Geplant war es im kleineren Rahmen des Chorraums im Franziskaner-Konzerthaus, aber der Hörerandrang war zu groß.
Zum Konzert von Klarinettistin Nadia Sofokleus und ihren vier Streicherkollegen mussten kurzerhand alle Besucher in den großen Konzertsaal wechseln.
Getitelt mit „Leidenschaft und Licht – Musik zur Passionszeit“ präsentierte das Quintett zwei der besonders bekannten und berühmten, aber auch höchst anspruchsvollen Meisterwerke von Mozart und Brahms.
Nadia Sofokleus wird sich in einem Monat aus Deutschland verabschieden und dank familiärer Verbindungen in Zypern ihren beruflichen Weg als professionelle Musikerin und Musiklehrerin fortsetzen.
Start vor über 20 Jahren
Vor über 20 Jahren begann sie als junge Lehrkraft an der damaligen Jugendmusikschule Villingen-Schwenningen, erlebte die Zeiten des Umbruchs mit der neu gegründeten Musikakademie VS bis zur jüngsten Weiterentwicklung mit neu gegründetem Personalrat, dessen Vorsitzende sie wurde.
Zahlreiche Schüler hat sie mit Freude und Begeisterung in das Instrumentalspiel begleitet und erfand Kinder-, Vorschul- und Babykonzerte in diversen Formaten. Sie trat an Schulen auf, begründete das Programm „Kultur macht fit – Kumfi“ mit, war viele Jahre als Musikerin und Vorstand im Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen aktiv und unterrichtete an der Musikhochschule Trossingen. Zahlreiche Landes- und Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ waren ihre Schüler.
„Verlust für die Akademie“
Musikakademieleiter Matthias Schürmann als erst neuer und Musiklehrerkollege Frank Neu als langjähriger Kollege skizzierten Sofokleus Werdegang mit dankbaren Worten voller Anerkennung und Freude, aber auch großem Bedauern über den bevorstehenden Wechsel, ein Verlust für die Akademie.
Genuss auf höchstem Niveau
Den unerwarteten Gewinn aber hatte am Sonntag nochmals das große Auditorium im Konzertsaal. Ein Genuss auf höchst professionellem Niveau, ein wirkliches Meisterkonzert, geschickt gestaltet: Brahms Klarinettenquintett von Mozarts Werk gerahmt.
Mit Mozarts erstem Satz beginnt es lieblich, verführerisch leicht und doch tiefgründig. Hannes Wagner, auch Konzertmeister im hiesigen Sinfonieorchester, als Primarius mit Scott Hermanns an den Violinen, Kwame Cole an der Viola und Ramiro Carbone am Violoncello: vier noch junge Musiker, die mit überzeugender Reife mit der Klarinette verschmolzen.
Leidenschaftlich wird es bei Brahms. Die Musiker hatten sich auf den kleinen Chorraum eingestellt, aber auch im großen Saal kamen die Finessen ihres Spiels zur vollen Entfaltung. Feinstes Zusammenwirken der Geigen, warmer präziser Klang der Viola und das wunderbar deutlich und sanft bassführende Cello.
Die Klarinette in der Mitte sitzend verschmolz ausdrucksstark nach beiden Seiten. Man erlebte nun gemeinsam wie versprochen Leidenschaft, Anspannung, Gefühlvolles, gemeinsam in Tempo und Duktus, bis hin zu den beiden still verklingenden Akkorden des viersätzigen Werkes.
Ein Ende im Licht? Lichtvoll und überaus unterhaltsam zum Ausklang nochmals Mozart mit dem Schlusssatz, aber witzig, weil mit Rubati angereichert.
Kein Wunder: Mit Standing Ovations wurden die fünf Musiker von der Bühne verabschiedet.