Heinrich del Core trat im Hof der Alten Seminarturnhalle mit seinem Programm „Glück g’habt!“ auf. Foto: Sabine Stadler

Heinrich del Core beglückte sein Nagolder Publikum im Hof der Seminarturnhalle mit irrwitzig komischen Alltagsgeschichten.

„Glück g’habt!“ lautet der Name des aktuellen Programms, mit dem Kabarettist Heinrich del Core beim Open-Air-Programm „Nagold Alive“ den Hof der alten Seminarturnhalle füllte. Bei seinem Auftritt beleuchtete er charmant, sympathisch und frei von Allüren bisweilen triviale Alltagssituationen und brachte sein Publikum damit herzhaft zum Lachen.

Auf seiner Reise durch den Alltag testete Heinrich del Core, wie üblich in roten Lackschuhen unterwegs, an seinem Nagolder Publikum Geschichten aus seinem bevorstehenden Programm. In der Weihnachtszeit wird er mit neuen Geschichten rund ums Fest in 22 Städtchen unterwegs sein. Punkte von eins bis 10 vergab er auf seinem Script anhand der Lacher, die seine Storys bei den Zuschauern bewirkten. Darunter auch eine Geschichte rund um den Stress beim Weihnachtsessen gemeinsam mit einer Veganerin.

Verneigung vor hupenden Autos

Dass Heinrich del Core sein Programm „Glück g’habt!“ vor Coronabeginn nur achtmal auf die Bühne bringen konnte und er während der Pandemiezeit vor hupenden Autos auftrat, veränderte ihn. „Seitdem verneige ich mich an roten Ampeln, wenn einer hupt und biete Autogramme an“, erzählt er.

Der schwäbische Dialekt und die unzähligen Schimpfwörter samt ihren Steigerungen, wie beispielsweise „Daggel“, „Halbdaggel“ bis hin zum „Grasdaggel“, ermunterten ihn zu einer Art Deutschstunde. Vor allem die von den Schwaben ohne Subjekt und Prädikat gebildeten Sätze rund um „woisch“, bei denen grammatikalisch Welten aufeinanderprallen, sorgten für ausgelassene Lacher.

Sympathie mit einem Einbrecher

Dass Lauch auch als Porree bezeichnet wird und sich der Kabarettist beim Einkaufen immer an der falschen Kasse anstellt, behielt er auch nicht für sich. Bei den in sich abgeschlossenen Geschichten aus dem Alltag spielte auch ein Urlaubserlebnis mit Frau und den drei erwachsenen Kindern auf einer mexikanischen Insel vor Cancun eine Rolle. Dort sympathisierte er zum Leidwesen seiner Familie mit einem Einbrecher.

Sein Publikum durfte eine weitere Kostprobe aus seinem neuen Weihnachtsprogramm „Advent, Advent…und alles rennt“ hören, darunter auch seine Überlegungen zum Gendern des Wortes „Schneemann“. Handys als Fluch und Segen, da sie öfter gestreichelt werden als die eigene Frau, und eine App fürs E-Bike hielten in sein Programm ebenfalls Einzug und sorgten für viel Gelächter im Hof der Seminarturnhalle.

Erkannt am „Wanderhoden“

Mit einem Verbalrülpser während einer Polizeikontrolle gegenüber einem Polizisten, der ihn letztlich an seinem „Wanderhoden“ erkannte, ging es in deutschen Schlafzimmern weiter. Er ging der Frage nach, inwiefern dort „mehr geschnarcht als geschnackselt“ werde und präsentierte einen magnetischen Ring gegen „Rhonchopathie“, sprich gegen die nächtliche Unterhaltung durch Schnarchen. Dass Männer vieles im Verborgenen halten, war ein wahrer Höhepunkt der Bühnenshow von Heinrich del Core.

Die als „After-Show-Party“ deklarierte Darmspiegelung in allen noch so kleinen Details samt „affengeilem“ Dämmerschlaf dank Narkosemittel „Propofol“ glich einer Aufklärungskampagne samt Hinweis auf das Wahrnehmen dieser wichtigen Vorsorgeuntersuchung.

Autogramme zum Abschied

Mit einem Gedicht übers Glück und Dank an das Team der Seminarturnhalle für die tolle Organisation klang die Show aus, gefolgt von einer Zugabe Sequenzen aus gesammelten Schülertexten. So beispielsweise „das Gehirn ist ein sensibles Organ, manche benutzen es selten“ oder „wer genug vom Liebhaben hat, heiratet.“ Unter viel Applaus und anschließender Autogrammstunde verabschiedete sich Heinrich del Core in die Nagolder Sommernacht.