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Nagold Aufbau der großen Eisbahn hat begonnen

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Mitarbeiter einer Veranstaltungs-Firma verlegen die Kühlschläuche, die das Wasser in Eis verwandeln sollen. Foto: Fritsch

Nagold - Die Freude wird groß sein, wenn die Eisbahn auf dem Nagolder Longwy-Platz am Donnerstag ab 18 Uhr feierlich eröffnet wird. Doch zunächst müssen viele Helfer noch den Aufbau bewältigen. Wird der Start ohne Komplikationen gelingen?

Etwas nervös wirkt der groß gewachsene Mann in der roten Jacke, auf der in gut lesbaren Lettern die Aufschrift "Eismeister" prangt. Unentwegt ist er am Telefon oder im direkten Kontakt mit seinen Mitarbeitern. Während der Gespräche lässt er seinen Blick über den Longwy-Platz schweifen, verschafft sich einen Überblick über die aktuelle Lage. Es ist Montagvormittag, kurz nach 11 Uhr am Ufer der Waldach. Eigentlich sollte der Aufbau der Eisbahn hier schon längst begonnen haben. Doch noch stehen die vielen Helfer untätig herum und der "Eismeister" scheint ob des nicht vorhandenen Eises fehl am Platz zu sein.

"Wir sind bereits über drei Stunden im Verzug. Die komplette Eisbahn fehlt noch", ärgert sich der Mann mit der roten Jacke und der verheißungsvollen Aufschrift.

Der Aufbau gerät unfreiwillig ins Stocken

Christoph Römmler ist Geschäftsführer der Eventagentur Karo Events aus Teningen bei Freiburg. Er ist der Veranstalter der ersten Nagolder Eisbahn und als solcher verantwortlich für den reibungslosen Betrieb. Doch seine Helfer können noch nicht anfangen, die Eisfläche herzurichten. Von dem Lastwagen, der die Einzelteile der Bahn um 8 Uhr anliefern sollte, fehlt jede Spur. Der Spediteur versichert zwar, dass der LKW unterwegs ist, doch der Fahrer ist telefonisch nicht zu erreichen. Bereits vor einer Woche hatte die Spedition die Eisbahn aus Österreich geholt, um sie pünktlich anliefern zu können. Bislang ohne Erfolg.

"Der ganz normale Wahnsinn", konstatiert Römmler mit einem leichten Grinsen. Aber er lässt sich noch nicht aus der Ruhe bringen: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", sagt er, wobei sein Grinsen breiter wird. Diese Fähigkeit, einen kühlen Kopf zu bewahren, auch wenn nicht alles glatt läuft, hat er sich wohl mit seiner Erfahrung erarbeitet. Die Bahn in Nagold ist bereits die 16. ihrer Art, die er aufbaut. In den Orten Müllheim und Emmendingen betreut er die Events schon seit Jahren. "Es wäre eher ungewöhnlich, wenn beim ersten Mal alles auf Anhieb klappt", erzählt der Organisator. Das werde aber mit den Jahren besser.

Er hat den Satz noch nicht ganz ausgesprochen, als zwei seiner Mitarbeiter angelaufen kommen. "Wenn Sie jetzt hier stehen und nicht arbeiten, gehe ich davon aus, dass es ein Problem gibt?", fragt er die beiden Männer. Kopfnicken. Nach einem kurzen Austausch ist klar: Den beiden Bühnenarbeitern sei gesagt worden, dass sie ihre Arbeit umgehend einstellen müssten und die Bühne erst zwei Tage später aufbauen dürften. Der Netzbetreiber könne sonst nicht ordnungsgemäß den notwendigen Stromanschluss verlegen. "Das geht nicht", widerspricht Römmler und eilt den beiden zur Hilfe.

Derweil erklärt sein Kollege Martin Müller, der die Veranstaltung mit organisiert hat, wie die Eisbahn technisch realisiert wird. Denn wo bei einigen Graden über dem Gefrierpunkt der benachbarte Fluss noch munter vor sich hin plätschert, sollen bald Eisläufer ihre Runden drehen können. "Wir haben hier in der vergangenen Woche zunächst einen stabilen Zeltboden mit Holzpaneelen als Basis aufgebaut. Dieser absolut ebene Untergrund ist wichtig, damit sich das Wasser später gleichmäßig verteilen kann.", berichtet Müller. "Auf den Zeltboden kommt dann eine wasserundurchlässige Folie und auf dieser wiederum legen wir dünne Schläuche aus, die mit einem Pumpenaggregat verbunden sind", erklärt Müller weiter.

Das Aggregat pumpe dann eine Flüssigkeit mit einer Temperatur von etwa Minus zehn Grad Celsius durch den angeschlossenen Kreislauf. Da Wasser bei dieser Temperatur erstarren und nicht mehr fließen würde, wird hierfür ein Glykol verwendet – ein Alkohol, der auch als Frostschutzmittel Verwendung findet. Das Pumpenaggregat sei dabei sowohl für den Fluss als auch für das Herunterkühlen der Flüssigkeit zuständig.

Da die Flüssigkeit bei Umgebungstemperatur in Tanks angeliefert werde, dauere es etwa drei bis vier Stunden, bis sich das Glykol im Kreislauf verteilt habe und auf Betriebstemperatur sei, so Müller. Dann beginnt das eigentliche "Eis machen". "Dafür sprühen wir mit einer Art Gartenschlauch gleichmäßig Wasser auf die Fläche, bis sich etwa zwei bis drei Millimeter Wasser auf den Kühlschläuchen aufgetürmt haben. Durch die Dünne der Schicht, friert sie innerhalb von zwei bis drei Minuten komplett durch", berichtet Müller. Optisch könne man das daran erkennen, dass das Wasser dann nicht mehr klar, sondern matt sei, veranschaulicht der Experte.

Ein Glykol lässt das Wasser erstarren

Dieses Prozedere wiederhole man Schicht für Schicht, oft über mehrere Tage, bis sich am Ende eine Gesamtdicke von etwa zehn Zentimetern ergebe. Mit diesem Teil der Arbeit wird das Team um Eismeister Römmler am späten Abend beginnen und die ganze Nacht durch arbeiten. Anschließend werde mit einem großen Eisschieber die Oberfläche der knapp 330 Quadratmeter großen Bahn geglättet und damit sei die Bahn einsatzbereit. "Wenn es in der Eisbahnsaison viel Niederschlag hat, kann die Schicht auch gut und gerne auf 15 Zentimeter anwachsen", verrät Müller.

Der Abbau funktioniere nach dem umgekehrten Prinzip: Dafür werde das Glykol auf zehn bis 20 Grad Celsius erwärmt, sodass die Eisdecke langsam von unten zu schmelzen beginnt und an den Rändern abläuft. Über die Nacht sei das Eis dann komplett verschwunden und die etwa 33 000 Liter Wasser, was etwa 220 durchschnittlichen Badewannen-Füllungen entspricht, sickern nach und nach zurück in die Kanalisation. "Bis zu einer Außentemperatur von 18 Grad Celsius können wir die Eisbahn problemlos betreiben", erklärt Müller. Bei einer höheren Temperatur schaffe es das Aggregat nicht mehr, das Glykol ausreichend herunter zu kühlen.

Als Christoph Römmler aus dem Gespräch zurück kommt, ist das Problem behoben und die Bühnenarbeiter gehen wieder ihrer Arbeit nach. Trotz all der Widrigkeiten blickt der Geschäftsführer von Karo Events der Eröffnung gelassen entgegen. Nur weil sich der Zeitplan um einige Stunden nach hinten verschiebe, sei die Eröffnung nicht in Gefahr – dafür aber die Nahrungsversorgung: "Für mich gibt es heute wohl kein gemütliches Abendessen, sondern nur einen Schnellimbiss", schildert Römmler. Doch wie es der Zufall so will, trudelt in diesem Moment der Laster ein. Es ist kurz nach halb 12. Die Arbeiter können loslegen.

Die Eisbahn auf dem LongwyPlatz ist von Donnerstag, 29. November 2018, bis Sonntag, 6. Januar 2019, in Betrieb.

Die feierliche Eröffnung durch Oberbürgermeister Jürgen Großmann findet am 29. November um 18 Uhr statt.

 Preise:

Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: vier Euro, Erwachsene: fünf Euro, Leihgebühr Schlittschuhe: vier Euro, Lernpinguin (je halbe Stunde): zwei Euro

Ermäßigte Preise (Für Schulen und Vereine ab zehn Personen): Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre: 2,50 Euro, Erwachsene: 3,50 Euro, Leihgebühr Schlittschuhe: 2,50 Euro

 Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 14 bis 20 Uhr; Samstag, Sonntag und Ferientage von 11 bis 20 Uhr.

Gastronomie täglich bis 21 Uhr

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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