Der „Wolf vom Waldachtal“ wurde am Anfang Mai 2025 zwischen Grünmettstetten und Waldachtal mit einem Reh im Maul fotografiert. Foto: Timm Rößler

Freudenstadts Wildtierbeauftragter Peter Daiker hat endlich den sicheren Genbeweis für den „Wolf von Waldachtal“. Das Tier heißt GW5057m.

Der „Wolf vom Waldachtal§ – wo ist er geblieben? Peter Daiker, Wildtierbeauftragter des Landkreis Freudenstadt hat jetzt neue Spuren. Aus Dornstetten und aus Seewald.

 

Nach der ersten Sichtung des Wolfs Anfang Mai zwischen Grünmettstetten und Waldachtal, gab es die nächste Sichtung zwischen Salzstetten und Pfalzgrafenweiler am 12. Mai. Dann wurde es eine Zeit lang ruhiger um den Wolf, sodass der Verdacht bestand, dass es sich um einen Jungwolf auf Durchreise handelte.

Doch dann tappte der Wolf am 16. August im Horber Norden in eine Fotofalle, also wenige Kilometer entfernt. Am 5. September geriet wieder ein Wolf in die Fotofalle bei Dornstetten.

Die neueste Information: Am 6. September wurde eine Losung – also Hinterlassenschaften des Tieres gefunden . Fundort: bei Seewald. Daiker: „Die wurde von uns zur genetischen Untersuchung geschickt.“

Daiker: „Wolf als Individuum erstmals registriert“

Die spannende Frage für den Wildtierexperten: „Ein Wolf auf dem Foto in der Gemarkung Dornstetten, die Losung in Seewald in der Nähe. Ist es dasselbe Tier?“ Auf jeden Fall gibt es eine neue Erkenntnis. Der Wildtierbeauftragte: „Die genetische Analyse der Losung in Seewald konnte zum ersten Mal nicht nur den Untertyp feststellen. Sondern auch individuelle genetische Merkmale. Damit ist dieser Wolf mit GW5057m als Individuum erstmals in der deutschen Datenbank registriert.“

Was hat dieser Wolf mit gerissenen Ziegen zu tun?

Das heißt vereinfacht gesagt: Bisher konnte aufgrund des Haplotyps HW22 beim „Wolf vom Waldachtal“ nur gesagt werden, dass er vermutlich Südländer ist. Daiker: „Die meisten Wölfe aus südlicher Population haben diesen genetischen Anteil HW 22.“ Das müsse man sich ungefähr so vorstellen wie eine Haarfarbe.

Und was ist mit folgender Nachricht? Am 16. Oktober riss ein Wolf in Karlsbad (bei Karlsruhe) vier Ziegen. Eine Ziege war nicht mehr auffindbar, so die nüchterne Analyse der Sichtung in der amtlichen Datenbank. Auch dieser Wolf gehört zum Haplotyp HW22. Das stellt die Genprobe fest.

Gibt es neue Sichtungen des Wolfs im Landkreis?

Ist das derselbe Wolf? Die Tiere können große Distanzen zurücklegen, aber ist das realistisch? Wildtierbeauftragter Daiker: „Das wissen wir nicht. Dieser Haplotyp ist nur ein Merkmal. Das Individuum ist aufgrund der bisherigen Spuren nur in Seewald nachzuweisen.“

Wurde der neue Wolf inzwischen noch einmal im Landkreis Freudenstadt gesichtet? Daiker: „Seit der Sichtung in Seewald gab es bisher keine neuen Wolfssichtung im Landkreis.“

Allerdings scheint GW5057m im Gebiet um Waldachtal, Dornstetten, Seewald und Umgebung heimisch geworden zu sein.

Damit ist es der zweite Wolf im Kreis Freudenstadt.Der Wolf GW852m ist weiterhin im Gebiet rund um den Nationalpark Schwarzwald aktiv. In Gernsbach (Landkreis Rastatt) und Baiersbronn (Landkreis Freudenstadt) konnte genetisches Material aus Losungen eindeutig diesem Tier zugeordnet werden. Die wiederholten Nachweise zeigen, dass sich der Wolf regelmäßig in seinem bekannten Territorium bewegt und seine weiten Streifzüge typisch für männliche Wölfe sind, die ein großes Revier beanspruchen.