Entmachtet ist nun „Prinzesschen“ Markus, weil Prinzessin Jaqueline und Prinz Kevin im Eutinger Rathaus regieren. Foto: Feinler

Im Eutinger Rathaus hängen nun die Fasnetsbändel aus Eutingen und Weitingen, weil Schultes Markus Tideman bei der Närrischen Rathaussitzung von den Zünften entmachtet wurde.

Den Auftakt machte der Narrenverein Weitingen mit seinem Bettschoner-Fasnetslied, wonach der Schultes die Weitinger Fahne hisste. Doch die NZ Eutingen ließ sich das „in ihrem Rathaus“ nicht gefallen und übergab die NZE-Fasnetsbändel in grün-gelb-orange.

 

Die Weitinger NV-Chefinnen Julia Müller und Larissa Leins wussten jedoch, dass neben der Eutinger Prinzessin Jaqueline „von der Tanzergarde“ der Prinz Kevin aus dem Jaunerflecka kommt. Für beide hatten sie ein Ölgemälde und ihrer Meinung nach „reachte Fasnetsbändle“. Ebenso griffen sie die NV-Weitingen-Tradition auf und sangen mit allen ihr eigenes Lied: „Wir sind echte Narre und kommen aus Eutinge…“

Frustrations-Meister regt Gehirnwindungen an

Der stellvertretende Frustrations-Meister Martin „Sparfuchs“ Kramer regte die Gehirnwindungen mit seinem Ratespiel an. Er und Daniel Neuss hatten 60 Leute an der Eutinger Fleckafasnet befragt. Team Schultes trat im Regentschaftsduell gegen Team Prinzenpaar an und musste Fragen beantworten wie: Was ist für Sie eine Nacht in der unteren Bar? „Wenn der Eutinger Büttel auf dr Bar einschloft“, wusste der Prinz. Doch Leichtmatrose Martin von der RMS-Gäu-Tanik gab sich nicht zufrieden und hatte weitere Fragen wie „Was der Bürgermeister während seiner Arbeitszeit macht?“ Die meisten wussten: Kaffee trinken, gefolgt von Zeitung lesen. Weil die Narren wussten, dass Bachwasser das „In-Getränk“ 2026 ist und dass „Gute Stimmung/Geselligkeit“ an der guten Fasnet net fehlen dürfen, musste der Schultes in Ruhestand.

Bei der Närrischen Rathaussitzung mussten die Anwesenden einige Rätsel von Quizmaster „Leichtmatrose“ Martin lösen. Foto: Feinler

Dieser ignorierte den Feuer-Alarm und machte Prinz Kevin zum Hallenmeister. Er bekam „Rüstzeug“, einen Werkzeugkasten, um die marode, 60 Jahre alte Halle zusammenzuflicken. 20 Sparschweine zum Umhängen verteilte der Schultes, womit Narren und Räte für die Halle und das „Immaterielles Kultur-Erbe „ondere Bar“ sammeln müssen.

Zukunftsmeister Winfried Vees hatte seine Zukunfts-Maschine, die von Graf „Zahl“ geprägt worden sei: Meister Tideman schwenkte die weiße Fahne, im Rathaus regierte kein Mensch mehr, sondern nur eine KI sitzt am Schaltpult. Eutingen wurde in Entenhausen umbenannt. Beim neuen Gemeinde-Wappen hat der Arm einen Geldsack in der Faust.

Horst Niessner war sich einig, dass der erste Schritt gemacht wurde, denn Eutingen und Weitingen ist zusammengewachsen: Prinzessin und Prinz machen es vor. Alt-Schultes Jöchle war überrascht, dass die Schell von Eutingens Büttel Eugen schwieg. Nachdem Weitingens Hexenmeister den Weg für die Rede des Prinzenpaars ebnete, musste der Schultes den Schlüssel- und Rathaus-Chip übergeben. Die Weitinger Fahne wurde so gehisst, dass auch der Pfeiffer-Bäck sie aus seiner Backstube sieht.

Eine Spülmaschine für kühles Bier

Als erste Amtshandlung beschaffte Prinz Kevin Verkehrsschilder für die Umzüge und versprach eine Spülmaschine für kühles Bier zu spenden. Gemeinsam mit der Eutinger Musik stürmten dann die Teufel, Talhexen, Schelladralle und Bären den Sitzungssaal. Zunftmeisterin Iris verkündete in Reimen, dass nun der Schultes woanders seine Schuldenberge zählen könne, denn bis zum Aschermittwoch würden die Narren die Gemeinde-Kassen wieder füllen.

Für die Wartenden im Freien hatte das Prinzenpaar dann die erlösende Nachricht: Die Narren regieren nun in Eutingen – und der Schultes mit seinem Rat ist in Ketten gelegt.