Der Biber brachte den Obstbaum zum Fall. Foto: Maier

Nachdem der Bau heimbachaufwärts zerstört wurde, arbeitet ein Biber jetzt nachts in einem Garten in Fluorn-Winzeln – und hinterlässt deutliche Spuren.

Zuletzt sorgte das Biber-Problem am Neckar in Epfendorf für Aufsehen, da der Nager reihenweise Bäume zerstört. Nun ist er auch in einem privaten Garten aktiv geworden. Ein Bürger aus Winzeln meldete sich bei der Redaktion und berichtete von einem ungewöhnlichen Vorfall auf seinem Grundstück.

 

Biber kehrt immer wieder zurück

Der betroffene Stefan Maier schildert im Gespräch, dass sich der Biber bereits im März an einem Apfelbaum in seinem Garten zu schaffen gemacht habe. Das Grundstück liegt direkt am Heimbach, der etwa 20 Meter vom Haus entfernt vorbeifließt. „Er kam immer wieder, nagte die Baumrinde ab und hinterließ rundherum eine große Kerbe im Stamm“, berichtet Maier. Am Boden lagen mehrfach Holzspäne, ein deutliches Zeichen für die nächtlichen Besuche des Tieres.

Biber kehrt zurück

Anfang April knickte der Baum schließlich vollständig um. Maier ließ den gefällten Apfelbaum zunächst liegen und stellte fest, dass der Biber weiterhin zurückkehrte. „Es waren immer wieder neue Nage- und Bissspuren zu sehen, er hat weiter Rinde und Äste abgenagt“, so Maier.

Inzwischen habe die Aktivität jedoch nachgelassen. „Jetzt kommen keine neuen Spuren mehr dazu, deshalb gehe ich davon aus, dass der Biber nicht mehr hier ist“, erklärt er.

Maßnahmen um die Pflanzen zu schützen

Im selben Garten steht noch ein kleiner Quittenbaum, den Maier nach dem Vorfall vorsorglich mit einem Gitter geschützt hat. Auch an Hecken und Büschen in Richtung des Heimbachs seien Nagespuren festgestellt worden.

Maier vermutet, dass es sich um denselben Biber handelt, der zuvor etwa einen Kilometer entfernt am Heimbach aktiv war. Dort sei bis vor rund acht Wochen noch eine Art Bau oder Aufstauung sichtbar gewesen, die inzwischen zerstört wurde.

An dieser Stelle des Heimbachs hat der Biber bis vor ein paar Wochen gelebt. Foto: Maier

Seitdem fließe der Bach wieder in seinem normalen Bett, der Wasserpegel sei um etwa 40 Zentimeter gesunken. Kurz darauf sei der Biber in seinem Garten aufgetaucht. Wo sich das Tier aber aktuell aufhalte, wisse er nicht.

Maßnahmen werden verboten

Weitere Maßnahmen kann Maier nach eigenen Angaben nicht ergreifen. „Aufgrund des Hochwasserschutzes dürfen wir vom Landratsamt aus keinen Zaun anbringen“, sagt er.

Da der Biber inzwischen offenbar verschwunden ist, will Maier den umgestürzten Baum nun zerkleinern und entsorgen.

Mit einem Augenzwinkern beschreibt er die Situation zum Abschluss ironisch: Er habe extra Draht in der Wiese verlegt, um Wühlmäuse von den Wurzeln fernzuhalten – „und dann kommt ein Biber und macht den Baum um“.