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Nagold Digitalisierung hält Einzug in die Klassenzimmer

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Foto: Fritsch

Nagold - Acht Millionen Euro lässt sich die Stadt die Sanierung der Lembergschule einschließlich der Außenanlagen kosten. Mitte der 1960er-Jahre war das Schulgebäude im Wesentlichen errichtet worden, bevor es in den frühen 1990er-Jahren um einen Anbau erweitert wurde.

"An dem Schulgebäude wurde seither relativ wenig gemacht. Es befand sich vor Beginn der Sanierungsarbeiten mehr oder weniger noch im Ursprungszustand", sagt der Bauprojektleiter Uwe Reder, Sachgebietsleiter Hochbau der Stadt Nagold. "Die Schule war nicht mehr zeitgemäß", begründet Uwe Reder das kostspielige Sanierungsprojekt. Bis auf den Flurbereich und die Treppe ist die Lembergschule laut Uwe Reder zwischenzeitlich"komplett saniert" worden.

Die umfassende Innensanierung der Lembergschule unterteilte sich in drei Bauabschnitte. In dem ersten und zweiten Bauabschnitt wurden jeweils die Klassenzimmer der Grundschule saniert, während im zweiten Bauabschnitt die Verwaltungsräume neu eingerichtet wurden. Umgebaut wurde im laufenden Betrieb. "Bis auf kleine Restarbeiten" seien die Baumaßnahmen im Gebäudeinneren mit dem Ende der Sommerferien 2019 abgeschlossen worden, so Uwe Reder.

Interaktive Whiteboards in den Klassen 3 und 4

Ein wichtiger Bestandteil der Schulsanierung war die Digitalisierung. In den dritten und vierten Klassen der Lembergschule werden nun interaktive Whiteboards verwendet. Darüber hinaus verfüge die Lembergschule nunmehr über "eine flächendeckende WLAN-Versorgung an der ganzen Schule", betont Uwe Reder.

"Sollen die Waschbecken in den Klassenzimmern beibehalten werden, oder nicht?", sei eine Frage gewesen, die zu "lebendigen Diskussionen" geführt habe, erzählt der Projektleiter. Bei der Diskussion habe geklärt werden müssen, ob in Zeiten der voranschreitenden Digitalisierung klassische Kreidetafeln im Schulunterricht überhaupt noch benötigt würden. Schließlich habe man sich dazu entschieden, die Waschbecken in den Klassenzimmern beizubehalten, weil in den ersten und zweiten Klassen weiterhin mit klassischen Tafeln gearbeitet werde – aber auch, weil auf den interaktiven Whiteboards nicht nur virtuell, sondern auch mit speziellen Stiften geschrieben werden könne.

Die Klassenzimmer haben nun auch neue Nebenräume, die von den Lehrkräften als "Differenzierungsräume" verwendet werden können. Unter Differenzierung versteht man in der Pädagogik die Förderung individueller Begabungen, Fähigkeiten, Neigungen und Interessen einzelner Schüler oder Schülergruppen.

Neben den Klassenzimmern wurde auch der Verwaltungsbereich der Lembergschule neu eingerichtet. So wurden beim Lehrerzimmer, das samt des Computerraums ebenfalls saniert wurde, ein Besprechungsraum sowie zwei Elternsprechzimmer neu eingerichtet. Für Projektleiter Uwe Reder ist aber der neue Pausen- und Veranstaltungsraum "das Schmuckstück schlechthin". Lag der Pausenraum früher noch überdacht in Außenbereich des Gebäudes, wurde er nun in das Gebäudeinnere integriert und fungiert als multifunktionaler Pausen- und Veranstaltungsraum. Für diesen Raum wurde auch eine Teeküche eingerichtet, damit etwa bei Veranstaltungen Bewirtungen vorgenommen werden können.

LED-Lichter reagieren auf Helligkeit und Bewegung

Die Grundschule sei im Zuge der Sanierungsarbeiten auch in energetischer Hinsicht erneuert worden, macht Uwe Reder deutlich. So seien im Schulgebäude helligkeits- und bewegungsgesteuerte LED-Lichter eingebaut worden. Da der CO2-Gehalt in den Klassenzimmern "rapide" ansteige, habe man sich dazu entschlossen, in jedes Klassenzimmer auch Lamellenfenster einzubauen. Außerdem wurden in allen Klassenzimmern Akustikdecken installiert. Bei der Innensanierung seien zudem die Brombeer-, Blau- und Grautöne der Außenfassade im Gebäudeinneren aufgenommen worden.

An den Planungsrunden seien neben dem städtischen Hochbauamt und dem Amt für Bildung und Betreuung der Stadt Nagold auch die Lehrerschaft und die Schulleitung der Lembergschule sowie Elternverteter der Schule vertreten. Aber auch die Grundschüler hätten ihre Ideen in die Planungen eingebracht, so zum Beispiel bei Fragen nach der Gestaltung der Außenanlagen.

Für die derzeitigen Arbeiten sei das Rastatter Architekturbüro Duplus Hunzinger Hähndel Krug beauftragt. Am Anfang des Projektes sei noch das Stuttgarter Büro Drees und Sommer als Projektsteuerer für die Planung und Ausschreibung zuständig gewesen. Die Gesamtkosten der Sanierung der Lembergschule einschließlich der Außenanlagen belaufen sich laut Uwe Reder auf etwa 8,1 Millionen Euro, wobei davon etwa eine Million Euro in die Baumaßnahmen der Außenanlagen investiert werden.

Barrierefreiheit mit dem neuen Aufzug

Das Schulgebäude verfügt jetzt auch über einen Aufzug, der an das Hauptgebäude der Schule angebaut wurde. Mit dem neuen Aufzug wolle man "das Thema Inklusion an der Lembergschule ein Stückchen weiter voranbringen", erklärt Uwe Reder. Barrierefrei soll die Grundschule in Zukunft aber auch im Außenbereich sein. So werden an beiden Eingängen jeweils Behindertenrampen gebaut. "Auch wenn derzeit keine behinderten Kinder die Schule besuchen, soll die Schule künftig auch behindertengerecht erreicht werden können", macht Uwe Reder deutlich.

Basierend auf den Wünschen, die die Schüler der Lembergschule in einer kleinen Veranstaltung präsentierten, wurde ein Klettergelände gebaut, an dem auch Sitzstufen errichtet worden sind, so dass auch Raum für Unterricht im Freien geschaffen wurde.

An der östlich vom Schulgebäude liegenden Streuobstwiese wird nichts geändert. "Sie ist so schön, dass man da eigentlich nichts verbessern kann. Deshalb haben wir sie auch so gelassen wie sie war", bemerkt Projektleiter Uwe Reder. Im Außenbereich dauern die Sanierungsarbeiten noch bis voraussichtlich Juni an.

Das Musiksaalgebäude soll demnächst auch saniert werden; und zwar "im Stile des Schulgebäudes", bemerkt Uwe Reder. Die Fördergelder seien bereits bewilligt, derzeit werde nach einem Planer gesucht.

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