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Nagold Buchhändler verabschiedet sich in den Ruhestand

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Eine Ära geht zu Ende: Kurt Wolz verabschiedet sich nach Jahrzehnten in der Buchhandlung Zaiser in den Ruhestand. Zum Abschied haben ihm die Kollegen eine Erinnerungs-Ecke eingerichtet. Foto: Schneider

Nagold - In den vergangenen 40 Jahren hat sich im Buchhandel einiges getan. Spannende Zeiten, die Kurt Wolz in der Buchhandlung Zaiser hautnah miterlebt hat. Ende des Monats geht mit seiner Verabschiedung eine Ära zu Ende.

1977 kam Kurt Wolz erstmals nach Nagold, um die Stelle anzutreten, die sein Leben verändern sollte. Die Liebe zur Literatur war zwar schon immer da, doch die Leidenschaft, die Leser als "Bücherlotse durch die Tiefen und Untiefen der Neuerscheinungen zu führen", wie Wolz es selbst bezeichnet, hatte hier ihren Ursprung: in der Buchhandlung Zaiser.

Ende Januar verabschiedet sich der 64-Jährige schweren Herzens, aber auch mit einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft. Für Chef Ulrich Zaiser ist die Trennung von Wolz ein großer Verlust, "nicht nur beruflich, auch zwischenmenschlich", beteuert Zaiser. "Man könnte sagen, wir waren ein Dreamteam", fügt Wolz lachend hinzu.

Und das, obwohl - oder vielleicht gerade weil - sie in den vergangenen Jahrzehnten so manche Hürde bewältigen mussten. Die erste davon war der großflächige Umbau der Buchhandlung. "Am Anfang war die Buchhandlung eher noch eine Bücherecke", erinnert sich Wolz. Mit dem Großflächen-Buchhandel-Boom, der teilweise ganze Bücherzentren entstehen ließ, änderte sich das. Doch ein Problem blieb: "Die Buchhandlung war direkt an der Marktstraße, der Hauptverkehrsstraße. Das hier war oft eine reine Benzin- und Abgaswüste", so Wolz Beschreibung. Schnell war klar: Dagegen muss etwas getan werden.

Politisch aktiv im Stadtverband

Deshalb entschied sich Wolz politisch aktiv zu werden und engagierte sich im Stadtverband der CDU. Zu dieser Zeit entstand die Vision des "Kaufhauses Nagolder Innenstadt". Damit konnte auch die Weiterentwicklung der Buchhandlung vorangetrieben werden. So konnte sich die Buchhandlung Zaiser schließlich von den 25 Quadratmetern, auf denen Wolz begonnen hatte, auf 250 Quadratmeter ausweiten. Nachdem diese Herausforderung gemeistert war, kam schon die nächste: das Auftauchen des Internets.

Nachdem Computer und digitale Bibliografien Einzug in die Buchhandlungen hielten, machten sich zunehmend Internet-Riesen breit, die den Buchhandel für sich beanspruchen wollten. "Wir haben gemerkt, dass wir nur mit den - und nicht gegen die - Entwicklungen des World Wide Web im Spiel bleiben können", merkt Wolz an. Und das ist gelungen: "Mittlerweile sind wir auf allen Kanälen erreichbar. Das ermöglicht den Buchhandel rund um die Uhr."

So spannend die Umorientierung und die Ströme des Buchhandels auch waren, so schweißtreibend waren sie gleichzeitig. Umso wichtiger, dass es immer eine Konstante gab: "Der persönliche Kontakt mit den Lesern war natürlich immer die Hauptattraktivität meines Berufs. Und Kompetenz und Freundlichkeit waren die Maxime, nach denen hier schon immer gehandelt wurde", betont der Buchhändler.

"Bücher sind für mich das tägliche Brot"

Ein weiteres Highlight in der beruflichen Laufbahn des 64-Jährigen: die Autorenlesungen. "Die Begegnungen mit großen Autoren waren immer spannend. Uwe Johnson haben wir beispielsweise in den Achtzigern nach Nagold geholt oder auch Jurek Becker", blickt Wolz zurück. Seine größte Entdeckung für Nagold in den vergangenen Jahren: Nino Haratischwili. Eine georgische Autorin, die auf Deutsch schreibt.

Und auch privat taucht Wolz gerne in die vielfältige Welt der Bücher ab: "Ich habe mal gesagt: Bücher sind für mich das tägliche Brot. Ab und an ein üppiges Mahl, manchmal Delikatessen. Das trifft es auch heute noch", sagt der Buchhändler schmunzelnd. Ganz weichen wird er der Welt der Bücher deshalb auch im Ruhestand nicht.

"Ich habe noch viele Projekte geplant. Langweilen werde ich mich also nicht", ist sich Wolz sicher. Neben verschiedenen Reisen will er vor allem Zeit mit der Familie verbringen und sich auch der Geschichte stärker widmen. Und auch dabei werden ihm die Bücher sicherlich, wie sein ganzes Leben schon, treue Helfer sein.

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