Die Junioren-Showtanzgruppe aus Kleinparis sorgte für einen gelungenen Auftakt. Foto: Klaus Ranft

Beim „Narrenfeez“ und der Kinderfasnet liefen die Kleinpariser Narren zu ihrer Höchstform auf.

Mit gleich zwei Veranstaltungen starteten die „Kleinpariser“ Narren am Wochenende in die heiße Phase der Narretei. Da stand am Freitag in dem prächtig dekorierten Narrentempel Breitwiesenhalle zunächst der beliebte „Narrenfeez“ auf der Tagesordnung, am Samstag dann der Kinderball.

 

Der eine oder die andere mag sich über den Ausdruck „Narrenfeez“ wundern, aber dieser Name war gut gewählt. Gemeint war damit ein Abend, an dem nicht die brauchtümlichen Aspekte der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet zu Buche schlugen, sondern eine freie Fasnet geboten wurde, zu der man kostümiert, oder auch im „Narrenhäs“ kommen konnte. Jedenfalls hob sich dieser Begriff wohltuend von den sogenannten „Fasnetpartys“ ab, die bei der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet eigentlich nichts zu suchen haben.

In Kleinparis waren am Samstagabend Veranstalter und Narren frei von allen Zwängen, sieht man einmal davon ab, dass von Letzteren Stehvermögen gefragt war. Sitzplätze gab es nämlich nur einige wenige, und so standen die Närrinnen und Narren bereits bei der Hallenöffnung dicht an dicht.

Beim Narrenfeez der Hingucker schlichtweg: die Schwarzwaldmädchen aus Ergenzingen. Foto: Klaus Ranft

23 Narrengruppen hatten die Ergenzinger eingeladen, sie kamen aus den Regionen Böblingen, Herrenberg, Nagold, Rottenburg und Horb. Die gut und gerne halbstündigen Begrüßungen übernahmen die beiden Moderatoren Oli Künnert und Frank Marks in gewohnt humorvoller Manier. Den weitesten Weg hatten die „Pfuutzger“, eine Musikgruppe aus Seitingen-Oberflacht (Landkreis Tuttlingen), auf sich genommen, die dann auch im Laufe des Abends für einen fulminanten Auftritt sorgen sollte.

Proppenvoll war der Ergenzinger „Narrentempel“ bei der samstäglichen Kinderfasnet. Foto: Klaus Ranft

Allerdings kamen doch etliche Gruppen grippebedingt nicht in gewohnter Stärke, und so wurde die Teilnehmerzahl an den Vorjahren gemessen wohl nicht ganz erreicht. Der guten Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch, die Narren schwebten in holder Glückseligkeit. Die wohl schönste kostümierte Gruppe an diesem Abend kam aus Ergenzingen. In Schwarzwälder Tracht und mit einem Bollenhut ausgestattet, wurden die einheimischen Damen zum Hingucker schlichtweg.

Die Stimmungsmacher, Kuckucksgugga aus Haiterbach Foto: Klaus Ranft

Auf der Bühne sorgten ein DJ, die Junioren-Showtanzgruppe Ergenzingen, die Kuckucksgugga aus Haiterbach, die Showtanzgruppe der Narrenzunft Hochdorf, die „Pfuutzger“-Musik aus Seitingen-Oberflacht und die Showtanzgruppe Ergenzingen für Furore.

Gelungene Kinderfasnet

Am Samstagnachmittag stand die traditionelle Kinderfasnet im proppenvollen „Narrentempel“ auf der Tagesordnung. Diese Veranstaltung ist im Lauf der Jahre zu einer „Gäu“-Fasnet geworden, denn die Kinder, Eltern und Großeltern kamen nicht nur aus Ergenzingen, sondern auch aus der näheren Umgebung.

Als Bautrupp präsentierte sich die Weitinger Kindertanzgruppe. Foto: Klaus Ranft

Getreu dem Motto des Kulturerbes „Fasnet leben und weitergeben“ sorgten die beiden Moderatorinnen Lisa Schall und Jenny Eipper für ein buntes, kurzweiliges Programm bei Kaffee und Kuchen. „Kinder machen Fasnet für Kinder“ lautete die Devise, und so präsentierte der Narrennachwuchs aus Ergenzingen seinen Kinderbrauchtumstanz, bevor die fleißigen „Ameisen“ aus Altheim die Bühne in Beschlag nahmen. „Schaffa, Spara, Häusle baua“, dieses Motto hatte sich der Kindertanz-Bautrupp aus Weitingen zu eigen gemacht und damit choreographisch und musikalisch zum „Schaffen“ animiert. Viel Beifall gab es im Nachhinein für alle drei Kinder-Tanzgruppen, und diesen hatten sie sich auch redlich verdient.

Für die musikalische Umrahmung an diesem Nachmittag hatten die Jugendkapelle des Musikvereins und die „Fleckahuper“ der Narrenzunft gesorgt.