Peter und seine alten Freunde lieferten die beste Voice-of-Alda-Show ever ab. Foto: Peter Morlok

Beim närrischen Gesangswettbewerb „Voice of Alda“ gab es eine Superlative: es war die bisher beste Show.

Seit Donnerstagabend herrschen in Alda (die Betonung liegt auf dem A) die Narren. Ortsvorsteherin Sylvia Becht ist ihren Rathausschlüssel schneller losgeworden als ihr Mitarbeiter, der Schütz, sein Bier austrinken konnte, und die fünfte und für viele schönste Jahreszeit erreichte ihren Höhepunkt.

 

Sie wurde am Schmotzigen Donnerstag mit dem traditionellen Wecken des Dorfes um 5 Uhr in der Frühe eingeläutet, die Kinder wurden aus dem Kindergarten und der Schule befreit und der Narrenruf: „Narri! Narro! Altheimer Krabba fliagad no!“ ist überall zu hören.

Und dabei ist es völlig egal, wie Krabba aussehen und welche Farbe ihr Schnabel hat. Hauptsache ist, es sind „Nacht-Krabba“, die so richtig schön feiern können.

Und im ehemaligen Luftkurort wird am „Schmotziga“ von den Narren nicht nur symbolisch das Rathaus, das man inzwischen sinnvollerweise in die Allzweckhalle verlegt hat, gestürmt; nein, es wird auch gesungen, was die Kehlen hergeben und die Ohren der vielen Zuschauer aushalten.

Noch hat sie ihren Rathausschlüssel – doch nicht mehr lang. Foto: Peter Morlok

Der beliebte Sängerkrieg „The Voice of Alda“ stand wieder einmal als Höhepunkt der Rathausstürmung auf dem Programm. Die Mannen von der Oldie-Band „Peter und seine alten Freunde“, die sich eigens für dieses Spektakel aus Peter Maffay, DJ Ötzi, Falco, Bob M. (No Woman, No Cry = Koi Alte, koi Geschrei), Dieter-Thomas K. und Wolfgang Petry zusammengefunden haben, waren wild entschlossen, den Kampf um den Titel und kostenlose Kaltgetränke gegen die Titelverteidiger von der Musikkapelle mit allem, was die Stimmbänder hergeben, anzutreten.

Geschafft – Narren an die Macht. Foto: Peter Morlok

Bevor sie aber ihren Text vortragen durften, den beide Teams in diesem Jahr zu den Melodien von „Möbelstück“, „Über sieben Brücken“ und dem Kanon „Bruder Jakob…“ auf ihre eigene Weise singen durften, musste der Flecken erst komplett in närrische Hand geraten.

Widerstand zwecklos

Zuallererst mussten die Narren mit voller Mannschaftsstärke ordentlich Spektakel in der Halle veranstalten, denn ein bisschen zierte sich die Ortsvorsteherin, obwohl sie wusste, dass jeder Widerstand zwecklos ist.

Beste Laune auch bei den TSV-Oldies aus Altheim Foto: Peter Morlok

Doch das Zunftmeistertrio Jörg Pfeffer, Larissa Lechler und Chris Dieterich forderten ganz klar die Herausgabe von Schlüssel und Amtsgewalt, und ohne langes Federlesen wurde der Ortsvorsteherin der Schlüssel entrissen. Zwar ohne Amtsgewalt, doch mit fester Stimme, nutzte das entmachtete Ex-Dorf-Oberhaupt zusammen mit dem Schütz die Gelegenheit, ein paar Dinge im Ort anzusprechen, die ihrer Meinung nach näherer Betrachtung bedurften.

Notruf 0815

Zuerst musste mal geklärt werden, wie man Bürgern helfen kann, wenn die Narren an der Regierung sind und das Rathaus zu ist. „Mir brauchat a Notfall-Telefon“, machte der Schütz deutlich. „Des betreu‘ dann i, und unter der Vorwahl 0815 und der Durchwahl 32168 hilft dir der Schütz die ganze Nacht … Skandal em Roathaus.“

Bei so viel engagiertem Mogglafresser-Nachwuchs kann die Narrenzunft beruhigt in die Zukunft schauen. Foto: Peter Morlok

Narren singen für Feldlerchen

Auch der Feldlerchen-Umzug im neuen Baugebiet musste geplant werden. Ein Umzug mit der Musikkapelle und dem Liederkranz, und das Ganze in Breitband.

„D’ Feuerwehr sperrt Straße ab, d‘ Musi führ den Umzug musikalisch an und i tragt Feldlercha, der Gesangsverein beruhigt die Viecher mit Senga und die Narrenzunft sorgt für die Verpflegung“, schlug die Ex-Ortsvorsteherin vor. Im Kopf hat sie’s, und der Umzug wird sicher lustig.

Die Titelverteidiger, der Männerchor vom Musikverein, wirkte gegen die Stars der Schlagerszene eher bieder. Foto: Peter Morlok

Dass in Alda nichts vergessen wird, ist auch klar. So erinnerten Schütz und Ortsvorsteherin daran, dass Peter Rosenberger leichtsinnigerweise versprochen hat, dass für jeden Titel, den Michael Jung international holt, ein neues Spielgerät auf den nach Jung benannten Spielpunkt kommt. Und da Jung mit dem deutschen Team bei den Europameisterschaften eine Goldmedaille holte, bekommt der Ex-OB bald Besuch, versprachen die zwei. Im heiteren Dialog wurden noch ein paar weitere heiße Eisen glossiert, bis es dann hieß: Bühne frei für die Gesangsstars.

Klare Entscheidung

Der heiß ersehnte Sängerwettstreit ging später deutlich an „Peter und seine alten Freunde“. Die Titelverteidiger vom „Männerchor vom Musikverein“ kamen eher bieder rüber und hatten keine Chance gegen die Schlagerstars, die sich um Bandleader „Peter Maffay“ scharten und mit Abstand die beste Show ablieferten, die „The Voice of Alda“ nach einhelliger Expertenmeinung bislang sah.

Wenn die Narren die Macht ergreifen, hockt Halb-Altheim in der Narrenhalle. Foto: Peter Morlok

Texte wie: „Manchmal torkle ich die Gasse ohne Blick, manchmal wünsche ich mir mein Glas gefüllt zurück. Manchmal bin ich dann am Morgen müd und dann sing ich einfach dieses Lied: Über sieben Biere musst du gehen, sieben dunkle Asbach übersteh’n, sieben Mal wirst du besoffen sein und danach bringt dich Tusnelda heim“, luden direkt zum Mitgrölen ein.

Doch damit war noch lange nicht Schluss. Die Musikkapelle Altheim umrahmten den Abend musikalisch und in Alda fliegen jetzt bis kommenden Mittwoch die (Nacht)Krabba tief.