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Nagold Alles beginnt im "Café Koch"

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Gretel und Jakob Wirth feiern diamantene Hochzeit.  Foto: Rennig Foto: Schwarzwälder Bote

Nagold-Hochdorf. Als sie sich kennen lernten, hatte Jakob Wirth schon eine schmerzliche Odyssee auf seinem Lebensweg hinter sich, doch im Schwäbischen, vor allem mit seiner Frau Gretel, hat er schon lange eine gute Heimat gefunden. Am Mittwoch, 23. September dürfen die beiden ihre diamantene Hochzeit begehen.

Vorfahren aus der Pfalz

Jakob Wirths Vorfahren waren aus der Pfalz ins heutige Rumänien gekommen, doch die politischen Ereignisse erforderten dann, dass Deutsche "umgesiedelt" werden sollten: Die Familie kam in ein Lager nach Österreich, und so wurde Jakob Wirth erst einmal dort eingeschult. Von 1942 bis 1945 lebte die Familie dann im Kreis Bielitz/Oberschlesien. Der Vater wollte seine Frau, die Großmutter und die Kinder wieder nach Österreich holen, doch bei einem Tieffliegerangriff auf den Zug verlor Jakob Wirth nicht nur seine Großmutter, sondern zwei seiner Geschwister waren damals schon früh verstorben. Mit nur einem sprichwörtlichen Fädchen auf dem Leib wurde die Familie von Bauern in der Nähe aufgenommen, bis sie in einer Nacht- und Nebelaktion mit drei Handwagen über die Grenze nach Niederbayern und schließlich Österreich weiterzogen, wo sie bis 1949 lebten. Kaum hatte er das 7. Schuljahr beendet, musste Jakob Wirth schon in die Lehre: Auswahl gab es damals keine, und so wurde er Schumacher. Über weitere Stationen kam Jakob Wirth nach Vollmaringen, wo er die Lehre beendete und auch den Busführerschein machte. Ab 1954 fand er dann eine Anstellung bei Daimler, blieb der Firma 38 Jahre lang treu, war aber an Wochenenden viele Jahre für die ortsansässige Busfirma unterwegs.

Manchmal ging er samstags mit Freunden nach Nagold, und weil ihn ein Kinobesuch wenig reizte, hielt er sich dann gerne im damaligen Café Koch auf, ohne zu ahnen, dass dies für sein weiteres Leben ein großes Glück werden sollte – durch die Begegnung mit seiner späteren Frau, Gretel Rauser. Die Landwirtstochter aus Hochdorf wäre gerne Friseurin geworden, doch die Mutter bestand darauf, dass das Mädchen ihr zur Hand ging und auch hauswirtschaftliche Dinge bei ihr perfekt lernte.

Das Kino als Abwechslung

Zu den wenigen Abwechslungen für Gretel Rauser, die dann in Stellung war, gehörte ein Kinobesuch am Wochenende. Weil sie sich eines aufdringlichen Verehrers zu erwehren hatte, flüchtete sie nach der Kinovorstellung ins Café Koch, wo Jakob Wirth ihre missliche Lage erkannte und ihr Schutz und Begleitung anbot. Obwohl sie danach zunächst kaum Kontakt hatten, entwickelte sich nach einer weiteren zufälligen Begegnung allmählich eine tiefere Verbindung zwischen den beiden, die 1960 mit dem Bund fürs Leben besiegelt wurde. Das Jubelpaar erinnert sich, dass die Anfänge nicht leicht waren, zumal sie verschiedenen Konfessionen angehörten. Auf dem Grundstück von Gretel Wirths Eltern errichtete das Jubelpaar 1987 das jetzige Haus, nachdem eine ehemalige benachbarte Bäckerei den Flammen zum Opfer gefallen war. Auch Sohn Jürgen lebt mit seiner Familie im Haus, das Jubelpaar freut sich über den engen Kontakt mit den beiden Enkeln und die Hilfe des Sohnes im Garten und bei der Hühnerhaltung.

Bis vor etwa fünf Jahren hatten die Wirths auch Pferde und ritten gerne aus. Immer wieder fuhren sie nach Österreich in Jakob Wirths ehemalige Heimat, wo Freundschaften entstanden sind und sie sogar ihre goldene Hochzeit feierten.

Den heutigen Hochzeitstag möchte das Jubelpaar mit den drei Kindern und ihren Familien in aller Ruhe verbringen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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