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Nagold Das Publikum amüsiert sich prächtig bei "Musik trifft Humor"

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Andreas Schäfer-Gorgs (rechts) und Rafael Hummel boten Sketche aus eigener Feder.Foto: Kosowska-Németh Foto: Schwarzwälder Bote

Nagold. Die Nagolder Konzertreihe startete mit Volldampf in die neue Saison 2020/21. Zwar fand die dritte Auflage von "Musik trifft Humor" nicht wie gewohnt im Kubus sondern in der Stadthalle unter ganz anderen Umständen statt, doch die Konzertbesucher nahmen die organisatorischen und hygienischen Gebote mit Gelassenheit hin und amüsierten sich prächtig bei Auftritten der heimischen Wort- und Tonkünstler.

Griesgrämige Hausmeister-Figur prägt das Programm

Wieder brillierten Andreas Schäfer-Gorgs und Rafael Hummel in geistreichen Sketschen aus eigener Feder, wieder begeisterten Christoph Kieser (Flöte) und Chaehong Lim (Gitarre) das Publikum mit virtuoser wie unterhaltsamer Musik.

Die griesgrämige Hausmeister-Figur prägte auch jetzt das Programm, wobei Schäfer-Gorgs und Hummel das Thema Covid in den Szenen "Der Corona-Sünder" und "Das Corona-Konzert" auf die Schippe nahmen und ad absurdum führten. Mit aberwitzigen Streitigkeiten um Einhaltung der Auflagen, um die mit Zollstock gemessenen Abstände, um Flöte-Aerosole und Gesichtsmasken sowie Schutzhandschuhe für Musiker gewannen die Sketsch-Autoren das Publikum im Nu für sich.

Kieser und Chaehong Lim unterwarfen sich nur kurz dem Diktat des Hausmeisters und spielten hoch professionell, elegant und hinreißend virtuos sowohl die südamerikanischen Stücke von Celso Machado und Astor Piazzolla als auch ein barockes Perlchen und den schottischen Tanz Reel. In der träumerischen Miniatur "Recuerdos de la Alhambra" von Francisco Tarrega schimmerte ein verschmitztes Augenzwinkern durch und diese subtile Art des Humors korrespondierte mit heiterem Klima des Abends.

Die facettenreiche Nagolder Kleinkunst bewährte sich bestens auch auf der großen Bühne. Mit wenigen Requisiten, aber mit einer Menge vorzüglicher Schauspielerei lieferten Schäfer-Gorgs und Hummel fast pausenlos neue Einfälle und jonglierten mit Riposten, Pointen und Gags. Jeden guten Spruch quittierte das Publikum mit Applaus, ungebremstem Lachen und dem Ende zu mit Johlen, Pfiffen und Bravo-Rufen.

In "Der Banküberfall" brachte der stoische Bankangestellte (Schäfer-Gorgs) den bewaffneten Räuber (Hummel) zum Geldanlegen und der "Corona-Sünder" (Hummel) fühlte sich verfolgt von dem übergeschnappten Nachbar. Ausgiebig kosteten die Komiker ihre künstlerische und räumliche Freiheit aus und bereicherten eigene Texte um Stimmenwandlung, eindrucksvolle Gestik und Minenspiel. Köstlich ironisch klangen "Lyrische Eindrücke aus dem Zoo", die Schäfer-Gorgs in lakonische Verse zusammenfasste (Beispiel: "Die Zecke, verrecke!").

Technisches Malheur wird lustigster Höhepunkt des Abends

Ein kleines technisches Malheur verwandelte sich zufällig in den lustigsten Höhepunkt des Abends. Als in einer Szene sein angeklebter Schnurrbart sich zu lösen begann, verzichtete Schäfer-Gorgs auf das Requisit und spielte seine Rolle weiter, ohne die Fassung zu verlieren. Einfach herrlich.

Zum Schluss versuchten sich die Schauspieler im Instrumentalspiel. Auch diesmal klangen die Bratsche und Fagott miserabel schlecht und untermauerten den selbstironischen Blickwinkel der Spaßvögel.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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