Die Gäubahn soll attraktiver werden. Doch das Fahrbahnkonzept Interim Plus wird vorerst nicht realisiert. Foto: dpa

Fahrplankonzept Interim Plus derzeit ohne Chance auf Realisierung. Hermann hält gleichwohl an Ausbau fest.

Nagold/Oberndorf/Rottenburg - Das Fahrplankonzept Interim Plus für die Gäubahn ist erst einmal vom Tisch. Der Vertragspartner DB Fernverkehr lehnt es ab. Daher werde es in den nächsten Jahren nicht möglich sein, es umzusetzen, so das Verkehrsministerium.

Gleichwohl betonte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bei einem Treffen von Vertretern des Interessenverbands Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn und der Interessensgemeinschaft Interim Plus, dass er den Ausbau der Gäubahn weiter vorantreiben werde. Die Runde erörterte, wie mit dem von der Interessengemeinschaft vorgelegten Fahrplankonzept verfahren werden solle und wie mit einem Ausbau der Bahn zwischen Stuttgart und Singen die Reisezeit verkürzt werden könne.

Für die Interessengemeinschaft Interim Plus nahmen Oberbürgermeister Jürgen Großmann (Nagold), Bürgermeister Hermann Acker (Oberndorf), Bürgermeister Thomas Weigel (Rottenburg) mit Nahverkehrsberater Uli Grosse teil sowie Rainer Kaufmann, Geschäftsführer des Interessenverbandes Gäu-Neckar-Bodensee-Bahn. Mit Interim Plus soll zum Beispiel für Nagold, Freudenstadt, Eutingen und Rottenburg eine stündliche umsteigefreie Verbindung nach Stuttgart ermöglicht werden. Oberndorf und Sulz sollen nahezu einen Stundentakt erhalten können.

Bei allen Änderungen am vereinbarten Interimskonzept auf der Gäubahn, das Fern- und Nahverkehr integriert, ist das Land auf das Einvernehmen mit dem Vertragspartner DB Fernverkehr angewiesen. Derzeit lehnt die DB Fernverkehr das Konzept aber ab, vor allem wegen der Befürchtung, dass der Fernverkehr verlangsamt werden könnte. Offenbar spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle: Das Land habe für Interim plus mit einer Million Euro Mehrkosten gerechnet. Die DB Fernverkehr wolle aber 1,7 Millionen Euro, heißt es aus Insiderkreisen.

Am Ausbau der Gäubahn will Hermann aber unverändert festhalten: »Mit der Inbetriebnahme des Bahnknotens Stuttgart 21 und der Umsetzung des Metropolexpress-Konzepts Stuttgart beabsichtigen wir, den Verkehr auf der Gäubahn neu zu strukturieren. Dazu wird das Land die Zeit bis zur Inbetriebnahme S 21 nutzen, um ein Anschlusskonzept vorzubereiten, das kürzere Reisezeiten zwischen Stuttgart und Zürich vorsieht und auch die interessanten Ansatzpunkte des Konzepts Interims Plus aufgreift.«

Die Gesprächspartner einigten sich auf folgende Schritte: Innerhalb einer Arbeitsgruppe wird erarbeitet, wie Taktstabilität und Zeitverbesserungen erreicht werden können. Das Ministerium prüft, ob im Inter­im-Vertrag weitere Nachbesserungen (weitere IC-Halte) auf der Strecke möglich sind. Außerdem könne mit der späteren Realisierung eine bessere Verzahnung mit den Fahrplänen nach der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 erreicht und ein attraktives Fernverkehrskonzept sichergestellt werden. »Es bleibt dabei. Das Land will schnellere Zugverbindungen zwischen Stuttgart und Zürich.« Gleichzeitig sollen der Nahverkehr und die Zulaufstrecken besser angebunden werden.