Horbs Nabu-Vorsitzender Lambert Straub im April 2024 im Großen Hau. Kann er jetzt einen großen Sieg verzeichnen? Foto: Jürgen Lück

Die Regionalversammlung schlägt vor, den Großen Hau in Rexingen aus dem Teilregionalplan Windkraft rauszunehmen.

Die Hoffnung des Nabu und vieler Bürger scheint sich jetzt zu erfüllen: Das RP Karlsruhe stoppt zum zweiten Mal Windkraft im Großen Hau. Deshalb empfiehlt der Regionalverband Nordschwarzwald jetzt: Keine Windkraft im Waldjuwel. So nennen Rexinger den Großen Hau.

 

Am Mittwoch, 4. Februar, tagt der Planungsausschuss der Regionalversammlung in Calw. In der Beschlussdrucksache heißt es: „Der Vorschlag der Verbandsverwaltung sieht vor, das Vorranggebiet für Standorte regionalbedeutsamer Windkraftanlagen WF14 nicht weiterzuverfolgen.“

Nabu-Vorsitzender Straub: „Wir sind glücklich“

Lambert Straub, Vorsitzender des Nabu Horb: „Wir sind sehr glücklich über diese Wende, dass unsere Stellungnahmen und Gutachten endlich Gehör gefunden haben.“

Denn: Mit seiner klugen Strategie scheint der Nabu sehr weit gekommen zu sein.

So hat der Nabu Horb beim Großen Hau gepunktet

In den ersten Plänen des Regionalverbands wurde zum Artenschutz im Großen Hau darauf hingewiesen, dass nur Daten zählen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Im ersten Kampf gegen Windkraft im Großen Hau in den Jahren 2012/13 konnten Daten nachweisen, dass das Waldgebiet ein „Rotmilan-Dichtezentrum“ war. Das Regierungspräsidium Karlsruhe stoppte im August 2013 die Pläne, die vom damaligen OB Peter Rosenberger (CDU) vorangetrieben wurden.

2025. Ein Bürgerbegehren gegen Windkraft auf kommunalen Waldflächen läuft. Der Nabu Horb beobachtet wieder die Vögel am Großen Hau und dokumentiert die Sichtungen. Das Gutachterbüro Bioplan aus Tübingen fasst das in einem Gutachten mit Datum vom 21. September 2025 zusammen.

Fazit: „Eine Realisierung von Windenergieanlagen im Bereich der Vorrangzone WF 14 - Horb am Neckar ist mit sehr hohen Risiken nicht nur für die im Wirkungsbereich brütenden Individuen von Rotmilan, Schwarzmilan, Baumfalke und Wespenbussard, sondern auch eine größere bis große Anzahl von rastenden Rotmilanen verbunden.“

Das RP legt zum zweiten Mal sein Veto ein

Dieses Gutachten gelangt auch ins Umweltministerium. Und das RP Karlsruhe als oberste Naturschutzbehörde reagiert. Es schreibt in seiner Stellungnahme an den Regionalverband Nordschwarzwald: „Die Einschätzung sowie die Stellungnahme des Nabu zur WF 14 teilen wir. Daher bekräftigen wir aufgrund der neuen Daten, die die hohe naturschutzfachliche Wertigkeit des Gebietes zusätzlich weiter untermauern, unsere Einschätzung, dass das Vorranggebiet WF 14 nicht weiter verfolgt werden soll.“

Sprecher Rolf Kotz: „Die Stadtverwaltung verweist in allen bisherigen Aussagen auf die Notwendigkeit, dass Windvorranggebiete rechtskräftig ausgewiesen sein müssen, bevor dort Aktivitäten starten können. Ein Ausschluss des WF 14, der sich auf Gutachten stützt, zeigt, dass die Systematik der Gebietsausweisung funktioniert.“

Ist der Große Hau jetzt vor Windkraft gerettet?

Fakt ist: Als erstes muss der Planungsausschuss in Calw entscheiden. Im 25-köpfigen Gremium sitzen zwei Horber. Ex-OB Peter Rosenberger (CDU) und Christina Nuss (Ex-Fraktionschefin BiM, Frauen im Kreistag).

Aus rechtlichen Gründen – falls der Vorschlag durchkommt – muss dann für den Großen Hau formal noch einmal eine dritte Beteiligungsrunde laufen, so Nabu-Vorstand Straub. Der Große Hau werde aus dem Verfahren ausgeklammert. Straub: „Es geht jetzt für WF 14 noch mal in eine Offenlage, aber es gibt ja genügend Argumente, um diese Entscheidung vom Regionalverband nochmals zu untermauern.“

Nabu: Jetzt ist der Gemeinderat in der Pflicht

Horbs Nabu-Chef: „Natürlich ist nach der Entscheidung des Regionalverbands der Gemeinderat in der Pflicht, sich für den Schutz dieses wertvollen Stücks Natur einzusetzen. Auch der Bürgerentscheid hat deutlich gezeigt, dass die Bürger der sieben umliegenden Ortschaften (Rexingen, Ihlingen, Dettingen, Dießen, Dettlingen, Bittelbronn und Grünmettstetten) um das Gebiet WF 14 dies nicht wollen. 60 Prozent der Wähler haben sich hier gegen eine Nutzung von kommunalen Waldflächen für Windkraft ausgesprochen. Deshalb sind wir optimistisch.“