Hendrik Sautter von der Christiane-Herzog-Realschule Nagold setzte sich mit seinen Ausführungen im Wettbewerb der Sekundarstufe eins durch. Fotos: Breitmaier Foto: Schwarzwälder-Bote

"Jugend debattiert" zeigt junge Diskussionstalente in Aktion

Nagold (bb). "Meinung muss sich wieder lohnen" – was in kontrovers diskutierten TV-Shows zum Slogan wird, lebt das Projekt "Jugend debattiert" schon seit Jahren. Denn für die Teilnehmer lohnt sich der öffentliche Diskurs in mehreren Aspekten: Training der rhetorischen Fähigkeiten, Erlernen von Argumentationsstrukturen und ausgiebiger Recherche, um Standpunkte mit Fakten zu untermauern – Fähigkeiten, die allen Teilnehmern in ihrem weiteren Lebensweg zugutekommen. Bei der Regionalausscheidung in Nagold, in einer voll besetzten Stadthalle, konnte man diese Fähigkeiten in eindrucksvoller Weise auf der Bühne erleben.

 

Zuerst war die Klassenstufe acht bis zehn dran. Gestritten wurde über das Thema: "Sollte man Autos mit einem Kraftstoffverbrauch über zehn Liter pro 100 Kilometer verbieten?". Vier Redner, zwei Pro und zwei Contra. Gleich bei der Eröffnungsrede glänzten die 14- und 15-Jährigen durch Fachwissen, Emotionalität und Überzeugungskraft in der Argumentationsführung. Auch wenn die Debatte sehr ausgeglichen war, setzte sich am Ende der 15-jährige Hendrik Sautter von der Christiane-Herzog-Realschule (CHR) Nagold durch. Nicht zuletzt dank eines Zitates von Friedensreich Hundertwasser, mit dem er seinen Standpunkt der Handlungspflicht zum Kampf gegen den Klimawandel wirksam untermauerte. Auf dem zweiten Platz folgte Marius Latz, ebenfalls von der CHR. Beide dürfen sich über die Teilnahme an der Landesausscheidung in Stuttgart freuen. Die Plätze drei und vier belegten der 14-jährige Paul Riexinger (Otto-Hahn-Gymnasium) und die 15-jährige Caren Bubser (CHR). Die Pause wurde durch die Big Band der CHR mit Rock-Klassikern wie Deep Purples "Smoke on the water" untermalt.

Zweite Runde – dieses Mal traten Schüler der Jahrgangsstufen zehn bis 13 an. Zur Debatte stand die Frage, ob Fußball-Nationalspieler in Zukunft auferlegt werden sollte, bei der Nationalhymne im Stadion mitzusingen. Ein heikles Thema, das die vier Diskutierenden, von mehreren Perspektiven aus beleuchteten. Am Ende konnte Julian Grünke vom Technischen Gymnasium Nagold vor allem mit seiner von der Jury hochgelobten Eröffnungsrede überzeugen.

Diese Jury bestand aus Schülern, die zuvor Rhetorik-Seminare besucht hatten, um sich auf die anspruchsvolle Aufgabe vorzubereiten. Den Vorsitz hatten die Lehrer Ulrich Schmelzer vom Berufsschulzentrum Nagold und Jürgen Kuppinger (CHR) inne. Auf dem zweiten Platz landete der Schulsprecher des Otto-Hahn-Gymnasiums Lukas Grzib. Jule Benz und Matthias Franz (beide Technisches Gymnasium Nagold) belegten die Plätze drei und vier.