Ein nagelneues rotes Stadtmobil hat Nagold für den Start des Carsharing-Angebots zur Verfügung gestellt bekommen. Foto: Bernklau

In Nagold kann man sich wieder ein Auto teilen. Fester Parkplatz beim Bauamt in der Calwer Straße.

Nagold - Knapp 20 Jahre nach dem ersten Anlauf gibt es in Nagold wieder ein Carsharing-Projekt. Seit dem Wochenende können Interessenten das in der Calwer Straße stationierte Stadtmobil nutzen.

Die einen können sich kein Auto oder Zweitwagen leisten, andere wollen es nicht. Ob die Motivation nun eine wirtschaftliche oder eine ökologische ist, die Idee des Carsharing greift in Deutschland immer mehr um sich. In Nagold war man schon 1996 soweit, sich ein solches "Auto zum Teilen" zuzulegen. Doch damals scheiterte das Projekt an fehlenden Nutzern. "Immer wieder kam die Idee eines solchen Stadtmobils auf", erzählt der städtische Umweltbeauftragte Peter Widmann-Rau. Doch so recht zünden wollten diese Ideen nicht. Bis Stadtpfarrer Reinhard Hauber im Winter 2012/13 mit der Carsharing-Idee auf Widmann-Rau zukam. Da eigentlich klar war, dass die Stadt als Betreiber eines solchen Projekts nicht in Frage kam, stellte Widmann-Rau den Kontakt zum Arbeitskreis Umwelt und Verkehr des Bürgerforums her. Er recherchierte in Herrenberg, der nächsten Stadt, die ein Carsharing-Projekt am Laufen hat. Darüber hinaus stellte er Kontakte zum BUND her, wo sich einer engagiert, der schon beim ersten Projekt dieser Art in Nagold vor 18 Jahren mit dabei war: Thomas Ebinger.

Im Juni vergangenen Jahres gab es ein erstes Treffen mit einem guten Dutzend Interessenten, die das Projekt langsam aber sicher ins Laufen brachten. Dazu gehörte, dass man Kontakt zum Stuttgarter Verein "Stadtmobil" aufnahm, der bereits etliche solcher Autos betreibt. Man gründete einen Nagolder Ableger und suchte Interessenten, die ein solches Auto auch tatsächlich nutzen. Denn ein solches Stadtmobil trägt sich nur, wenn es im Monat 1500 Kilometer gefahren wird. Man wurde tatsächlich fündig. Acht Personen meldeten zusammen verbindlich 1000 Kilometer Strecke pro Monat an. Dazu stellte sich Gregor Felgner als Wagenwart zur Verfügung, der sich um die technischen Belange des Fahrzeugs – von der Bereifung bis zum TÜV – kümmert. Als man in Hayriye Marder auch noch eine Person gefunden hatte, die in Nagold den Kontakt zur Zentrale von "Stadtmobil" hält, stand das Nagolder Carharing-Paket und konnte in Stuttgart vorgestellt werden.

Nagold wusste zu überzeugen. Der Verein beschloss, für die Stadt ein erstes Stadtmobil abzustellen – oder in diesem Fall sogar neu zu kaufen. Denn auf dem Parkplatz an der Calwer Straße, der für das Stadtmobil reserviert ist, steht seit diesem Wochenende ein nagelneuer roter Kombi mit Anhängerkupplung.

Wer das Auto nutzen will, muss zunächst per Telefon oder Internet mit dem Stuttgarter Verein Kontakt aufnehmen, einen Nutzungsvertrag unterschreiben und einen jährlichen Grundbetrag entrichten. Dazu kommen die konkreten Nutzungskosten, die abhängig sind von zurückgelegter Strecke und Nutzungszeit. Gebucht werden kann über Internet oder Telefon beim Verein "Stadtmobil".

Wer sich beim Nagolder Projekt anmeldet, der kann das Angebot übrigens nicht nur in Nagold nutzen: "Derjenige kann auf andere Carsharing-Projekte in ganz Deutschland zugreifen", wirbt Peter Widmann-Rau für die Initiative, die für ihn ein "wichtiger Mosaikstein in der nachhaltigen Mobilität" ist, denn, so betont Widmann-Rau: "Ein Teilauto kann zwischen fünf und sieben normale Autos ersetzen."

Weitere Informationen: E-Mail: nagold@stadtmobil-ev.de

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