Um schlagkräftig zu sein, bräuchte das THW in Balingen noch einmal 20 Mitglieder, prognostiziert der Ortsbeauftragte. Ein Tag der offenen Tür sollte Interessenten anlocken.
Eine tolle Kameradschaft, gute Kontakte zum Landesverband und den Anwohnern, einen großen Fuhrpark, eine schicke Uniform und eine mehr als ansprechende Unterkunft: Gründe für eine ehrenamtliche Arbeit beim Ortsverband Balingen des Technischen Hilfswerks (THW) gibt es genug, doch trotzdem hat der Ortsverband mit großen Personalproblemen zu kämpfen.
„Mit insgesamt 15 aktiven Erwachsenen, die natürlich auch nicht immer alle da sind und zudem zum Teil demnächst in die Altersabteilung wechseln, und zwölf Jugendlichen sind wir momentan ohne Unterstützung nicht einsatzbereit. Um schlagkräftig zu sein bräuchten wir noch einmal 20 Mitglieder“, benennt der Ortsbeauftragte Stefan Herrmann das Hauptproblem.
Herrmann: Albstadt und Hechingen stehen nicht besser da
„Auch die Ortsverbände Albstadt und Hechingen stehen nicht besser da, wohingegen es in Tübingen sogar eine Warteliste gibt und es auch bei anderen Ortsverbände wie Freudenstadt und Ofterdingen personell gut da aussieht“, erläutert Herrmann.
Um neue Mitglieder zu generieren und die eigene Arbeit näher vorstellen, veranstaltete das Balinger THW im Verbund mit 24seven Convenience am Samstag einen Tag der offenen Tür auf dem eigenen Firmengelände in der Weilstetter Rohrackerstraße.
„Im Zuge des jüngsten Hochwassers wurde noch einmal deutlich, wie wichtig solche Verbände für die Gemeinschaft sind und welche Hilfe sie leisten“, unterstreicht der Vorsitzende von 24seven Convenience, Andreas Becker, die Wichtigkeit der Arbeit des THW.
Zwei Mitglieder waren beim Hochwasser in Schorndorf
Eben jenes Hochwasser traf zwar den Zollernalbkreis nur bedingt, trotzdem hätte eine Mithilfe des THW Balingen sicherlich gut getan. Stattdessen waren zwei Mitglieder jeweils als Lkw-Fahrer zur Unterstützung des Tübinger Ortsverbands beim Hochwasser in Schorndorf mit dabei.
„Insgesamt kommen wir als Unterstützer etwa des DRK-Ortsvereins Weilstetten-Frommern auf zwei bis drei Einsätze, dazu sind wir rund fünfmal als Verstärkung bei Polizeikontrollen aktiv“, sagt Herrmann.
„Interessierte durchlaufen eine einjährige Grundausbildung. Wir treffen uns einmal in der Woche am Dienstag zu Übungsdiensten, zum persönlichen Austausch und zur Einsatzkoordination, beziehungsweise Nachbesprechung, die Jugendlichen treffen sich im wöchentlichen Wechsel entweder am Donnerstag oder am Freitag“, ergänzt Herrmann.
Einblicke bei der Fahrzeugschau
Beim Tag der offenen Tür durften die Balinger die American Footballer des AFC Balingen begrüßen. Die „Balingen Bucks“ stellten ihr Können und ihre Kraft beim Automaten tackeln, beim Tauziehen und bei der Vorführung „Bucks vs. Getränkeautomat“ unter Beweis. Zudem konnte mit einem Football in ein Auto geworfen werden. Es gab Dosenwerfen und es wurde auch gezeigt, was passiert, wenn ein Auto auf einen Getränkeautomat fährt.
Außerdem gab es eine Fahrzeugschau, bei der zwar ein sich in Reparatur befindendes Fahrzeug und eines, das aktuell für die Kriegsgräberfürsorge in Italien unterwegs ist, fehlten, aber der 21/10, der zur Koordinierung vor Ort für die Zugführer dient und das Einsatzfahrzeug 22/51 mit der nötigen technischen Ausrüstung begutachtet werden konnten.