Handball-Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten hat seine Hausaufgabe gegen TuSEM Essen bravourös gelöst. Das Team von Trainer Matti Flohr gewann am Sonntag mit 43:26 (20:11)
Die Rückkehr in den Zweitliga-Alltag ist dem HBW geglückt. Nur vier Tage nach dem Pokal-Knaller gegen Rekordmeister THW Kiel – der HBW hatte sich bei der 36:41-Niederlage im Achtelfinale besonders in der Offensive prächtig verkauft – feierten die „Gallier“ gegen TuSEM Essen in der mit rund 2050 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Balinger Mey-Generalbau-Arena einen 43:26 (20:11)-Kantersieg und stillten damit das Bedürfnis von Trainer Matti Flohr, der gegen Essen unbedingt einen Erfolg feiern wollte, nachdem der HBW in der vergangenen Saison gegen den TuSEM in zwei Spielen nur einen Punkt geholt hatte.
War beim TuSEM zum ersten Mal der neu verpflichtete Abwehrspezialist Alexander Becker mit von der Partie war, fehlten beim weiterhin HBW die Spielmacher Elias Huber und Magnus Grupe , Linkshänder Merlin Fuß und Linksaußen Tim Ruggiero-Matthes gesellten sich Rechstaußen Elias Fügel und Kreisläufer Bennet Strobel. Immerhin: Keeper Benedek Nagy stand nach seinem Fingerbruch wieder im Kader.
HBW legt Fehlstart hin
Der HBW erwischte einen Start zum Vergessen. Mex Raguse brachte den Ball zweimal nicht im Essener Kasten unter, Tim Grüner traf nur die Latte. Und auf der gegenüberliegenden Seite schossen Felix Göttler (2) und Jan Reimer (per Siebenmeter )– Georg Pöhle hatte ein seiner zwei frühen Zeitstrafen kassiert – bis zur fünften Minute eine 3:0-Führung heraus. Doch das Team, von Trainer Matti Flohr nahm nun allmählich Fahrt auf. Csaba Leimeter, Goalgetter Sascha Pfattheicher und Raguse nach einem Steal von Pöhle sorgten mit ihren Treffern für das 3:3 (6.) und von der Siebenmetermarke bescherte Pfattheicher den Gastgebern mit dem 4:3 gleich noch die Führung.
Essen hält bis zum 7:7 Schritt
Noch hielt der TuSEM Schritt, zumal die von Coach Flohr gefürchteten tief auf die Deckung zulaufenden Angreifer des TuSEM Pöhle zum zweiten Mal auf die Bank schickten. Doch nachdem Raguse das 8:7 für die „Gallier“ erzielt hatte (14.), legten Till Wente und Kapitän Tobias Heinzelmann nach. Nagy gab nun im HBW-Tor bei einem Strafwurf von Reimer ein Kurz-Comeback, kam aber nicht an den Ball und räumte seinen Posten wieder für den gut aufgelegten Mateusz Kornecki.
„Gallier“ ziehen davon
Die Gastgeber kamen nun so richtig in Schwung, verschafften sich mit einem 4:0-Lauf, den Heinzelman mit dem 14:8 (22.) abschloss, Luft und bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf neun Treffer Differenz aus (20:11).
Und die Schwaben machten zu Beginn des zweiten Abschnitt munter weiter mit dem Torewerfen. Der Essener Angriff war dechiffriert, immer wieder stahlen die Gastgeber dem TuSEM die Bälle und was gefährlich wurde, war zumeist Beute von Keeper Kornecki.
Gastgeber lassen nicht nach
Angeführt von Raguse und Regisseur Yonatan Dayan zogen sie bis zur 40. Minute auf 30:15 davon, zeigten Kabinettstückchen wie einen Kempa-Trick von Außen zu Außen von Pfattheicher auf Tim Grüner und ließen auch in der Folge nicht mehr nach. Beim Stand von 34:19 kehrte Nagy dann endgültig zwischen die HBW-Pfosten zurück, die 40 machte Heinzelmann in der 55. Minute mit dem 40:25 voll und am Ende feierten die Fans den HBW für einen satten 43:26-Erfolg.
Statistik
HBW Balingen-Weilstetten: Kornecki (bis 47.), Nagy (ab 47.) Bierfreund; Locher (1), Raguse (6), Grüner (4), Wente (3), Bänsch, Eisele, Heinzelmann (9), Pfattheicher (9/3), Dayan (7) Leimeter (3), Pöhle (1), Bauer.
TuSEM Essen: Plaue, Knaack; Becker, Mart (1/1), Göttler (5), Willner (1), Mittich, Neher (1), Wolfram (3), Reimer (3/3), Eißing, Buschhaus (3), Wolf (3), Neuhaus (2), Kostuj (2), Mast (2).