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Nagold "Da oben fühlt man sich wie in der Wüste"

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Im Duell: In Zweiergruppen diskutieren die Schüler bei "Jugend debattiert" in der Nagolder Stadthalle. Foto: Kauffmann Foto: Schwarzwälder-Bote

Gestern hatten sie die ganz große Bühne: In der Nagolder Stadthalle debattierten acht Jugendliche vor Lehrern und Hunderten Klassenkameraden. Doch das Publikum ist für die Debattenteilnehmer nicht die einzige Herausforderung.

Nagold. Mit der Eisbrecherfrage startet die Debatte: "Was gefällt Dir an Deiner Schule und was könnte besser werden?" "Ich würde auf meine Schule noch mal zwei Jahre gehen – wenn ich müsste", antwortet Jakob Luz von der Wirtschaftsschule Nagold scherzhaft. Und Aaron Goldzinger vom Otto-Hahn-Gymnasium Nagold sagt ebenso nicht ganz ernst gemeint: "Unsere Schule sieht ein bisschen aus wie ein Irrenhaus." Da lacht und applaudiert nicht nur das Publikum, selbst OHG-Direktor Walter Kinkelin bricht ob dieser ironischen Antwort in Lachen aus.

Zum Beginn erst das Eis brechen

Genau das soll die Eisbrecherfrage bezwecken: Sie soll zum Beginn einer Debatte den Schülern helfen, sich in ihre Rolle vor dem Publikum einzufinden. Dabei darf es auch spaßig zugehen. Dennoch: Die Stimmung in der Stadthalle Nagold beim Regionalfinale von "Jugend debattiert" bleibt still und gespannt.

Die Zuschauer merken den Schülern auf der Bühne an, wie sie sich auf das Thema konzentrieren. Sie lauschen bedächtig, und manchmal kommt das Erstaunen über eine Antwort im verlegenen Flüsterton zum Ausdruck: "Das wäre mir nicht eingefallen, gutes Argument", zumal die Schüler auf der Bühne auch über Themen diskutieren, die sonst vor allem Erwachsene interessieren.

Thema der Sekundarstufe eins: "Soll eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch aus Massentierhaltung eingeführt werden?" In Zweiergruppen diskutieren vier Schüler diese Fragen, eine Gruppe ist dafür, die andere dagegen.

Jessica Luft (Kaufmännische Schule Nagold) ist auf der Bühne für die Kennzeichnungspflicht und startet: "Verbraucher können sich damit bewusst entscheiden", ihr Teamkollege Jakob ergänzt: "Mit einem Siegel wird deutlicher, wo das Fleisch herkommt." In Anspielung darauf ergänzt er: "Dann entscheiden sich manche vielleicht für zweimal pro Woche Salat, statt einmal."

Laura Lehner kontert: "Wie wollt ihr das mit den Kosten machen? In Deutschland gibt es 15 000 Schlachthöfe, von denen alle Mitarbeiter weitergebildet werden müssten und wie soll das mit dem vielen Fleisch funktionieren, das importiert wird?"

Solche Fakten haben die Jugendlichen vorab recherchiert: "Wir haben Eltern gefragt, im Internet geschaut, Bücher gelesen und Filme angeguckt", erzählt Laura. All die Informationen müssen sie auf der Bühne präsent haben: "Unser Kopf hat geglüht, man fühlt sich da oben wie in der Wüste", findet ihr Teamkollege Aaron.

Dennoch: "Jugend debattiert" sorgt für Momente, die ihnen unvergessen bleiben. "Von außen sieht’s so aus, als wäre man nicht aufgeregt", meint Laura. Und Aaron ergänzt: "Im Nachhinein merkt man erst, was man noch alles sagen wollte."

Außerdem sind da noch die Zuschauer: "Am Anfang hat man nur die Zuschauer im Kopf", sagt Aaron. "Wenn man versucht, die Leute auszublenden, geht’s. Dann juckt einen das Publikum nicht mehr", erzählt Laura. Sie denken aber beide: "Man muss sich überwinden", umso größer sei jedoch die Erleichterung, wenn es geschafft ist. Gespannt warten sie nun auf die Bewertung der Jury.

Und die meint: "Ihr habt den Alten etwas vorgemacht", so das Urteil über alle vier Teilnehmer. In der Jury bewerten ehemalige Schulsieger von "Jugend debattiert" wie gut sich die Debattanten auskennen, wie sie sich ausdrücken, ob sie zum Gespräch fähig sind und wie gut ihre Überzeugungskraft ist.

Teilnehmer haben schon "einiges erlebt"

Beim Regionalfinale haben sich in der Kategorie Sekundarstufe eins Aaron Goldzinger (Klasse 8, Otto-Hahn-Gymnasium) und Jakob Luz (Klasse 8, Kaufmännische Schule Nagold) für den Landeswettbewerb qualifiziert. Bei der Sekundarstufe zwei sind es Sarah Lutz (Klasse 11, Wirtschaftsgymnasium) und Raphael Wiedmann (Klasse 11, Wirtschaftsgymnasium), die das Thema "Sollen Zeiten, zu denen Schwimmbäder ausschließlich Frauen offenstehen, ausgeweitet werden?" debattierten. Sie fahren im März in den Stuttgarter Landtag zum Landesfinale.

Günther Koch, Regionalkoordinator des Regionalverbands Schwarzwald von "Jugend debattiert", betont, dass die Teilnehmer schon "einiges erlebt haben", wenn es um Debatten vor Publikum gehe. Zuvor haben sie sich innerhalb ihrer Schule durchgesetzt. "Jugend debattiert" vermittle viele Eigenschaften, die im Berufsleben nützlich seien. Die beste Vorbereitung auf "Jugend debattiert" sei: "Viel diskutieren". An das Publikum gewöhne man sich wohl erst, wenn man es macht.

Beim Regionalwettbewerb von "Jugend debattiert" haben in der Stadthalle Nagold in der Sekundarstufe I teilgenommen: Laura Lehner (Klasse 9, OHG), Aaron Goldzinger (Klasse 8, OHG), Jessica Luft und Jakob Luz (beide Klasse 10, Kaufmännische Schule Nagold). Sekundarstufe II: Sarah Lutz, Raphael Wiedmann (beide Klasse 11, Wirtschaftsgymnasium Nagold), Jonas Großhans und Felix Mattesberger (beide Klasse 12, Rolf-Benz-Schule).

 
 

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