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Nagold "Ein Haus des Lebens – nicht des Sterbens"

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Konstantin Wecker (Vierter von links) fühlt sich im Kreis eines Empfangskomitees mit Barbara Fischer (ganz links) und Bewohnern des Nagolder Hospiz sichtlich wohl und erzählt auch von seinen eigenen Hospizerfahrungen.Fotos: Kunert Foto: Schwarzwälder Bote

Es ist dieser ganz besondere Zauber, der im Nagolder Hospiz St. Michael von Anfang an aus Besuchern echte Freunde macht. Das war bei der Stippvisite von Liedermacher Konstantin Wecker nach seinem Festauftritt in der Alten Seminarturnhalle nicht anders.

Nagold. Eine vom Empfangs-Komitee des Hospiz’ stand dabei besonders positiv "unter Strom": Barbara Fischer, Vorsitzende des Hospiz-Vereins. Seit vielen, vielen Jahren bekennender Fan des Münchener Musikers mit dieser so prägnanten, warmen Stimme. Ein Groupie also? "Vielleicht", kommt’s vielsagend und ein wenig lachend zurück. "Aber das darf dann mein Mann nicht wissen!" Der – Hans-Peter Fischer – sitzt derweil daneben. Mit unendlichem Verständnis für seine gerade mal wieder voll Eifer und Leidenschaft glühende Ehefrau.

Herr Wecker verspätet sich etwas. Das ist okay. Promis dürfen das. So kann "Groupie" Barbara Fischer erzählen, wie es zur Einladung ihres Idols ins Nagolder Hospiz kam: Als sie in der Zeitung (natürlich dem Schwarzwälder Bote) las, dass Konstantin Wecker hier in Nagold die Laudatio zur Preisverleihung des "Löwenherz" an die "Friday for Future"-Bewegung halten würde, nahm sie kurzerhand via E-Mail Kontakt zu ihm auf. Einfach mal fragen – das hilft. Was man wissen muss: Der Musiker ist seit Jahren der Hospiz-Bewegung verbunden, ist – wie er nachher selbst bei Brezel und Butter im Garten von "St. Michael" erzählen wird, sogar ausdrücklich Pate eines Kinderhospizes.

Allerdings: "Erst hatte ich große Angst vor einem Besuch dort", sagt – als er dann da ist – ein erstaunlich nahbarer Konstantin Wecker. "Aber dann war das eine unglaubliche Erfahrung für mich – ein echtes Haus des Lebens, nicht des Sterbens!" Seitdem ist der prominente Musiker ein bekennender Botschafter des Hospiz-Wesens. Zumal später auch seine eigene Mutter in einem (Münchener) Hospiz ihre letzten Tage verbringen durfte. Von denen der Sohn nun entwaffnend persönlich und auch sehr eindringlich zu berichten weiß. Als träfen sich hier uralte Freunde und Weggefährten, die sich ganz selbstverständlich die privatesten Erlebnisse gegenseitig mitteilten. Wie gesagt – es liegt ein Zauber über diesem ganz besonderen Haus. Weshalb auch wie selbstverständlich die Sonne an diesem ungewöhnlichen Tag ihr prächtigstes Licht zu diesem Besuch schenkt.

Das Team von St. Michael kommt heraus – für eine Foto mit dem berühmten Gast. Ohne Hast, mit unendlicher Freundlichkeit wird auch diese kleines Session absolviert. Und – ja, unbedingt; sehr gerne – dürfe man auch seinen Namen, seine Prominenz künftig gerne dafür verwenden, um mit ihm "als ausdrücklichem Freund des Hauses" für (wegen Corona gerade dringend benötigte) Spenden für das Hospiz zu werben.

150 000 Euro müssen für jährlichen Abmangel aufgebracht werden

Zur Erinnerung: So erfolgreich schon bisher die Geschichte des Nagolder Hospiz’ St. Michael auch ist, so viele Förderer, Unterstützer und "Freunde" es auch schon gewonnen hat – für den laufenden Betrieb muss ein jährlicher Abmangel in Höhe von mindestens 150 000 Euro durch Spenden und Zuwendungen aufgebracht werden. Dafür bedarf es auch solcher Aktionen – um im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bleiben. Und den notwendigen, steten Strom an Förderern nicht abreißen zu lassen.

Aber – genug über Geld geredet. Konstantin Wecker ist hier bei Freunden. Ist hier selbst ein Freund. Fühlt sich sichtlich wohl. Genießt den Austausch, das Sein. Diesen perfekten Tag. Erzählt aus seinem bewegten Leben. Von seiner Kunst. Erklärt dem Unwissenden, warum die so auffälligen Ketten in allen Regenbogenfarben um den Hals von Barbara Fischer und deren Co-Vorsitzende im Hospiz-Verein (und Neu-Groupie) Bärbel Reichert-Fehrenbach zu einem Markenzeichen von ihm wurden: Mit diesen "Friedensketten" habe er einst in Bagdad ein Konzert gegeben, um den damals drohenden (und dann leider doch ausgebrochenen) ersten Irak-Krieg zu verhindern. Sie stünden aber bis heute für eine "Kultur des Friedens", für die Wecker als Aktivist unbeirrt eintritt. Die Welt nicht den Aggressoren und Ausbeutern überlassen. Sie immer, wo man kann, ein bisschen besser machen. Wie zum Beispiel in diesem wunderschönen Garten des Nagolder Hospiz’. Bei Brezel und Butter.

Doch die Zeit vergeht wie im Flug. So ist das halt, wenn das Leben tolle Glücksmomente schenkt. Auch an diesem besonderer Ort – wo für Menschen die letzten Schritte im Leben eben auch zu solchen besonderen Glücksmomenten werden sollen. Jutta Benz, Leiterin des Nagolder Hospiz’ St. Michael, hat das vorhin als eine der wesentlichen Aufgaben ihres insgesamt knapp 20-köpfigen Teams benannt. "Letzte Wünsche erfüllen!" Vielleicht kommt da dieser wirklich mit Händen greifbare Zauber in diesem Hause her. Noch mal mehr an diesem Tag, als Konstantin Wecker, der als Musiker schon vor Stadien gespielt hat – ein Millionen-Publikum begeistert, sich hier ans gerade erst angekommene, noch nicht wieder perfekt gestimmte Klavier setzt. Und für die Bewohner und Mitarbeiter (und alle übrigen anwesenden Fans) einige seiner Lieder spielt. Als ein künftig wahrscheinlich unvergessenes Hauskonzert.

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