Jetzt hat mit dem traditionellen Fasnet-Ausrufen in Vöhrenbach die Fasnet offiziell begonnen, allerdings mit einem Termin „eine Woche zu früh“.
Nach der Messe mit den Narren in der Pfarrkirche St. Martin folgte das Ausrufen. Direkt nach dem Gottesdienst ging es los mit der Station am Portal der Pfarrkirche, in alter Tradition immer im Freien und auf der Leiter.
Und hier nahmen zwei „Kardinäle“ aus dem Vatikan den neuen Termin für das Ausrufen in Vöhrenbach aufs Korn. Allerdings mussten die beiden Kardinäle noch etwas warten, bis auch „die niederen Chargen“, hier also Pfarrer Harald Bethäuser, auch zu dieser Bekanntmachung erschienen waren. Mit Martin Mahler bestieg aber diesmal Rainer Wehrle in Vertretung des erkrankten Achim Kirner die Leiter.
Die beiden Kardinäle Benedito und Don Giovanni berichteten, dass Papst Leo vom Termin des Vöhrenbacher Ausrufens und Kappenabends komplett irritiert sei. Damit werde der ganze kirchliche Feiertagskalender über den Haufen geworfen.
Wegen Tempo 30 verschiebt sich Vorabendmesse um zehn Minuten
Seit 1582 sei festgelegt, dass Ostern immer neun Wochen nach dem Kappenabend stattfinde. Damit würden auch die ganzen anderen Feiertage wie Pfingsten oder Himmelfahrt festgelegt. Nur wegen den Vöhrenbachern müsse man jetzt die Kalender neu schreiben. Ein weiteres Thema war Tempo 30 im Städtle, weshalb künftig die Vorabendmesse am Samstag zehn Minuten später beginnen müsse.
Anschließend ging es in den „vielen“ Gaststätten in Vöhrenbach weiter: Die Ausrufer machten jeweils Station und unterhielten die Gäste. Im Ochsen war auch noch die Stadtkapelle mit von der Partie. Daneben waren wieder das Bistro, das Buurestibli und „die Eck“ dabei. Auch das Trio Sven Schätzle, Manuel Ruf und Antal Szegö nahm sich das Tempo 30 vor. Da sei man doch künftig durch den Wald viel schneller. Antal Szegö macht bei der Abkürzung über das Kronengässle mit einer Mautstation das große Geld. „Vierspurig“ solle die Stadtautobahn ausgebaut werden, das „Großspurige“ überlasse man den Furtwangern. Auch alles andere wird größer, so der Lade-Park für 100 E-Mobile bei Elektro Kleiser. Ebenso geändert werden muss der Slogan „Vöhrenbach – ihr Einkaufsziel ohne Parkplatzprobleme“ zu „Vöhrenbach – ihr Parkplatz ohne Einkaufsmöglichkeiten“.
Bernd Sickinger und Daniel Weisser nahmen als „Furtwangen-Fans“ das Narrentreffen aufs Korn. Es gebe auch andere Möglichkeiten für interessante Treffen und Kombinationen wie die Populisten Schröder und Höcke und beim Treffen Furtwanger Bürgermeister und Bundeskanzler habe man gleich zweimal Merz.
Petra Gulde-Esterle und Kerstin Zeller schließlich präsentierten sich als Shanty-Sänger von der Nordseeküste, die nun rund um Vöhrenbach neue Sänger für einen Chor suchten unter dem Motto „Mir sin zwei Shantys von de Fern! Mir singä it guet – aber gern.“ Aber weder Bürgermeister noch Gemeinderat seien wohl geeignet. Besser geeignet wäre Birgit Frank von der Concordia, allerdings meist ohne Brille. Pfarrer Bethäuser und Vikar Pröbstle seien sicher als Sänger geeignet, aber können sie überhaupt schunkeln? Doch dann wurden sie fündig, nämlich im Saal: die Zuhörer wurden verpflichtet mit dem Lied und vielen Bewegungen „Was machen wir mit müden Narren …“.