Mit Pistenbully und Schneekanone: Iris Schmieder, Lukas Schmieder (rechts) und Thomas Hoffmann. Foto: Lothar Schwark

Nach einer milden nahezu schneefreien Phase hat sich der Winter auf dem Kniebis mit rund fünf Zentimetern Neuschnee zurückgemeldet. Für ausgiebigen Wintersport reicht der Schnee weiterhin nicht. Eine Ausnahme ist die Nachtloipe.

Auf dem Kniebis ist zumindest auf der 2,4 Kilometer langen Nachtloipe klassischer Skilanglauf und Skating möglich. Alle weiteren Loipen sind im Bericht des Loipenfördervereins Freudenstadt und Umgebung mit Rot (also nicht fahrbar) gekennzeichnet.

 

Dass die Wintersportler überhaupt zum Zuge kommen, haben sie dem motivierten Beschneiungsteam Jörg Haist und Lukas Schmieder vom SVSZ Kniebis zu verdanken. Von der Stadt Freudenstadt betreut Thomas Hoffmann mit dem Pistenbully die Loipen rund um das Kniebiser Skistadion.

In einem Pressegespräch gaben Vorstandssprecherin Iris Schmieder vom SVSZ Kniebis, Jörg Haist, Lukas Schmieder und Thomas Hoffmann Einblicke in ihre Tätigkeiten im Skistadion und auf der Nachtloipe. Dank der Beschneiung ist die Loipe durchgängig seit Mitte Dezember befahrbar, auch wenn ihr zuweilen Tauwetter heftig zusetzte.

Erfahrung ist gefragt

Viel Erfahrung ist bei der Beschneiung gefragt. Bevor es bei Minustemperaturen losgeht, müssen alle 21 Lanzen je nach Windrichtung ausgerichtet werden. Die Schneekanone ist oberhalb der Skihütte im Skistadion stationiert. Es bedarf rund einer Woche, bis die Nachtloipe bei Temperaturen von mindestens drei Grad minus beschneit werden kann. In diesem Winter lief die Anlage bis jetzt rund 300 Stunden. Dafür war das Beschneiungsteam bei Wind und Wetter 250 Arbeitsstunden im Einsatz. War die Beschneiungsanlage mit ihren Schneelanzen und der Schneekanone in Betrieb, waren jeden Abend Kontrollgänge von bis zu drei Stunden notwendig. Meistens zu Fuß und in dunkler Nacht.

Als Urgestein vom SVSZ Kniebis erinnert sich Haist noch gut an die Anfänge der Beschneiung auf dem Kniebis. Mit sechs Schneelanzen wurde erstmals im Winter 2002/2003 die Nachtloipe beschneit. Nach und nach wurden die Lanzen erweitert. Für den künstlichen Schnee bedarf es Wasser, das über ein Leitungssystem aus dem Speichersee entnommen wird. Der wurde 2023 ertüchtigt und abgedichtet. Voll fasst er bis zu 6000 Kubikmeter Wasser. Der unter den Lanzen deponierte Schnee wird von Thomas Hoffmann, der bei der Stadt beschäftigt ist, mit dem Pistenbully verteilt. Teilweise war in diesem Winter nur Skating auf der Loipe möglich, aktuell aber wieder klassischer Langlauf und Skating.

In der Nacht unterwegs

Oft ist Hoffmann mit dem Pistenbully in der Nacht unterwegs. Und da hat er mittlerweile die gleichen Erfahrungen wie das Beschneiungsteam gemacht. Immer wieder begegnen ihm in stockfinsterer Nacht und mitten im Wald Langläufer, die mit Stirnlampen unterwegs sind. Nicht ganz ungefährlich, wenn man sich im Wald verletzt oder verläuft, sind sich Beschneier und Pistenbullyfahrer einig.

Dank dem Einsatz der Beschneier und Pistenbullyfahrer konnten im laufenden Winter im Skistadion alle angesetzten Sportveranstaltungen stattfinden. Regelmäßig nutzen Wintersportvereine über die Region hinaus die Nachtloipe zum Training.

Mancher Arbeitnehmer dreht nach Betriebsschluss auf der bis 21 Uhr beleuchteten Anlage seine Runden. Auch Urlauber schätzen die Möglichkeit, trotz Schneearmut zumindest auf der Loipe ihre Runden drehen zu können.

Bei den aktuell kalten Temperaturen wird weiter technischer Schnee produziert, so dass die Loipe sicherlich bis in den März hinein genutzt werden kann.

Beschneiung in Buhlbach

Auch der SV Mitteltal-Obertal hat in Buhlbach mit seiner Schneekanone technischen Schnee produziert, der auf einer rund 800 bis 1000 Meter langen Rundspur Langlauf möglich macht.

Im Alpinbereich sind derzeit nur die Skilifte mit technischem Schnee, wie Seibelseckle oder Unterstmatt, in Betrieb. Ob es zum Liftbetrieb am Ruhestein ausreicht, war an diesem Freitag noch nicht abzusehen.