Auch in der Großen Kreisstadt Calw wurden Kränze zum Volkstrauertag niedergelegt. Dieter Kömpf, Stellvertreter des Oberbürgermeisters Ralf Eggert, fragte sich in seiner kurzen Rede, was die Staaten der Welt aus den verheerenden Kriegen gelernt hätten, wenn man sich heute umschaue. "Dieser Tag ist da zum Innehalten und Nachdenken. Denn Frieden ist nicht selbstverständlich", mahnte Kömpf. Christel Steffek vom VdK-Sozialverband sah das genauso und fügte hinzu: "Der Krieg hinterlässt Millionen Tote und Lebende, deren Seelen tot sind." Deshalb müsse man Frieden schaffen und erhalten. Das sei die alltägliche Aufgabe eines jeden Bürgers. Bei der Gedenkfeier in Nagold mahnte Oberbürgermeister Jürgen Großmann angesichts der Tatsache, dass aktuell "Gespenster der Vergangenheit wieder ihre Häupter erheben", sich für Frieden und Menschenrechte einzusetzen. Er rief die Bürger dazu auf, der "Sprache der Gewalt" und der "Verrohung der Gesellschaft" zu widerstehen. Schüler der Nagolder Christiane-Herzog-Realschule, die mit Lehrer Gabriel Stängle zur Nazizeit forschen, gaben den Nagolder Opfern der Kriege konkrete Namen – vom Soldaten über zivile Opfer bis zum Zwangsarbeiter und Polenkind. In Bad Wildbad wurde die Feierstunde zum Volkstrauertag, die in den vergangenen Jahren beim Ehrenmal abgelaufen ist, nach dem Gottesdienst in der Stadtkirche mit Pfarrer Thomas Föll wegen des Regens in die Friedhofshalle verlegt. So lange wie jedes Jahr neue Opfer von Gewalt zu beklagen seien, brauche man diesen Gedenktag, sagte Bürgermeister-Stellvertreterin Ursula Jahn-Zöhrens in ihrer Ansprache. Sie forderte dazu auf, jeglicher Art der Menschenverachtung entgegenzutreten. Der evangelische Pfarrer Thomas Föll betonte in seiner Ansprache, der Volkstrauertag heute stehe für Friede, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit und müsse deshalb beibehalten werden. Das Gedenken an die Toten sei Anlass, aus der Vergangenheit zu lernen. Fotos: Ziegelbauer, Bernklau, Buck