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Nagold Bündnis formt sich um Corona-Sozialfonds

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Urschelstiftung mit Partnern: Vereint geht man das Projekt Corona-Sozialfonds an.Foto: Urschelstiftung Foto: Schwarzwälder Bote

Die Pandemie hat die Menschen in unterschiedlicher Härte getroffen. Die Urschelstiftung in Nagold widmet sich nun mit einem neuen Projekt der finanziellen Unterstützung besonders betroffener Zielgruppen. Mit einem Corona-Sozialfonds möchte man finanzielle Abhilfe schaffen.

Nagold. In Krisenzeiten gilt es stark betroffene Menschen mit Aktionen und Projekten zu unterstützen. Die Nagolder Urschelstiftung hat sich daher dazu entschieden, einen Corona Sozialfonds ins Leben zu rufen. "Wir wissen, dass die Krise in den kommenden Wochen und Monaten zu spüren sein wird", sagt Thomas Eisseler, Vorstandssprecher der Urschelstiftung.

Durch den Corona-Sozialfonds der Urschelstiftung sollen Einzelpersonen oder Familien in Corona bedingter finanzieller Notlage gefördert werden. Auch wohltätige gemeinnützige Einrichtungen, die in der Ausübung ihrer Kernaufgaben eingeschränkt sind, gehören zu den Zielgruppen des Fonds.

Ziel dieses Fonds sei es, "Deckungslücken zu schließen und den bedürftigen Menschen dort zu helfen, wo soziale Sicherungssysteme nicht oder nicht ausreichend greifen", erklärt Eisseler.

Diesen Fonds zur finanziellen Unterstützung konnte die Urschelstiftung laut Werner Baumeister, stellvertretender Vorstandssprecher der Urschelstiftung, nicht alleine stemmen. Daher hatte man zunächst ein Bündnis geschaffen. Mit der Diakonie, den Fördervereinen der Burg- und Zellerschule, dem Kinderschutzbund, dem Youz, der Lebenshilfe Oberes Nagoldtal und mit der Aktiven Selbsthilfegruppe Miteinander, hat die Urschelstiftung recht schnell ihre "bereitwilligen" Partner gefunden. Da sich laut Baumeister alle Partner "im Netzwerk bereits kannten", sei die Suche leichter gewesen. "Wir haben ein Bündnis geschaffen, dass es so in der Form noch nicht gab", freut sich Baumeister über die auch hier erkennbare Solidarität.

Ein großer Vorteil des Bündnisses sei, dass man durch die verschiedenen Partner ein breiteres Spektrum an Personen einbinden und erreichen könne, ist sich Eberhard Schwarz, vom Förderverein der Zellerschule und Vorsitzender des Stadtseniorenrats, sicher. Das Bündnis ist zunächst zeitlich auf zwölf Monate – mit Option auf Verlängerung – begrenzt.

Das separate Konto zum Corona-Sozialfonds gibt es nun bereits. "Wir sind handlungsfähig", sagt Baumeister. Man habe "Hinweise und gewisse Signale" erhalten, dass die Bereitschaft zu spenden da sei, erklärt er weiter. Überwiegend von "finanziell gut abgesicherten Rentnern und Pensionierten", fügt Ulrich Mansfeld, Gründungsmitglied, Mitglied des Stiftungsrats und ehemaliger Vorstandssprecher der Urschelstiftung, an. Er interpretiert dies als Dankeschön für die Solidarität, die in den vergangenen Monaten gegenüber älteren Menschen aufgezeigt wurde. Dabei nennt Eisseler beispielsweise die Aktion "Nagold hilft Nagold" von der Nagolder Stadtverwaltung.

Weitere finanziell unabhängige Bürger wolle man aktivieren, so Mansfeld. Mit Spendenaufrufen sollen diese auch gezielt angesprochen werden. Über soziale Medien oder mit Briefen. Alle Spenden fließen dann in einen Spendenpool.

Nach sorgfältiger Überprüfung und Bewertung der Förderanträge sollen die Gelder zielgerichtet verwendet werden, erklärt Baumeister. Die Spenden kommen "zu 100 Prozent" bei den bedürftigen Personen an. Es soll nichts durch Verwaltungs- oder Organisationskosten abgezogen werden, unterstreicht der stellvertretende Vorstandssprecher der Urschelstiftung.

Das Förderlimit liegt zunächst bei 1 000 Euro. Einmalig oder in Raten. Öffentliche Fördermaßnahmen müssen bei den betroffenen ausgeschöpft sein, oder das Existenzminimum bedroht sein. Alle Antragssteller sollen anonym bleiben. "Wir wollen nicht wissen, wer die Anträge stellt. Das passiert dann über unsere Partner", erklärt Eisseler.

"Wir wollen nicht wissen, wer die Anträge stellt"

Der erste Antrag kann bei einem der Bündnispartner eingereicht werden. Dieser wird den Förderbedarf prüfen und bewerten. Dann erstellt der Bündnispartner separat einen anonymisierten Antrag, der im nächsten Schritt mit der Urschelstiftung diskutiert werden soll. Der Urschelstiftung liegt nur die Beschreibung des Förderbedarfs, der Bündnispartner, die Zielgruppe der Förderung und der Betrag vor. Das Geld laufe bei der Auszahlung über die Bündnispartner, erklärt Paul Miller, Vorstandsmitglied der Urschelstiftung. Damit bleibt der Empfänger der Spende für alle anderen Partner des Bündnisses anonym und man könne Diskretion, Vertraulichkeit und Transparenz wahren.

Ein Problem sei nämlich, dass sich viele Personen mit ihren Nöten nicht outen möchten. "Sie trauen sich nicht", sagt Miller. Die Anonymität solle hierbei entgegenwirken.

"Wir betreten Neuland", unterstreicht Eisseler. "Wir wissen nicht, was rein kommt und welche Möglichkeiten es geben wird. Finanzielle Probleme werden mittel- bis langfristig auftreten", fügt er an. Nun müsse man Erfahrungen sammeln und die Entwicklung des Corona-Sozialfonds betrachten. Das Projekt könnte künftig auch situativ nachjustiert werden. Sowohl in Bezug auf die Dauer des Bündnisses als auch auf die Höhe des Förderlimits.

Konto: Corona Sozialfonds der Urschelstiftung, IBAN  DE71 6039 1310 0682 9510 13

Die Köpfe hinter dem Bündnis sind: Paul Miller, Vorstandsmitglied der Urschelstiftung, Sandro Breitling vom Förderverein Burgschule, Gerd Hufschmidt, Youz-Geschäftsführer und Kassierer des Kinderschutzbundes Nagold, Eberhard Schwarz vom Förderverein der Zellerschule und Vorsitzender des Stadtseniorenrats, Sigrid Baranek, Leiterin der Geschäftsstelle Lebenhilfe Oberes Nagoldtal, Elvira Bindrich, Vorstandsmitglied der Urschelstiftung, Bettina Müller, zweite Vorsitzende der ASM, Ulrich Mansfeld, Gründer und Stiftungsrat der Urschelstiftung, Marc Spies, Leiter der Nagolder Dienststelle des Diakonieverbandes Nördlicher Schwarzwald, Thomas Eisseler, Sprecher des Vorstandes der Urschelstiftung und sein Stellvertreter Werner Baumeister.

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