Fröhlich, charmant, bunt und eigentlich viel zu kurz, das sind die Attribute, mit dem man den jährlichen Kinderumzug von „Bibbeleshausen“ auf den kleinsten Nenner bringen kann.
Narrenzünfte und Laufgruppen aus der Raumschaft ließen es sich nicht nehmen, den Flecken in eine Hochburg närrischer Ausgelassenheit zu verwandeln.
Am Freitagnachmittag zeigte die Jugend bei ihrem recht gut besuchten Kinderfasnets-umzug und der anschließenden Party im Gemeindesaal wieder einmal, dass auch der Narrensamen schon ordentlich feiern kann. In Eutingens vielleicht schönstem Ortsteil Rohrdorf wird auch in diesem Jahr wieder Fasnet gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Dies lockte sogar eine Reporterin des SWR 4 in die Heimat der Eierknacker und Mauerholzleut. Es war jedoch keine Premiere, denn der SWR war vor elf Jahren schon mal in Rohrdorf, wie der Radio-Reporterin auf Nachfrage erklärte. Egal, wann sie mal da waren, Hauptsache zum 50-jährigen Jubiläum der Narrenzunft war‘s wieder soweit.
Ein sehr farbenfrohe Umzug auf einer kurzen Strecke
Viele bunt gekleidet Menschen säumten die kurze Umzugsstrecke, die alle gespannt warteten, was da auf sie zukommt und mit einem ordentlichen Böllerschuss, der auch noch den letzten Mittagsschläfer weckte, wurde der kleine, aber wieder einmal sehr farbenfrohe Umzug fast pünktlich gegen 14 Uhr gestartet.
Und wie jedes Jahr marschierten die Mädchen von der Nachwuchsgarde in ihren schicken roten Uniformen im Gleichschritt hinter dem Täfelesbub her und dicht hintereinander folgten die närrischen Formationen.
Die Narren regieren seit Donnerstag den Ort und die erste und wichtigste Amtshandlung war, den Kinderumzug mit anzuführen und Mann, der früher einmal ihr Ortsvorsteher war und den sie am Vortag aus dem Rathaus jagten, anzumalen.
Mit viel „Eierknacker, knack, knack, knack“ waren die Rohrdorfer Weißnarren mit ihren mit Hafer und Eiern gefüllten Körben unterwegs und die derben Mauerholzleut durften hier natürlich auch nicht fehlen. Oft gehört und immer wieder gerne genommen ist die „Tiger-Band“ aus Weitingen, die seit vielen Jahren Gast beim Kinderumzug in Rohrdorf ist. Getreu dem Motto: „Und ist der Umzug noch so klein, ein bisschen Gugga-Musik, die muss sein“ waren auch die Lombakapell aus Klein Paris (Ergenzingen), die Fleckahuper, mit dabei und wie immer schickten die Ergenzinger auch eine kleine Delegation ihrer Blätzlesbuaba, Lausbühlhexen, Lerchenfänger und Stricker vorbei. So war jede ihrer Masken zumindest einmal vertreten. Und die Baisinger schickten ihre „Baga“ und die „Hopfa teufele“ vorbei.
Unten an der Kurve runter zum Sportplatz startete der Umzug und je näher er dem Epizentrum der Geselligkeit, dem Platz vor der Festhalle kam, je wilder und lauter wurde das Treiben
Wilde Hexen, geheimnisvolle Wesen, Musiker und Gardemädchen – sie alle marschierten am Freitagnachmittag bei kaltem, dafür aber trockenem Wetter ein Stück die Hauptstraße entlang und brachten Stimmung auf die Gass.
In der Halle wurde dann mit Brauchtumstanz und Unterhaltungsprogramm weitergefeiert. Für viele der Kinder war es ein Tag, den sie gerne in Erinnerung behalten werden.