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Nagold Autobahnzubringer L  361 wird voll gesperrt

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Die L 361 muss für vier Tage voll gesperrt werden. Foto: Kunert

Nagold - Es wird eine Herausforderung werden für alle Autofahrer in und um Nagold – aber es geht nicht anders: Ab Montag, 25. November, muss die L 361 (der Autobahnzubringer zur A 81) von der Ampel bei Möbel Schwab bis zur Abfahrt Wolfsberg für mindestens vier Tage wegen Baumfällarbeiten voll gesperrt werden.

Eine sehr aufwändige Sperrung, wie Michael Götz, Leiter der Straßenmeisterei Nagold des Landkreises Calw, und Klaus Kälber, Revierförster der Stadt Nagold, bei einem vor-Ort-Termin erläutern. Denn der Verkehr der in diesem Bereich täglich durchschnittlich rund 9500 Fahrzeuge wird weiträumig umgeleitet: aus Richtung Herrenberg über Unterjettingen nach Mötzingen, wo man wieder auf die hier L 1361 genannte Trasse geführt wird; aus Richtung Rottenburg / Autobahn über die K 4346 (Ausfahrt der L 1361 bei Mötzingen) in Richtung Iselshausen; und aus Richtung Calw und Altensteig in der Gegenrichtung ebenfalls über Iselshausen und die K 4336 zur Auffahrt Mötzingen der L 1361.

Der Grund für die dringenden, nicht aufschiebbaren Baumfällarbeiten: gut hundert Eschen, die beidseitig entlang der L 361 im Waldstreifen stehen, sind weitgehend abgestorben und müssen schnellstmöglich entnommen werden. Die teilweise noch recht jungen Bäume (sie wurden vor rund 30 Jahren gepflanzt) sind Opfer des sogenannten "Eschentriebsterbens", einer auch für Fachkreise noch relativ neuen Pilzerkrankung ("Falsche Weiße Stängelbecherchen").

Pilz eine Folge des Klimawandels?

Erst seit 2010 ist dieser Pilz bekannt, er soll, wie Förster Klaus Kälber erläutert, für Schäden an mittlerweile bis zu 95 Prozent des europäischen Eschen-Bestands verantwortlich sein. Es gibt zudem Vermutungen, dass sich der Pilz aufgrund der gestiegenen Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa durchsetzen konnte – das Eschentriebsterben also auch eine Folge des Klimawandels ist.

Besonders tückisch: "Der Pilz befällt nicht nur Kronen und Stamm, sondern auch das Wurzelwerk", wie Kälber weiter erklärt. Das führe dazu, dass die Standfestigkeit der Bäume rapide nachlasse. "Es drohen akuter Wind- und Schneebruch", weshalb man sich jetzt als letzte Konsequenz für den in diesem Bereich "komplett zerstörten Eschen-Bestand" für die sofortige Entnahme der geschädigten Bäume entschieden habe. "Aus Verkehrssicherungsgründen", so Götz und Kälber mit großem Nachdruck. Und weil man als Försterei und Straßenmeisterei "dem Gemeinwohl verpflichtet" sei. "Derart kaputte Bäume sind halt eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben!"

Bäume fallen in Richtung Straße

Natürlich habe man geprüft – als klar war, dass man um die große Baumfällaktion nicht herum kommen werde – ob man auch mit einer Teilsperrung der L361 zurechtkommen würde. Aber diese Idee wurde schnell verworfen, als man sich die Höhe der Bäume und die mögliche Art der Entnahme genau angeschaut habe. "Wir haben hier in diesem Bereich keine Infrastruktur, um die Bäume in den Wald hinein zu entnehmen" – wie zuletzt bei einer vergleichbaren Aktion entlang der B 463 im Bereich Pfrondorfer Mühle geschehen, wo man mit einer halbseitigen Sperrung zurechtkam. Hier, an der L 361, würden die zu fällenden Bäume immer in Richtung der Straße fallen – was "eine Schutzzone beim Fallen der Bäume von mindestens der doppelten Baumlänge" braucht.

"Daher kommen wir um die Vollsperrung nicht herum." Zumal, wenn so ein Baum tatsächlich bei fließendem Verkehr in Richtung einer Straße fallen würde, "man immer den Ausweichreflex der Autofahrer" hätte – ein weiteres, unkalkulierbares Risiko, dass man nur mit einer Vollsperrung vermeiden könne. "Wir wissen, dass das eine riesen Herausforderung für die Autofahrer wird", so Kälber und Götz. "Gerade an dem Montagmorgen", 25. November, wenn die Vollsperrung startet. "Aber wir bitten die Autofahrer und Pendler wirklich um Verständnis, denn diese Sperrung erfolgt absolut zu ihrer eigenen Sicherheit."

Auch andere Forstarbeiten werden erledigt

Da man die L 361 also sowieso wegen der Eschen sperren muss, will man die Sperrung aber auch nutzen, um auch gleichzeitig "alle anderen Forstarbeiten, die in diesem Abschnitt aktuell anstehen", mit abzuarbeiten. "Die Herstellung des Lichtraumprofils in diesen Bereich" zum Beispiel. "Lichtraumprofil" meint: "Der minimale Abstand der Bäume zur Straße" – der soll mindestens 1,5 Meter betragen. "Und der Mindestabstand der Straße zu den Bäumen nach oben" – der 4,5 Meter nicht unterschreiten dürfe. Auch dafür werde man Bäume im Bestand stutzen oder auch ganz entnehmen müssen.

Den Abschluss der Maßnahme – die nach gegenwärtigen Stand der Planung eine Dauer von vier Tagen nicht überschreiten sollte – werde der Einsatz der großen Häckselmaschine sein: Alle gefällten, kranken Bäume werden noch vor Ort zu Hackschnipseln verarbeitet, die dann einer energetischen Verwendung zugeführt werden sollen. Deren Erlöse aber – gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Preisverfalls auf dem Holzmarkt – bei weiten nicht zur Deckung der Kosten der Baumfällaktion reichen würden, wie Klaus Kälber erklärt. "Solche Schutzmaßnahmen sind für die Stadt Nagold als Waldbesitzer leider immer ein Zuschussgeschäft."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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