Eine besorgte Leserin meldet vermehrte Nagetier-Sichtungen auf dem Gelände des Unternehmens Emil Färber. Doch ist dies wirklich ein spezifisches Problem des Schlachthofs? Unsere Redaktion hat beim Betrieb nachgefragt.
Das Unternehmen Emil Färber betreibt in Baden-Württemberg und darüber hinaus insgesamt 24 Schlachthöfe. Dazu gehört auch jener in Villingen. Dort hat alles begonnen – im Jahr 1877. Seither steht das Unternehmen für Fleisch von erstklassiger Qualität und Frische, so wirbt das Unternehmen zumindest auf seiner Homepage.
Vor kurzem trat eine besorgte Leserin an unsere Redaktion heran und berichtete, dass sie in letzter Zeit auf dem Gelände des Schlachthofes Ratten und andere Nager beobachtet habe. Der Betreiberfirma sei dies sogar bekannt.
Wir haben beim Unternehmen Emil Färber nachgefragt, ob an der Beobachtung der besorgten Leserin etwas dran sei.
„Auf unserem Betriebsgelände wird ganzjährig ein Schädlingsmonitoring durch eine Fachfirma durchgeführt“, erklärt Harald Koneberg, Leiter der Qualitätssicherung und Technik, auf Anfrage. Je nach Befallsdruck würden die Kontrollintervalle der Situation angepasst.
Kein spezielles Problem des Betriebs
„Ich möchte jedoch ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich hierbei nicht um ein spezielles Problem unseres Betriebs handelt“, so Koneberg. Man könne davon ausgehen, dass alle Anrainer der Brigach und des Gewerbekanals gleichermaßen betroffen sind.
Dass das Nagetierproblem nicht vom Schlachthof ausgehe, bestätigt auch Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadt Villingen-Schwenningen. „Überall, wo der Mensch ist, ist auch das Tier“, so die Sprecherin.
Die Tiere würden die Scheu verlieren, wenn sie ein Nahrungsangebot vorfinden. Das sei am Schlachthof und generell auch in der Stadt der Fall. „Wenn uns etwas auffällt oder an irgendwelchen Orten vermehrt Nagetiere sichtbar werden, haben wir eine Fachfirma parat, die Köder und Lebendfallen aufstellt, um die Tiere zu fangen.“
Die Stadt selber ist nicht für den Schlachthof zuständig
Falke weist darauf hin, dass die Stadt auch auf die Hilfe der Anwohner angewiesen sei, die sich melden sollten, wenn sie zunehmend Nagetiere und Ratten wahrnehmen. „Wenn wir das Problem dann erkennen, kümmern wir uns auch darum, wie es am Eisweiher der Fall war“, erklärt Falke weiter.
Im Falle des Schlachthofs sei die Stadt allerdings nicht zuständig, da es sich um ein Privatgelände handle und der Eigentümer selbst Maßnahmen ergreifen müsse. Was Madlen Falke aber sagen kann, ist: „Am Brigachufer haben wir von Seiten der Stadt keine Köder und Fallen aufgestellt.“ Da dort keine Aufenthaltsplätze für Menschen, wie Sitzbänke, in unmittelbarer Nähe seien, sehe die Stadt keine Notwendigkeit für diese Maßnahme.
Daraus lässt sich entnehmen, dass es am Brigachufer generell kein sehr großes Problem mit Ratten und Nagetieren gibt und auch der Schlachthof nicht von einem generellen Problem betroffen ist.