Auch die Volkshochschulen – hier die Leiterin der VHS Oberes Nagoldtal, Angela Anding (rechts) – konnten sich bei den Frauenwirtschaftstagen in Nagold am Wochenende nicht über mangelndes Interesse beklagen. Foto: Trommer Foto: Schwarzwälder-Bote

Großer Zuspruch für die dritten Frauenwirtschaftstage in der Agentur für Arbeit Nagold

Von Dorothee Trommer Nagold. "Machen wir doch was wir wollen!" hieß es selbstbewusst am Samstag in Nagold. In der Agentur für Arbeit trafen sich beim dritten Frauenwirtschaftstag viele Frauen, um über ihre Ziele, Berufserfahrungen, ihre Wünsche nach Veränderung oder ihre Chancen auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben zu sprechen und Rat und Hilfe zu bekommen.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Finanzbürgermeister Hagen Breitling und dem Leiter der Agentur für Arbeit Nagold, Jürgen Schwab, gab es erst einmal ein gemeinsames Frühstück zum Kennenlernen. Der Impulsvortrag von der Coaching-Expertin Stefanie Mann begeisterte die Besucher sowie die Veranstalter und Aussteller auf der Bildungsmesse. In ihrem Programm stehen sowohl Business Coaching, aber auch Themen wie "Emotionsmanagement". Ein kurzes Hineinhören in die Workshops zeigte deutlich, dass die Frauen sich hier intensiv austauschten und beraten ließen. Rebekka Sanktjohanser und Anja Maisch, die Gründungsberaterinnen der IHK Nordschwarzwald, saßen mit einer Gruppe Frauen zusammen, und es ging gerade um das Thema, wie viel man (frau!) sich zutraut.

proDi, ein Unternehmen des Berufsförderungswerks Schömberg, bot ganz konkrete Hilfestellung an: An drei Tischen wurden Bewerbungsmappen gecheckt, und das Interesse war so groß, dass dort regelmäßig Schlangen waren.

Bei Kreishandwerksmeisterin Roswitha Keppler ließen Frauen sich Tipps zur Farb- und Stilberatung geben, da saß schon eine Gruppe in Größe einer Schulklasse zusammen, und überall herrschte gute Laune. Annette Scheer vom Diakonischen Institut in Calw beriet die Frauen zu der Ausbildung zum, oder zur, staatlich anerkannten Altenpflegerin.

Jutta Wiesner und Regine Michel von der Annemarie-Lindner-Schule Nagold stellten an ihrem Stand das Berufskolleg für Sozialpädagogik vor. Auch sie waren mit dem Besuch sehr zufrieden. Frauen jeden Alters kamen und stellten Fragen zu dem Bildungsangebot – junge Mädchen, ältere Frauen, Frauen in Arbeitsverhältnissen, alle waren angesprochen.

Die Volkshochschulen im Agenturbezirk Nagold waren vor Ort und hatten teilweise einen solchen Andrang an ihrem Stand, dass sie es gerade noch bewältigen konnten. Mit zertifizierten Bildungsmaßnahmen, welche bei den Arbeitgebern bekannt sind und Argumente für eine Chance zu einer Anstellung liefern können, helfen sie auf dem Weg in eine neue berufliche Zukunft. "Wir helfen auch bei dem Wunsch nach einer kompletten Neuorientierung", so Angela Anding, die Leiterin der VHS in Nagold.

Frauen an die Macht – das musste an dieser erfolgreichen Veranstaltung niemand mehr fordern, es war zu spüren, dass da ein großes Potenzial an Energie vorhanden ist, das sich dank der Unterstützung all der engagierten Menschen am Frauenwirtschaftstag sicherlich in konkrete Projekte wie eine Existenzgründung, den Besuch einer Schulungsmaßnahme oder den Beginn einer Berufsausbildung umwandeln lässt. Einer der wenigen Männer, Jörg Burkhardt vom Internationalen Bund, stellte unter anderem das Angebot der Beratung für allein erziehende Frauen und Männer vor.

Monika Kalmbach, die im Jobcenter in Nagold als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt tätig ist, war über den Verlauf der Veranstaltung sehr erfreut. "Der Bedarf nach einer solchen Bildungsmesse ist enorm, das konnten wir wieder an den vielen Besucherinnen erkennen."