Balingens Rückraumspieler Csaba Leimeter (am Ball) versucht sich an Lukas Hutecek vorbeizuschlängeln. Foto: Eibner-Pressefoto/Jan Strohdiek

Der HBW hat sein vorerst letztes Auswärtsspiel in der Handball-Bundesliga verloren. Beim TBV Lemgo setzte es für das Team von Trainer Tobias Hotz eine 27:37 (11:19)-Niederlage. Mal schwächelten die „Gallier“ im Angriff, mal hatten sie Probleme in der Defensive.

Der HBW startete mit einer starken Deckung, flink, intensiv – damit hatte der zunächst so seine Probleme, zudem kaufte Mario Ruminsky im Kasten der Gäste – Mohamed El-Tayar fehlte wegen Fersenproblemen – den Lipperländern vor 4427 Zuschauern in der Lemgoer Phoenix Contact Arena gleich mal ein paar Bälle ab. Nikola Grahovac eröffnete den Torreigen.

 

Gäste leisten sich zu viele Fehler

Doch nachdem der wurfgewaltige Emil Buhl Laerke für die Hausherren ausgeglichen hatte, geriet das Liga-Schlusslicht umgehend ins Hintertreffen, denn eine eine Parade vom gut aufgelegten TBV-Keeper Finn Zecher, ein Stürmerfoul von Jona Schoch und ein Fehlpass von Timo Hildenbrand später hatte Lemgo die Nase mit 4:1 vorn (9.). Elias Huber und Jona Schoch brachten die „Gallier“ wieder in Schlagdistanz (4:3/11.), doch die Gäste leisteten sich in der Offensive zu viele Fehler um dranzubleiben.

Lemgo nutzt die Klöpse

Lemgo nutzte die Unzulänglichkeiten zu Gegenstößen und umging so den schweren Weg über den Positionsangriff. HBW-Coach Tobias Hotz zog sich angesichts eines 3:7-Rückstands zu einem Timeout genötigt (14.), doch besser wurde die Angriff-Performance seiner Mannschaft nicht. Nach einem Steal baute Lukas Zerbe den Vorsprung der Gastgeber auf 10:4 aus (17.). Lemgo setzte sich sukzessive weiter ab. Niels Versteijnen brachte mit dem 16:8 satte acht Treffer zwischen die beiden Mannschaften (27.) Und dieser Abstand hatte auch zur Pause noch seine Relevanz (19:11).

Top-Start in den zweiten Abschnitt

Die „Gallier“ erwischten einen starken Start in den zweiten Abschnitt. Hotz setzte in der Offensive auf einen siebten Angreifer, und das fruchtete. Im Spiel nach vorne bleib der HBW nun einige Zeit fehlerfrei, zudem leisteten sich die Gastgeber nun einige Klöpse. Und so initiierte Patrick Volz mit dem 12:19 einen 5:1-Lauf, den Grahovac mit dem 16:20 (36.) abschloss. Sollte tatsächlich noch etwas gehen für den Bald-Zweitligisten? Nein, denn die „Gallier“ bekamen die Abwehr nicht mehr so richtig kompakt wie noch im ersten Abschnitt und schafften es auch nicht ganz, das Niveau im Angriff zu halten. Die Konsequenz: Lemgo baute seinen Vorsprung wieder aus. Spätestens als Lukas Hutecek auf 27:19 für den Favoriten gestellt hatte, war die Partie gelaufen.

Am Sonntag empfängt der HBW den HSV Hamburg

Am Ende feierte der TBV Lemgo in seinem letzten Heimspiel der Saison einen 37:27-Erfolg, dem HBW bleibt noch eine Chance, vielleicht doch noch ein paar kosmetische Punkte auf seine Konto zu packen – am Sonntag im Saisonfinale daheim gegen den HSV Hamburg (16 Uhr, Sparkassen-Arena Balingen).

Heinzelmann erkennt zwei Gesichter bei den „Galliern“

„In der zweiten Halbzeit hat der Angriff richtig gut funktioniert, wir hatten viele gute Aktionen am Kreis. Leider haben wir es dann hinten nicht geschafft, wir waren viel zu passiv und sind nicht auf die Schützen rausgekommen und haben die 1:1-Situationen verloren. Was wir in der ersten Halbzeit im Angriff nicht gut gemacht haben, machen wir in der zweiten Halbzeit gut, haben aber zwei freie Chancen verworfen als wir die Möglichkeit hatten , weiter heranzukommen“, sagte HBW-Kreisläufer Tobias Heinzelmann nach dem Spiel am Dyn-Mikrofon.

Statistik

TBV Lemgo: Zecher, Kastelic; Hutecek (3), Theilinger (1), Zehnder (6/2), Battermann (2), Laerke (7), Schagen, Carstensen, Suton (2), Zerbe (8/1), Versteijnen (6), Oetjen, Hasenkamp (1), Hübke, Petrovsky (1).

HBW Balingen-Weilstetten: Ruminsky, Mestrovic; Grahovac (5), Vistorop, Leimeter (1), Huber (1), Ingason (4), Gretarsson, Danner, Grüner (1), Hildenbrand (2), Müller (4), Schoch (1), Saueressig, Volz (4/3), Heinzelmann (4).