„Tele-Grasle“ Andreas Grabsch ließ das Fastnetsgeschehen vergangener Jahrzehnte nochmals so richtig lebendig werden – hier vor dem Filmausschnitt , wie die „die Wasserbuebe im frühen Mittelalter missionierend durch’s Wolftal“ zogen“ – und wohl schon damals den „Fasnetsvirus“ ins Wolftal eingeschleppt haben. Foto: Haas

Zahlreiche Besucher begaben sich mit Moderator Andreas Grabsch in Oberwolfach auf Zeitreise. Mit Filmen und im Dialog wurde die alte Fastnacht wieder heraufbeschworen.

Wie sehr das Fasnetsgeschehen Teil des dörflichen Lebens in der „Alte Wolfach“ noch immer ist, zeigte der gute Besuch des filmischen Rückblicks mit „Tele-Grasle“ Andreas Grabsch in der Festhalle vergangenen Freitag. Nach dem Rückblick auf die Umzüge der 80er- und 90er-Jahre vor einigen Monaten ließ Andreas Grabsch nochmals das närrische Treiben an den Fasnetssonntagen nach der Jahrtausendwende Revue passieren.

 

Neben den Aktiven früherer Jahre zeigten auch etliche der jüngeren Generation ihr Interesse am Geschehen und der Umsetzung der Schnurrstoffe durch ihre Vorgänger als närrische „Umzugsakrobaten“.Vor allem in verschneiter Umgebung wurde die Buntheit der Umzüge bewusst. Auch wurde durch Einblenden in das Geschehen in und auf den Umzugswagen und die kurzen Zwiegespräche mit den Akteuren oft erst bewusst, was im Detailalles geboten worden ist.

Aufwendige Szenarien wurden nachgestellt

Staunenswert war auch immer wieder der Aufwand, der von den einzelnen Gruppen mit enormem Idealismus betrieben wurde. Die vielen Missgeschicke, die beim Schurren Thema waren, wurden fantasievoll in Szene gesetzt. Gruppen aus dem Mitteltal, die „Wasser-Buebe“ von’s „Zangers“, aber auch vor allem Aktive vom Sportverein, von der Feuerwehr, dem Schwarzwaldverein und auch allen anderen Verein oder untereinander befreundeten Cliquen wurden oft keine Mühen gescheut, recht aufwändige Szenarien nachzustellen und mit akrobatischen sportlichen Höchstleistungen verbunden zu präsentieren.

Da konnte man Zeuge werden, wie ein hangabwärts rollendes Fahrzeug mitten in des Zacherbauern intimes Familienleben donnerte oder der Gesangverein noch 2007 trotz leidenschaftlichem Dirigenteneinsatz um’s Überleben rang. Mit Speck- und Gurkenscheiben auf dem Kopf wurde beim Wolftal-Tourismus exzellente Wellness angeboten. Live wurden mit großen Aufwand fantasievoll mit Skiern, Stöcken und allerlei Gerätschaften Freizeitsport betrieben. Es wurde keine Mühe gescheut, sogar einen Skihang gleich über mehrere Umzugswagen in Fortsetzung zu platzieren. Weil der „Milchpreis war zum Hohn, wurde fantasievoll gemolken der Strom“. Zeuge wurde man auch, wie infolge eines Druckfehlers die Wolfacher zum Erstaunen der Franzosen mit mehreren „Busen“ in Cavalaire eintrafen. Simuliert wurde auch eine Tunnelsperrung, weshalb das Wolfacher Stadtoberhaupt Moser – mit Perfektion simuliert - mit dem „Osterei-Zeppelin“ erhaben über alles Gehetze unter ihm über dem Städtle kreiste.

Mehrfach war man mit auf Kommando mit Knopfdruck auseinander fliegenden Karossen unterwegs, die mit Bolzes Mechaniker-Team in Sekundenschnelle wieder fahrbereit gemacht wurde - erstaunliche technische Meisterleistungen durch wahre„Fasnets-Ingenieurkunst“. Auch schon lange vor dem Babyboom vergangener Monate im Mitteltal war dort schon vor über 20 Jahren ein Helikopter mit zurechtgestutzten Störchen an den Rotorblättern unterwegs.

Moderator Andreas Grabsch mit viel Beifall bedacht

Eine technische Meisterleistung mit wagemutigem „Schwebe-Flug“ entlang der Umzugsstrecke vom Mitteltal bis zur Hofbrücke. Natürlich gab es zwischendurch auch immer wieder nachdenklich stimmende Momente und Eindrücke, denn so manchen im Publikum entlang der Straße und auf dem Festplatz oder auch der aktiv Mitwirkenden wird man bei künftigen Fasnetsumzügen nicht mehr zu sehen bekommen.

Filmszenen

Einige Knüller servierte Andreas Grabsch gegen Ende seines mit viel Beifall honorierten Filmabends mit einem kurzen Film von Bernhard Scherer aus den 70er-Jahren und einigen Filmszenen, in denen die Banküberfälle, damals zum Glück ohne Personenschaden, mit viel Situationskomik angereichert, nachgestellt wurden. Friedhilde Schillinger brachte die beiden Ganoven im Schlepp und mit dicken Seilen gefesselt wieder zum Tatort bei der Bankfiliale am Lindenplatz zurück, nachdem diese, mit allerlei Missgeschick verbunden, zuvor spektakulär die Kassen geleert hatten.