Stefan Löffler, langjähriger Gemeinderat in Hechingen und in weiteren Ämtern aktiv, ist am Dienstagmorgen verstorben. Foto: Privat

Der Hechinger Gemeinderat Stefan Löffler ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Seine Heimatstadt prägte er auf vielfältige Weise.

Kürzlich hat er noch seinen 60. Geburtstag gefeiert, noch im Februar trieb er sich am Lumpenmontag als grausliger Lump in der Stadt herum, am Sonntag vor einer Woche wurde er als Hechinger Gemeinderat wiedergewählt. Die Nachricht, dass er am Dienstagmorgen gestorben ist, machte in Hechingen wie ein Lauffeuer die Runde.

Stefan Löffler war ein vielschichtiger Mensch. Kräftige Statur, starker Handschlag, lodernde Augen, die einen sehr aufmerksam aber durchaus auch freundlich mustern konnten.

Stefan Löffler war seit 2004 im Gemeinderat

Eng verwoben war er mit seiner Heimatstadt, als junger Zimmermann weit unterwegs gewesen in der Welt – Löffler hatte viele fesselnde Geschichten zu erzählen.

Von Beruf her war er selbstständiger Zimmermanns-Meister mit eigenem Betrieb im Prinzling, spezialisiert auf Restaurierung und Sanierung. Viele Dachstühle und Gebäude in Hechingen tragen seine Handschrift. Stefan Löffler hatte viele weitere Interessen. Vor 36 Jahren wurde er Mitglied der Hechinger Feuerwehr, in der er als kompetenter Handwerker sein Wissen einbrachte.

Mit Herzblut und kaum zu bremsendem Temperament war er seit dem Jahr 2004 über die Liste der Freien Wähler Gemeinderat. Nicht immer lag er auf Fraktionslinie, gelegentlich konnte er laut poltern im Rat. Gleichzeitig betonen viele seiner Ratskollegen, dass er gerade in handwerklichen Fragen mit seiner Kompetenz ein ausgesprochen wichtiges Element im Rat war. Die Hechinger schätzten ihn.

Untrennbar mit der Fasnet verbunden

Seit dem Jahr 2004 war er Gemeinderat. Am 7. Juni wurde er wiedergewählt. Es wäre seine fünfte Amtszeit gewesen. Menschen aus seinem Umfeld erzählen, er habe schon gewusst, dass er durch seine schwere Erkrankung nicht mehr lange am Leben sein wird. Andern gegenüber hat er wohl unbegrenzten Optimismus verbreitet. Stefan Löffler war eben eine vielschichtige Persönlichkeit.

Etwas, das untrennbar zu ihm gehörte, war die Fasnet. Wer ihn als Zunftmeister der Zollerhexen einst bei Hexentaufen erlebte, wo er mit allen Sinnen dieses Amt zelebrierte, wer ihn als urig kostümierten Lump am Fasnetmontag sah, wenn im Kreis gleichgesinnter Freunde seine Späße trieb, der sah jemand, der keine Rolle spielte, sondern der fest verwoben war in die Traditionen seiner Stadt. Nicht zu vergessen: Stefan Löffler war auch ein Familienmensch, der zwei Töchter hinterlässt.