Tiefbauamtsleiter Richard Kuon ist sich sicher, dass eine Rampe vom neuen Fußweg zum Nagoldufer keinen Sinn gemacht hätte. Foto: Cools

Sanierung der Uferstraße am Seniorenzentrum Martha-Maria. An den Kosten liegt es laut Kuon nicht.

Nagold - Der Weg ist asphaltiert, die Treppe zur Nagold gebaut – was fehlt, sind nur noch ein Geländer und der Abschluss der Baumaßnahme. Doch so manchem stößt die Ausführung der Sanierung der Uferstraße am Seniorenzentrum Martha-Maria bitter auf.

Mit der Maßnahme soll das Ufer für die Älteren erlebbar gemacht werden. Ein guter Ansatz, doch für Menschen, die schlecht zu Fuß sind oder einen Rollator brauchen, sind die Stufen ein echtes Hindernis –­ so lautet zumindest der Vorwurf aus der Bevölkerung. Hätte man das Geld doch lieber in eine Rampe investiert, ist der Vorschlag manchen Bürgers.

Das wollen Oberbürgermeister Jürgen Großmann und Tiefbauamtsleiter Richard Kuon so nicht stehen lassen. Natürlich habe man diese Möglichkeit vorher in Erwägung gezogen, erklärt Kuon, doch es gebe fachliche Gründe, die gegen eine solche Rampe sprächen.

An den Kosten liegt es laut Kuon nicht

Zum einen dürfe die Steigung der Rampe maximal sechs Prozent betragen, sprich sechs Zentimeter pro Meter. Bei einem Gesamthöhenunterschied von 1,60 Metern und mehreren ebenen Ein-Meter-Zwischenplattformen müsste man die Rampe laut Tiefbauamtsleiter etwa 32 Meter lang bauen. Außerdem erfordere der Bau einer Rampe den Eingriff in die Böschung, beziehungsweise den Hang, denn man bräuchte Betonscheiben als Stützwände. Dabei müssten die unterirdisch Richtung Wasser reichenden Wurzeln der Bäume, die das Nagoldufer säumen, durchtrennt werden.

Des Weiteren sei mancher Baum geschützt und dürfe deshalb nicht abgeholzt werden. Dazu kommt, dass es sich beim Nagoldufer um einen Flora-Fauna-Habitat-Bereich handelt. "Wenn man in den Hang eingreift, dann muss man Ausgleichsmaßnahmen vornehmen", erklärt Kuon. Auch das wäre theoretisch kein Problem, jedoch sei es schwierig und auch wenig sinnvoll, etwa 40 Quadratmeter des Hanges anzugraben und dann stellenweise wieder zu verfüllen. An den Kosten läge es bestimmt nicht, versichert Kuon. Die Maßnahme würde in etwa 15.000 bis 20.000 Euro kosten.

Was den Nutzen für die älteren Menschen angeht, so wolle er sich nicht zu einer Einschätzung hinreißen lassen. Jedoch habe ihm eine ältere bewegungseingeschränkte Dame erzählt, dass sie zum einen ohne Begleitung ohnehin nicht zum Ufer gehen würde und zum anderen generell kein Interesse daran habe, hinunterzugehen, wo man stolpern oder ausrutschen könne. Auch im Winter könnte der Asphalt- oder Steinbelag einer Rampe zu Rutsch-Problemen führen. "Mit der Treppe haben wir die bessere Lösung gefunden", ist Kuon sich sicher.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: