisation (145 000) und Wasserversorgung (115 000 Euro) – plus die Infrastruktur für Breitbandanschlüsse, die soweit vorbereitet wurde, dass spätere Provider sie sofort nutzen könnten. Noch ein paar Daten: Die 13 Baugrundstücke mit einer Fläche von im Durchschnitt 578 Quadratmetern nehmen insgesamt rund 7800 Quadratmeter ein. Die beiden Biotope auf dem Areal beanspruchen etwa 1300 Quadratmeter, die öffentlichen Verkehrsflächen gut 2200 Quadratmeter. Bauzeit für alles: Juni 2019 bis April 2020.

Und jetzt die vielleicht beste Nachricht des Tages: Obwohl die Vergabe der 13 Grundstücke (zum Quadratmeterpreis von 135 Euro; voll erschlossen, inklusive Vermessungskosten und zuzüglich Kosten für einen Abwasserkontrollschacht) eigentlich schon lange gelaufen ist, gibt es aktuell sogar noch ein Grundstück hier oben in diesem Naturidyll zu kaufen. "Weil eine Familie ihr Grundstück wieder zurückgegeben hat", wie Ortsvorsteherin Heiderose Rück erläutert.

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