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Nachwuchs-Sorgen? Feuerwehren mangelt es nicht an Personal

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Früh übt sich: Den Jugendfeuerwehren mangelt es aktuell nicht an Nachwuchs. (Symbolbild) Foto: Jannik Nölke

Region - Wer kennt das Problem nicht: In jedem Verein beklagt man sich, dass keine jungen Mitglieder nachkommen. Dieses Problem betrifft aber auch die Hilfsorganisationen und vor allem die Feuerwehr. Landesweit sucht das Innenministerium bereits mit einer Werbekampagne Nachwuchs. 

Bei der Kampagne setzt das Ministerium auf junge und ansprechende Themen. Über die Landesfeuerwehrschule können Plakate und Flyer bestellt und verteilt werden, auf denen man Feuerwehrmädels beim Fußball oder einen Feuerwehrjungen an der Spielzeug-Rennbahn mit dem Feuerwehrauto sieht. Doch haben die Feuerwehren in unserer Region das überhaupt nötig?

Einzige vereinsähnliche Struktur

Frank Jahraus, Kreisbrandmeister aus Freudenstadt, ist der Ansicht, dass man nie genug Nachwuchs haben könne. Der Kreis Freudenstadt habe 600 Jugendliche, wovon 35 im Jahr 2018 neu dazugekommen sind.  Dass der Kreis ländlich geprägt ist, sieht er als positiven Aspekt - man habe vielerorts die Feuerwehr als einzige vereinsähnliche Struktur. Jahrhaus findet die Werbekampagne zwar eine gute Idee, ist aber der Meinung, dass persönliche Werbung viel wichtiger sei, was die Beitrittszahlen belegen können. Im Kreis Calw könne man laut Kreisbrandmeister Hans-Georg Heide auf ebenso gute Zahlen blicken. In den Verschiedenen Jugendfeuerwehren sei die Mitgliederzahl in den letzten Jahren relativ konstant bei rund 650 Jugendlichen

Auch bei den Feuerwehren im Zollernalbkreis besteht laut einer Pressesprecherin derzeit kein Mitgliedermangel. Helfen sei weiterhin ein sehr attraktives Hobby. In einigen Gemeinden gebe es inzwischen sogar Kindergruppen in der Jugendfeuerwehr, um Kindern schon ab dem Grundschulalter das Thema Feuerwehr nahe zu bringen. 

Im Zollernalbkreis wird ebenfalls auf die persönliche Werbung gesetzt. Auf öffentlichen Veranstaltungen wie dem Frühlingsfest in Albstadt oder auf der Bildungsmesse "Visionen" würde für die Arbeit als freiwilliger Helfer geworben.

Aktive Werbung in allen Bereichen

Der Zollernalbkreis habe die Werbekampagne des Innenministeriums dazu genutzt, Quereinsteiger anzusprechen. Vom Landratsamt wurden den Gemeinden Prospekte aus der Kampagne zur Verfügung gestellt. Mit gutem Beispiel voran geht die Feuerwehr in Albstadt. Stadtbrandmeister Michael Adam ist der Meinung, dass aufwendige Werbemaßnahmen durchaus ein positives Bild der Feuerwehr in der Bevölkerung zeichnen, aber die direkte Ansprache von Jugendlichen die "immer noch erfolgreichste Methode" sei. 

Die Feuerwehr Albstadt setze sich deswegen auch dafür ein, Schulen und Kindergärten zu besuchen oder in die Wache einzuladen. Auf dem Ferienwaldheim veranstaltet sie jährlich eine große Wasserschlacht und auch bei öffentlichen Veranstaltungen würde direkt auf die Menschen zugegangen. So habe man im Jahr 2018 acht neue Mitglieder in den Jugendabteilungen begrüßt.

In der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Balingen gibt es zudem seit zwei Jahren die Feuerwehr Grundausbildung als Schulfach, wo die Schüler als Zielgruppe angesprochen werden. Hier wird wie in jedem anderen Unterrichtsfach Theorie und Praxis verbunden, um neue, bereits fertig ausgebildete Mitglieder für die Feuerwehr zu bekommen.

Nachwuchs wird benötigt

Den Nachwuchs kann die Feuerwehr gut gebrauchen, denn laut Frank Jahraus, fehle es bei den aktiven Mitgliedern an Motivation. Von 2070 Feuerwehrmännern im Kreis Freudenstadt würden einige weiter weg arbeiten und daher habe man am Tag nie die volle Einsatzkraft. Auch im Zollernalbkreis besteht dieses Problem der Verfügbarkeit. Dies würde durch ein gemeindeübergreifendes Ausrückekonzepte kompensiert.

Michael Adam sehe das gleich: Zwar verliere die Feuerwehr auch Einsatzkräfte - etwa durch Wegzug oder Arbeitsplatzwechsel - dieser Verlust werde aber durch den Nachwuchs ausgeglichen. 

Dass in Calw ebenfalls ein Problem der Einsatzbereitschaft besteht, ist auch Hans-Georg Heide bekannt, der für die nächsten Jahre auf eine schlechte Prognose des Landesverbands hinweist: Altersbeding sollen in den nächsten fünf Jahren rund 25 Prozent der aktiven Feuerwehrleute wegfallen. Daher sei der Nachwuchs dafür sehr stark benötigt.

In den Jugendfeuerwehren wird den Kindern und Jugendlichen nicht nur der Beruf des Feuerwehrmanns nahegebracht. Es geht auch um wichtige soziale Aspekte gemäß dem Motto "KaReVeTo" - Es beschreibt die Kombination aus Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz. Die beste Voraussetzung also, um später anderen Menschen zu helfen, wenn sie mit 17 Jahren in die aktive Ausbildung übergehen dürfen, um dann mit 18 Jahren in die aktive Feuerwehr nachzurücken.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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