Rund 600.000 Euro netto wollen die Stadtwerke in die vor gut einem Jahr erworbene Wasserkraftanlage stecken. Foto: Fritsch

Land hat Programm auf Eis gelegt: Förderung für Umbauarbeiten am Wasserkraftwerk noch nicht durch.

Nagold - Der Baubeschluss ist gefallen. Doch das heißt noch lange nicht, dass nun bald mit den Arbeiten begonnen wird. Bei der Sanierung des städtischen Wasserkraftwerks Rentschler an der Nagold ist Geduld gefordert.

"Die große Frage ist, wann es losgeht." Peter Haselmaier vom Nagolder Tiefbauamt stellte diesen Satz gleich an den Anfang seiner Ausführungen in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses. Dabei ist die Stadtverwaltung offensichtlich gerüstet. "Die Ausschreibungen liegen schubladenfertig bereit", heißt es in der Sitzungsunterlage. Allein es fehlt der Förderbescheid. "Das Land hat sein Förderprogramm ›kleine Wasserkraft‹ auf Eis gelegt", informierte Haselmaier. Da hilft es auch nicht, dass die Stadtwerke den Förderantrag bereits im August vergangenen Jahres gestellt haben, noch ist nicht absehbar, wann das Förderprogramm wieder in Kraft tritt. Dem Vernehmen nach, gilt es Unstimmigkeiten zwischen der EU und dem Land zu klären.

Damit nicht genug. Erschwerend kommt hinzu, dass bei den Lieferzeiten für die Maschinenteile mit sehr langen Fristen zu rechen ist. "Die Generatorlieferzeit beträgt wegen der großen Nachfrage zwischen neun und zwölf Monaten", heißt es in der Sitzungsunterlage.

Mit dem Baubeschluss, den der Technische Ausschuss dennoch fällte, bekommt die Stadtverwaltung die Möglichkeit die Ausschreibungen für die Sanierungsarbeiten zu starten, sobald der Förderbescheid des Landes vorliegt.

Bis auf weiteres steht die Wasserkraftanlage Rentschler, mit der eigentlich jährlich rund 300 000 kWh Strom erzeugt werden kann, allerdings still. Wegen "erheblicher Sicherheitsmängel" wurde die Anlage auf Anordnung der Unfallkasse Baden-Württemberg im Herbst vergangenen Jahres außer Betrieb genommen. Dabei sprach Peter Haselmaier auch von "erheblichen Gefahren" für die Mitarbeiter.

Rund 600 000 Euro netto wollen die Stadtwerke in die vor gut einem Jahr erworbene Wasserkraftanlage stecken. Unter anderem ist die ökologische Durchgängigkeit nicht gegeben. Also wird eine aufwendige Fischtreppe gebaut. Doch auch in baulicher, maschinentechnischer und elektronischer Hinsicht sind Ertüchtigungen vorgesehen.