In Hochdorf sollen zwischen der B 463 und der Albblickstraße 153 neue Bauplätze entstehen. Foto: Fritsch

Informationsabend zum Wohngebiet "Hochdorf Ost II". Pläne stoßen auch auf Ablehnung.

Nagold-Hochdorf - Das Baugebiet "Hochdorf Ost II" sorgt für Redebedarf. In der Daxburghalle versammelten sich rund 200 Bürger zu einer Informationsveranstaltung. Oberbürgermeister Jürgen Großmann stellte sich den Fragen der Anwesenden.

Eine Veranstaltung dieser Art sei so früh in der Planungsphase nicht üblich, erklärte Großmann. Doch weil Diskussionsbedarf bestehe, habe man diesen Informationsabend zum Baugebiet "Hochdorf Ost II" organisiert. Etwa 200 Personen waren anwesend.

Auf einer Fläche von etwa 8,4 Hektar sollen zwischen der B 463 und der Albblickstraße 153 Bauplätze entstehen. Dadurch werde Wohnraum für 528 Personen geschaffen, wie Rudolf Hage von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung, die von der Stadt Nagold mit dem Projekt beauftragt wurde, erklärte.

Der Plan sieht vor, dass ein diverses Angebot an Wohnmöglichkeiten aufgestellt wird. Neben Einfamilienhäusern oder Reihenhäusern sollen beispielsweise auch Geschosswohnungen gebaut werden. Ralf Fuhrländer, Leiter des Stadtplanungsamts, versicherte allerdings dass es keine Hochhäuser geben wird. Ziel sei es, das neue Baugebiet "so anzudocken, dass respektiert wird, wer schon da ist". Fuhrländer zeigte den Anwesenden dazu auch einen dreidimensionalen Plan vom Baugebiet.

Die geplante Dichte an Einwohnern liege unter dem Regionalplan

Dieser Plan bereitete einigen Anwesenden allerdings Sorgen. Das angrenzende Wohngebiet sehe auf dem Plan schön aus, weil es nicht so verdichtet sei, meinte eine Bürgerin. Nun werde aber ein dicht bebautes Wohngebiet nebenan gebaut. Großmann erwiderte, dass man heutzutage mit verfügbaren Flächen verantwortungsvoller umgehen müsse. Eine Bebauung dieser Art sei ökonomisch und ökologisch sinnvoller. Es sei zudem davon auszugehen, dass die Flächen nicht mit einem Schlag bebaut werden. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Hage, dass der Regionalplan eine Dichte von 80 Einwohnern pro Hektar vorgibt. Im Gebiet "Hochdorf Ost II" liege die Einwohnerdichte darunter.

Ein weiterer Streitpunkt an diesem Abend war der Bevölkerungszuwachs, den die neuen Wohnräume verursachen könnten. Etwas mehr als 2000 Einwohner hat Hochdorf derzeit. Über 500 neue Einwohner würden einen Zuwachs von rund 25 Prozent in den kommenden Jahren bedeuten.

Solch ein Zuwachs in kurzer Zeit sei keine gesunde Entwicklung, meinte einer der Anwesenden. "Was bringt diese Ortvergrößerung für die Hochdorfer?", fragte er. Großmann erwiderte zunächst, dass noch nicht klar sei über welchen Zeitraum sich dieser Zuwachs erstrecken werde. Der Vorteil für die Hochdorfer sei die damit einhergehende Entwicklung der Infrastruktur. "Für die Infrastruktur brauchen wir ein gutes Wachstum. Für die Kitas, für die Schulen, für alle weiteren öffentlichen Einrichtungen."

Ein Bürger stellte infrage, inwiefern die Bauplätze ein Angebot für die Hochdorfer sein sollen. Seiner Ansicht nach würden eher Auswärtige, beispielsweise aus Stuttgart oder Böblingen dort billig bauen wollen. Für die kommenden Hochdorfer Generationen werde es dann keine Bauplätze mehr geben meinte ein anderer.

Großmann stellte zunächst klar: "Wir machen das für die Nagolder. Wir sind eine Stadt." Des weiteren könnten auch Auswärtige dort bauen, aber bei der Vergabe der öffentlichen Bauplätze habe der Gemeinderat und der Ortschaftsrat eine entscheidende Rolle und könne Vergabekriterien bestimmen.

"Der Dorfplatz soll das Zentrum von Hochdorf neu definieren"

Nicht alle sahen die Baupläne so kritisch. Man solle auch der nächsten Generation die Möglichkeit zum Bauen geben, meinte einer der Anwesenden. Denn "diejenigen, die sich zu Wort melden, waren auch dankbar, dass sie einen Bauplatz bekommen haben." Das Gebiet soll laut Großmann frühestens ab 2023 oder 2024 bebaubar sein.

Das andere Thema an diesem Abend war der Dorfplatz, der am neuen Seniorenzentrum entstehen soll. "Der Dorfplatz soll das Zentrum von Hochdorf neu definieren", sagte Fuhrländer. Er solle einen Mittelpunkt für die Bürger darstellen. Zugleich soll die Verkehrslage etwas beruhigt werden. Laut Großmann ist eine Begrenzung auf 30 Stundenkilometer an dieser Stelle vorgesehen. Der Platz soll gepflastert sein und mit Grünflächen und Bäumen verschönert werden. Er werde zur gleichen Zeit wie das Seniorenzentrum fertig gestellt, so Fuhrländer.