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Nagold Die "Village People" auf Schwäbisch

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Beim Auftritt von "Odeng" wehte ein Hauch der legendären "Village People" durch die Alte Seminarturnhalle. Foto: Stadler Foto: Schwarzwälder-Bote

Wenn sich fünf Männer im besten Schwabenalter mit ihren Kostümen in urkomische Gestalten verwandeln und dabei auch noch Schwäbisch schwätzen und singen, dann ist das ein Unding, auf Schwäbisch "Odeng" – so der Name der Gruppe, die in der Alten Seminarturnhalle im Dialekt musizierte.

Nagold. Ein bisschen "Village People aus dem Schwabenland" gepaart mit ländlichem Humor, auf jeden Fall einen kompletten Abend im Schwaben-Dialekt, den boten der ausgebuffte Versicherungsvertreter "Tom Bönzle", der Dorfpolizist "Olli Zischt", der sich selbst als Gigolo bezeichnende "Dommi Tschägger", der nörgelnde Bauer "Michel Gluf" und der Haschisch-rauchende "Olaf Hanf".

Mit ihrem närrischen Ohrwurm "Wer schloft, verpennt des Leba" ließen sie in der Halle eine Stimmung aufkommen, die man sonst nur von Kölschen Faschingsbands wie "Die Höhner" kennt.

Eigentlich wollen die fünf Schwaben – Thomas Kinne am Keyboard, Thomas Walsdorff sowie Olli Petersen an den Gitarren, Mike Kühner, Schlagzeug und Olaf Ehmert am Bass – aus dem Mostkeller von Bauer Gluf einen Proberaum für eine Band machen. Dort lassen sie in breitestem Schwäbisch sämtliche Songs erklingen, die auf ihrer 2015 erschienenen ersten CD mit dem Titel "Schwobamädla" zu finden sind.

Und sie machen vor keinem Dorfthema Halt. Angefangen vom namensgebenden Hit, der das vermeintlich Beste im Schwabenland bezeichnet, nämlich das dort lebende Schwabenmädchen, über Häusertausch mit verbleibender Schwiegermutter, ein Lied über Prostata oder ein Fitnessprogramm, "Odeng" schrecken vor keinem Thema zurück, auch nicht vor dem "Darm, der seinen Charme versprüht" im Lied "Blähungen".

Wenn ein Rettich zum Instrument wird

Dazwischen liegt viel "dommes Gschwätz" über Gott und die Welt. Was man sich so in einem Dorf und unter Band-Kumpels eben alles erzählt. Sie tanzen Limbo unterm Schlagzeug-Taktstock, der für Schwaben natürlich sehr hoch zu halten ist, damit’s nicht gar so unbequem wird.

Der mit seinem Bass als veritable Unterstützung im unterfrequenziellen Bereich bezeichnete und dem Haschisch zugewandte Olaf Hanf konnte es dabei nicht lassen, seine schwäbische Shisha, bestehend aus einem Mostkrug, einem Spätzlehobel und einer Leitung, auch im Mostkeller, also auf der Bühne, zu rauchen.

Derweilen probierte der aufdringliche Versicherungsvertreter Tom Bönzle dem naiven Bauern Gluf möglichst viele Versicherungen aufzuschwätzen. Viel Applaus erntete Bönzle für eine selbstgebaute "Radinette", also ein Rettich, der mittels gebohrten Löchern, Trichter und Saxophon-Mundstück zu einem Musikinstrument wurde und dem er anschließend sogar eine Melodie entlockte.

Der Titel "Schwobarock und dommes Gschwätz" traf die abendliche Unterhaltung punktgenau. Allesamt gute Musiker, bewiesen die fünf Schwaben den sicheren Umgang mit ihren Instrumenten, auf denen sie ihre unnachahmlichen Texte musikalisch begleiteten und diese mit einer Story anreicherten.

Das Publikum applaudierte bei manchen Stücken sogar rhythmisch mit. Der Auftritt von "Odeng" mit ihrem Stimmungs-Zweiakter komplett in schwäbischem Dialekt hätte sicherlich auch gut in die fünfte Jahreszeit gepasst.

 
 

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