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Nagold Dekan Ralf Albrecht verabschiedet

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Oberbürgermeister Jürgen Großmann (links) und Hans-Joachim Fuchtel bei der Überreichung der Ehrennadel der Stadt Nagold an Dekan Ralf Albrecht. Foto: Fritsch

Nagold - Das Sommer-Hochdruckgebiet "Albrecht" hatte es einen Tag zuvor vorgemacht – und sich aus Nagold verabschiedet. So dass zur offiziellen Verabschiedung von Dekan Ralf Albrecht und seiner Familie auch der Himmel über der Stadt "ein paar Tränen" vergießen durfte. "Wir werden ihn halt alle vermissen."

Berufung zum Prälat in Heilbronn

Das sagt Michael Ehrmann, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Der ist heute "gefasst", hat den Schock über den Verlust des so umtriebigen Dekans, der – das werden unisono die Grußworte zum finalen Abschiedsgottesdienst in der Nagolder Stadtkirche nachher zeigen – "große Spuren" in Stadt und Kirchenbezirk hinterlassen hat, längst verdaut. Die Berufung Albrechts zum Prälat in Heilbronn sei "eingeschlagen wie eine Bombe", bestätigt Karl Beck, der Vorsitzende der Bezirkssynode, nachher in seinem Grußwort.

Ehrmann ist heute der "Chauffeur", fährt den Bus mit dem "Dekan on Board"-Aufkleber zu den Stationen der "Abschieds-Tournee" von Ralf Albrecht: Fünf Gottesdienste an fünf besonderer Orten – weil der ganz große Festgottesdienst wegen Corona nicht möglich war. Jakobuskirche, Remigiuskirche, Wachsende Kirche, der Alte Turm – und jetzt die Stadtkirche. Die Idee zu dieser Form des Abschieds stammte vom Dekan selber – weil er auf das Danke-Sagen an die vielen Gefährten in den vergangenen 13 Jahren hier in Nagold auch in Corona-Zeiten nicht verzichten wollte.

Man sieht Albrecht die extrem bewegte Erschütterung an diesem Tag an. "Ihr wart all die Jahre mein Miteinander – dafür danke ich. Mit allen hier gibt’s eine geniale Geschichte!" So die letzten Worte, die Albrecht als Dekan in Nagold nicht nur seinen jetzt ehemaligen Gemeindegliedern zuruft.

Da hat er seinen Abschieds-Marathon, der schon lange vor diesem eindrucksvollen Sonntag begonnen hatte, fast geschafft. Die Mitarbeiter im Dekanat, Kirchengemeinderat. Die Diakonie. Der Arbeitskreis Christlicher Kirchen in Nagold. Die Evangelische Allianz. Das Jugendwerk. Der CVJM. Sie alle wurden von Albrecht entscheidend geprägt. Prälat Christian Rose, der den Abschiedsgottesdienst für den Nagolder Dekan in der Stadtkirche leiten wird, versucht sich am Abarbeiten der lange Liste von Leistungen. Es bleibt noch genug für die Grußworte von Landrat Helmut Riegger, den Nagolder Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Bezirkssynoden-Chef Karl Beck – gemeinsam mit Albrechts bisherigen Dekan-Kollegen Erich Hartmann – übrig.

"Sie haben sich um die Kirche, die Stadt und die Stadtgemeinschaft verdient gemacht"

"Als Dekan warst du in vielen Aufgaben unterwegs, hast viel bewegt", so Prälat Rose. Der die Erinnerung an die Landesgartenschau wieder aufleben lässt. Wie damals die Ökumene in Nagold wuchs, aus der heraus die so segensreiche Vesperkirche entstand. Gleich drei Kirchengemeinden führte Albrecht in einer Fusion zusammen. Zwei Kirchenbezirke ebenso – die heute gerne kurz "CaNa" (für Calw-Nagold) genannt werden. Was ein wenig wie das biblische "Kana" klingt, wo Jesus zur Hochzeit von Kana manches Wunder tat. Vielleicht Albrechts wichtigstes Erbe für die Region – wenn der Nagolder OB mit diesem Zusammenführen der beiden Kirchenbezirke im Landkreis die Hoffnung für die Zukunft verbindet, dass das einmal auch "die beiden großen Kreisstädte" Calw und Nagold in ähnlicher Form konstruktiv zusammenführen möge. Selbstständig – mit weiter zwei Dekanen an der Spitze ("Was auch so bleiben wird", wie Dekan Hartmann unterstreicht). Aber überall dort, wo es Synergien gibt, als schlagkräftige Einheit.

Großmann wird gleich anschließend für einen besonders großen Gänsehaut-Moment sorgen – wenn er dem scheidenden Dekan die Ehrennadel der Großen Kreisstadt Nagold überreicht. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, auch "ein Freund der Stadt", wird quasi die Patenschaft dazu übernehmen. "Sie haben sich um die Kirche, die Stadt und die Stadtgemeinschaft verdient gemacht", würdigt der Schultes einen nochmal mehr bewegten Ralf Albrecht. Und es brandet ein erstes Mal an diesem Tag hemmungsloser Applaus der Gläubigen und Festgäste durch die Stadtkirche.

Kirchengemeinderats-Vorsitzender Ehrmann, der als letzter sein Grußwort an "unseren Dekan" richten darf, wird es anschließend so auf dem Punkt bringen, was die Menschen hier bewegt: "Es bleibt eine unheimlich große Dankbarkeit." Und: "Wir werden dich vermissen!" Als Geschenk der Gemeinde gibt Ehrmann dem bisherigen Gefährten eine schmucke Gartenbank mit nach Heilbronn. Das Ehepaar Albrecht nimmt fürs Abschiedsfoto darauf Platz – was ein extrem harmonisches Motiv ergibt. "Mach’s gut!", sagt Ehrmann noch. "Und auf Wiedersehen hier in Nagold."

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