Im Jahr 1975 fand der erste Pinguinspaziergang in seiner gegenwärtigen Form im Zolli statt. Foto: Zoo Basel

Der Zoo Basel ist bei der Aufzucht von Pinguinen auch in diesem Jahr erfolgreich gewesen. Der Pinguinnachwuchs ist über mehrere Monate verteilt geschlüpft.

Im Vivarium zogen die Eselspinguine ein Jungtier und die Königspinguine zwei Küken auf. Bei den Brillenpinguinen im Sautergarten sind derzeit vier Jungtiere des Jahrgangs 2025 zu beobachten, wie der Zoo jüngst mitteilte.

 

Obwohl Brut und Aufzucht bei den drei Pinguinarten in vielen Punkten ähnlich verlaufen, zeigen sich in einzelnen Phasen deutliche Unterschiede, heißt es weiter.

Die Pinguinnachzuchten im Zoo Basel sind in diesem Jahr über mehrere Monate verteilt geschlüpft. Den Anfang machten die Brillenpinguine im Sautergarten: Die ersten beiden Küken schlüpften bereits im Mai. Im Juli folgte das Eselspinguinküken, im August kamen zwei Königspinguine hinzu und im September schlüpften nochmals zwei Brillenpinguine. Die vier jungen Brillenpinguine sind noch gut an ihrem Jugendgefieder zu erkennen. Sie haben ihre Bruthöhlen bereits verlassen und sind nun gemeinsam mit der Gruppe unterwegs. Der junge Eselspinguin ist etwas schwieriger zu entdecken, während die beiden jungen Königspinguine mit ihrem braunen Daunenkleid sofort ins Auge fallen.

Unterschiedliche Gelege

Die Unterschiede bei der Brut der drei Pinguinarten zeigen sich bei der Größe des Geleges. Während Esels- und Brillenpinguine normalerweise zwei Eier pro Gelege legen, ist es beim Königspinguin stets nur ein Ei. Dies hängt mit dem jeweiligen Brutplatz zusammen. Esels- und Brillenpinguine bauen Nester – die Brillenpinguine hauptsächlich aus pflanzlichem Material wie Zweigen und Gräsern, die Eselspinguine zusätzlich mit zahlreichen Steinen. Königspinguine hingegen brüten ihr Ei unter der Bauchfalte auf ihren Füßen aus.

Die Dauer der Kükenaufzucht variiert je nach Pinguinart. Während die Jungtiere der Esels- und Brillenpinguine nach etwa zehn bis zwölf Wochen ihr erstes wasserabweisendes Gefieder tragen, dauert es bei den Königspinguinen ganze zehn bis dreizehn Monate, bis sie ihr Daunenkleid ablegen. Erst mit diesem Gefieder können die Pinguine ins Wasser und eigenständig nach Nahrung jagen. Königspinguine müssen ihre Küken also deutlich länger versorgen. Entsprechend können die meisten Paare nicht jedes Jahr ein Jungtier aufziehen.

Abstand halten

Die drei im Vivarium gehaltenen Jungtiere der Königs- und Eselspinguine sind bereits ab und zu beim täglichen Pinguinspaziergang zu beobachten. Dieser findet von November bis Februar in der Regel täglich statt, sofern die Außentemperatur um zehn Grad beträgt. Der Spaziergang startet gegen 11 Uhr bei der Vivariumsbrücke.

1975 fand der erste Pinguinspaziergang in seiner gegenwärtigen Form im Zolli statt. Was anfangs noch chaotisch wirkte, wurde bald zum Publikumsmagnet. Heute sind die Wintermonate im Zolli ohne frei spazierende Pinguine undenkbar.

Der Pinguinspaziergang zieht laut Mitteilung täglich eine Vielzahl Gäste an. Um die Sicherheit von Mensch und Tier zu jeder Zeit zu garantieren und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, haben die Verantwortlichen Verhaltensregeln aufgestellt. Die wichtigste: Abstand halten.

Die Idee des Pinguinspaziergangs brachte die ehemalige Tierpflegerin Elisabeth Ando aus Edinburgh mit, als sie Ende der 1960er-Jahre den dortigen Zoo besuchte. In diesem sah sie Pinguine erstmals frei spazieren, was sie daraufhin auch in Basel ausprobieren wollte.