Die Reiseunterlagen sind abgeholt, am heutigen Dienstag geht der Flug nach Kalifornien. Tamara Gall, Markus Stern und Werner Gall drücken Markus Strinz (Mitte) die Daumen für das "Race Across America"., das am 16. Juni beginnt. Foto: Staiger

Vollmaringer startet beim härtesten Rad-Marathon der Welt. Streckenpaten gesucht.

Nagold - Heute hebt Markus Strinz ab in Richtung Kalifornien. Er hat sich vorgenommen, das "Race Across America", einen fast 5.000 Kilometer langen Rennradmarathon, in weniger als zwölf Tagen zu meistern.

"Das Rennrad-Fahren ist für mich eigentlich eine späte Berufung, vor allem der Marathon als Einzelwettkampf fasziniert mich", erklärt der durchtrainierte Vollmaringer, der sich vor 16 Jahren aufs Fahrrad setzte und seither vom Sport begeistert ist.

Radmarathon, das bedeutet in der Regel eine Wettkampfdistanz von 250 Kilometern. Das "Race Across America" hingegen übersteigt die Grenzen der Vorstellungskraft eines Radsport-Laien. Nicht einmal der berühmte Iron-Man-Wettkampf sei so hart, meint Strinz. Über eine Distanz von 4800 Kilometern werden insgesamt 30 000 Höhenmeter überwunden – das ist fast der Erdumfang. Nicht zuletzt die Rocky Mountains und die Appalachen sind harte geografische Barrieren, die sich dem mutigen Radler entgegenstellen werden, auch der Wüstenstaat Nevada wird parallel zum Death Valley durchfahren.

Strinz sucht Streckenpaten

Wie kommt ein Amateur-Radsportler auf die Idee, sich solchen Strapazen auszusetzen? Die sportliche Herausforderung ist nicht der einzige Grund für Markus Strinz, die USA von Kalifornien bis nach Maryland zu durchradeln. Er sammelt für das Projekt eines stationären Hospizes in Nagold. Die Strecke ist aufgeteilt auf 55 Kontrollposten zur Zeitmessung. Passend zu diesen Streckenabschnitten sucht Strinz nun Streckenpaten. Mit einer Spende von 50 Euro ist man dabei, gerne darf es auch ein wenig mehr sein. Die Spende wird ausschließlich dem Nagolder Hospiz-Projekt zukommen. Strinz finanziert seine eigenen Auslagen selbst und über Sponsoren.

Die Kosten dürften nicht gerade gering ausfallen. Ein Tross von fünf Begleitern – einschließlich Leibarzt – folgt ihm, mit Auto und Wohnmobil. Drei Fahrräder samt Ersatzteilen werden mitgeführt. Sein bestes Stück ist eine Spezialanfertigung seines Lieblings-Mechanikers, der bei einem angesehenen Calwer Radkonstrukteur arbeitet. Das Leichtgewicht lässt sich selbst mit einem linken Frauenarm noch anheben, und ist aus gehärtetem, spezialbeschichtetem Aluminium gefertigt. "Es könnte theoretisch noch leichter sein, aber für die Erschütterungen auf der Strecke muss es genügend Stabilität aufweisen", erklärt Strinz.

Ein Jahr hat sich "Max", wie seine Freunde ihn nennen, auf diese Herausforderung vorbereitet. Nicht nur die Qualifikation – 720 Kilometer in 30 Stunden zu fahren – gehörte dazu. Von einer guten Organisation hängt das Gelingen des Projektes ebenso ab. Da half ihm der befreundete Reisebüroinhaber Werner Gall aus Nagold mit seinem Team. Flüge mit Sondergepäck und Wohnmobile, die nicht mehr an ihren Ausgansort rücküberführt werden, das sind Buchungen, die ein Laie nicht eben so en passant per Internet tätigen kann, ganz zu schweigen von den Spezialversicherungen.

Der letzte Koffer ist gepackt und die Nervosität gemeistert, bis auf ein wenig Reisefieber. Jetzt heißt es nur noch: Daumen drücken für Markus Strinz und für die Initiative für ein stationäres Hospiz.

Weitere Informationen:

www.team-strinz.de

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