Nagold atmet auf: Der 200. 000 Euro teure Kreiselumbau beim Durchlass ist am Freitag abgeschlossen. Damit hat auch der Ausnahmezustand in der Marktstraße mit der rollenden Blechlawine ein Ende. Foto: Fritsch

Bewohner und Händler in Innenstadt atmen auf. OB zieht entspannt Bilanz. Poller in Marktstraße wird wieder Thema.

Nagold - Die Bewohner und Händler der Nagolder Innenstadt atmen auf. Die einwöchige Baustellenzeit, die der Marktstraße eine Blechlawine bescherte, geht morgen wie geplant zu Ende. Bei der Stadt denkt man aber schon weiter. Der Poller in der Marktstraße wird wieder zum Thema. "Unterm Strich alles gut." Nagolds Oberbürgermeister Jürgen Großmann kann nach dieser einwöchigen Ausnahmesituation, die sich dem Ende zuneigt, ganz entspannt Bilanz ziehen: "Wir sind erleichtert und froh, dass es keine Unfälle gab und keine brenzligen Situationen beim Einsatz der Rettungskräfte."

 

Auch die Straßenbaufirma, die den Kreisel beim Durchlass für 200.000 Euro ertüchtigte – der innere Pflasterring wurde unter anderem herausgenommen, um damit den Verkehr schneller zu machen – habe hervorragende Arbeit geleistet, meint das Stadtoberhaupt. Tiefbauamtsleiter Richard Kuon nahm das Unternehmen gegen laut gewordene Vorwürfe in Schutz, dass die Baustelle auch nachts durchführbar gewesen wäre,um damit die Baustellenzeit zu verkürzen: "Bei dieser Kleinteiligkeit mit Bordsteinen und Einlaufschächten kriegt man das nachts, sowohl was die Technik wie auch die Qualität anbelangt, nicht hin", erklärt Kuon. Pünktlich morgen um 10 Uhr soll die Baustelle beendet und damit die acht Tage währende Vollsperrung der Umgehungsstraße aufgehoben werden.

Lediglich in der Vorderen Kernenstraße werden die Arbeiten fortgesetzt: Dort wird nämlich dann – sowohl für den Busverkehr wie auch für die Feuerwehr – ein Poller eingebaut, der bei Bedarf heruntergefahren werden kann.

Just einer jener Poller übrigens, die zu Landesgartenschauzeiten für den Einbau in der Marktstraße vorgesehen und auch von der Stadt schon gekauft worden waren, aber nie installiert wurden. Stattdessen verschwanden die 15 000 Euro teuren Verkehrsstopper im städtischen Lager.

Wenn es nach OB Großmann geht, ist das letzte Wort in dieser Sache aber noch nicht gesprochen. Er steht in Gesprächen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe wegen der Umwidmung der Marktstraße. Rein rechtlich ist Nagolds Flaniermeile – trotz der gebauten Umfahrung – nach wie vor eine Bundesstraße und gehört damit der Bundesrepublik Deutschland. Eine Umwidmung würde bedeuten, dass die Stadt Eigentümerin der Marktstraße wird – mit all den Möglichkeiten, die sich mit der Änderung der Besitzverhältnisse ergeben würden. Inklusive der Option Poller beim Rathaus, die eine Durchfahrt durch die Marktstraße für den Verkehr nicht mehr möglich machen würde, gleichwohl bliebe die Innenstadt mit dieser Lösung anfahrbar.

Für Großmann hat diese einwöchige Ausnahmesituation mit der rollenden Blechlawine eines deutlich gemacht: "Die Menschen wissen, was sie an einer verkehrsberuhigten Marktstraße haben. Sie sehnen diese Nagolder Flaniermeile förmlich herbei."

Apropos flanieren: Morgen ab 13 Uhr gelten in der Innenstadt wieder die alten Spielregel, betont Ordnungsamtsleiterin Silvia Walz – " mit allen Konsequenzen." Will heißen: Von Freitagmittag bis Sonntagabend bleibt der Verkehr draußen. Wer dennoch durchfährt, muss mit einem Knöllchen rechnen. Der städtische Vollzugsdienst wird am Wochenende verstärkt im Einsatz sein, damit in Nagolds verkehrsberuhigter Zone wieder normale Zustände einkehren.