Der diesjährige Maibaum in Frommern Foto: Ehmann

Nachdem der Maibaum in Frommern in der Vergangenheit entwendet wurde, wird er wieder bewacht. Seit diesem Jahr von der Feuerwehr.

„Das war während der Corona-Zeit“, erinnert sich der Abteilungskommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Frommern, Benjamin Ehmann. „Da hatten wir nur einen kleinen Maibaum aufgestellt und diesen auch nicht bewacht.“ Dafür bekamen die Frommerner prompt die Rechnung: „Der Baum wurde abgesägt und mitgenommen.“ Daraufhin war klar: Künftig muss der Baum wieder bewacht werden. Und zwar Tag und Nacht. „Das hat sich auch gelohnt“, berichtet Ehmann. Gleich im ersten Jahr habe man immer wieder Autos bemerkt, die fast halbstündig am Maibaum vorbeischlichen, möglicherweise, um sich daran zu schaffen zu machen.

 

In diesem Jahr haben erstmalig wieder die sechs jüngsten aktiven Mitglieder der Frommerner Feuerwehr diese ruhmvolle Aufgabe übernommen. Abgelöst wurden sie um Punkt 6 Uhr vom Musikverein, welche die Tagwache übernehmen.

Maifest wird von mehreren Vereinen organisiert

Denn: In Frommern ist das Maifest ein großes Gemeinschaftsprojekt der örtlichen Vereine. „Früher wurde der Maibaum immer durch die Feuerwehr gestellt“, erzählt Ehmann. „Aber es hat sich gezeigt, dass es besser ist, die Organisation auf mehreren Schultern zu verteilen.“ Den Mammutteil leisten dabei derzeit die Pfadfinder. Sie stemmen den Festbetrieb, die Organisation und die Bewirtung des Maifests. „Das haben wir letztes Jahr zum ersten Mal gemacht“, erzählt Stammesvorstand Tabea Staiger. „Wir sind froh, dass sich dafür so viele Helfer finden, und die zahlreichen Besucher zeigen, dass sich die ganze Arbeit lohnt.“

Baum kommt aus dem Wald in Frommern

Den Maibaum besorgen die Christbaumfreunde. Und zwar aus dem Frommerner Wald. „Gemeinsam mit dem Förster wird der beste ausgesucht und gefällt und mit einem Traktor abtransportiert“, weiß Spartenleiterin Isabella Schwald. Dieses Jahr haben sie vor allem den geradesten ausgesucht. „Und den Schönsten“, fügt Staiger hinzu. Stolze 16 Meter ragt er in die Höhe. In einer Scheune wird er geräppelt und kann dann beim Maifest von den Kindern mit bunten Stoffbändern geschmückt werden.

Mit Kran aufgestellt

Aufgestellt wird er, wie mittlerweile in vielen Dörfern, nicht mehr mit reiner Manneskraft sondern mit einem Kran. „Das ist natürlich nicht mehr ganz so charmant wie früher, aber versicherungstechnisch geht es nicht anders“, so Abteilungskommandant Ehmann.

Vor Angriffen schützen

Wenn dann die Nacht einbricht gilt es den Baum vor missgünstigen Hobby-Holzfällern zu bewahren. Das klappte in diesem Jahr aber ohne besondere Vorfälle. „Es war alles ruhig“, berichtet der Abteilungskommandant. „Wahrscheinlich hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass wir unseren Baum in Frommern wieder bewachen.“

Musiker marschieren durch die Dörfer

Die Tagwache übernimmt zu guter Letzt der Musikverein. „Wir lösen morgens die Feuerwehr ab und laufen dann durchs Dorf“, so Vorstand Sascha Laubengeiger. Die Musiker statten den beiden Pflegeheimen einen Besuch ab, legen einen kleinen Zwischenstopp zur Stärkung in der Festhalle ein und ziehen dann weiter nach Dürrwangen. „Das musste dieses Jahr leider ausfallen“, bedauert Laubengeiger. Den Schluss macht dann jedoch wie gewohnt der Besuch in Stockenhausen.