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Nagold Der Klimafachmann malt ein düsteres Bild

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Gunter Thiersch erörterte im Kubus die Folgen des Klimawandels. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Mehr Badetage im Jahr, aber dafür weniger Wasser: Am Klimawandel ist eben kein einziger Vorteil zu finden. Das wurde spätestens beim Vortrag von Diplom-Meteorologe Gunther Tiersch klar. Zum Auftakt der Energie-Erlebnis-Tage malte er ein düsteres Zukunftsbild.

Nagold. Die Folgen des Klimawandels thematisierte der ZDF-Wettermoderator im Nagolder Kubus vor etwa 70 Zuhörern. Mit deutlichen Bildern unterlegt, prophezeite Tiersch mehr Wärme, mehr Stürme, mehr Waldbrände, weniger Niederschlag und die Verbreitung krankheitsübertragender Mücken.

"Die Erwärmung der Erde ist eindeutig"

Der vorhergesagte Klimawandel sei deutlich früher gekommen als erwartet, stellte er fest. Gerade in diesem Sommer habe man "alles erlebt, was der Klimawandel befürchten lässt". Das betrifft nicht nur Stürme und Überschwemmungen. Jede Hitzewelle fordere zudem Tote.

Die Zukunft sieht nicht rosiger aus. 2,5 bis 4 Grad Celsius mehr werden die Deutschen in 60 bis 70 Jahren ertragen müssen, einhergehend mit einigen Tagen jährlich mehr, in denen die Temperaturen über 30 Grad klettern. Die Arktis werde sich erwärmen. Das mache zwar Seewege frei, verändere aber auch die Westwinde. Es gebe mehr Süd- oder Nordwinde. Grönland könne abtauen. "Die Temperaturen steigen weiter an", trug Tiersch vor. "Die Erwärmung der Erde ist eindeutig." Die zusätzliche Energie würde zu 93 Prozent in den sich dadurch erwärmenden Meeren gespeichert, nur zu zwei Prozent in der Luft.

Düster scheinen die Aussichten. Und das früher, als vermutlich angenommen. "Wir werden hinweggespült werden von den Problemen, die auf uns zukommen", befürchtet Tiersch.

Direkt angeschlossen an seinen Vortrag gab es Interviews mit vier Fachleuten, moderiert von SWR-Redakteur Georg Filser. Hans Schipper, Leiter des Süddeutschen Klimabüros am Karlsruher Institut für Technologie, sprach über den Nutzen verschiedener Klimaszenarien, die berechnet werden können und abschätzen, wie sich das Klima entwickeln kann. Zudem erläuterte er kurz die Arbeit des Büros.

Klimawandel sei nicht nur ein meteorologisches Problem, führte Schipper aus. Für die Kohlekraftwerke werde viel über den Rhein transportiert – was problematisch werde, wenn der Fluss nicht mehr genug Wasser führe. Man müsse in der Klimatologie weg davon, dass es nur wärmer wird. Man müsse mehr vermitteln, dass noch ganz andere Dinge aus dem Gleichgewicht kommen.

Angesichts dieser Aussichten stand die Frage im Raum, ob man nicht schneller gegensteuern müsse. "Wir können nur schneller sein, wenn wir ein Kommunikationsproblem lösen", befand Gunther Tiersch. Den Leuten müsse vermittelt werden, "dass wir ein Klimaproblem haben".

Über Konfliktmanagement, beispielsweise beim Bau von Windkraft- oder Solaranlagen, sprach Jakob Lenz, Berater des landesweiten Programms Forum Energiedialog. "Konflikte im öffentlichen Raum haben eine besondere Dynamik", erklärte er. Jeder, der sich angesprochen fühle, gehöre zum Konfliktsystem und wolle mitreden. Konfliktmanagement bestehe dann darin, vor Ort zu gehen, die Menschen anzuhören und die Diskussion "zu versachlichen".

Jürgen Kurz, Vorsitzender des Regionalverbandes Nordschwarzwald, umriss Chancen, rechtliche Grundlagen – insbesondere den Teilregionalplan Windenergie – und die Vorranggebiete für Windkraftanlagen.

"Eine umweltpolitische Chance"

"Ich bin überzeugt, wir müssen hier eine umweltpolitische Chance nutzen, nämlich die Energieversorgung zumindest teilweise klimaneutraler auf örtlicher Ebene zu etablieren", meinte Kurz. "Das ist notwendig und unsere große Chance, wo alle Bürger mitreden können sollen." Wichtig sei es, die Menschen gut zu informieren, um sie auf diesem Weg auch gut mitnehmen zu können.

Vortrag und Diskussion waren die Auftaktveranstaltung für die Energie-Erlebnis-Tage im Nordschwarzwald, ausgerichtet vom Regionalverband in Kooperation mit den Kommunen. Das ganze Wochenende über fanden in 13 Gemeinden der Region 36 Veranstaltungen zu verschiedenen Energiethemen statt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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