Das Ehepaar Reinhard und Ruxandra Fürtjes auf einem Foto aus glücklichen Zeiten (Archivfoto) Foto: Jürgen Reis

Reinhard und Ruxandra Fürtjes sind nacheinander an ihren Krankheiten verstorben. Nach einem turbulenten Arbeitsleben im Ruhrgebiet hatten sich die beiden in Schönwald engagiert.

Schicksalhaft folgte auf das Ableben von Reinhard Fürtjes im Alter von 81 Jahren der Tod seiner Ehefrau Ruxandra mit 75 Jahren, beide gezeichnet von ihren langen Leiden und nach ihren unheilbaren Erkrankungen.

 

Reinhard Fürtjes wurde als Kriegskind 1942 im Alter von nur neun Monaten nach einem Totalverlust ihres elterlichen Anwesens durch einen Bombenabgriff in Gelsenkirchen zu einem Onkel nach Schönwald bis zu seiner Rückkehr nach Hause in Sicherheit gebracht. Wieder daheim angekommen, wurde er zunächst wegen seines Schönwälder Dialekts belächelt. Nach der Schulzeit entwickelte er sich sehr schnell beruflich und arbeitete sich während eines turbulenten Arbeitslebens im Ruhrgebiet recht früh zu einem international erfolgreichen Firmeninhaber im Stahlvertrieb hoch. In den 90-er Jahren drehte sich dieses Erfolgskarussell immer schneller – er wollte aussteigen.

Rotary Club mitgegründet

In Erinnerung an seine frühe Kindheit in Schönwald beschloss er, sämtlichen Besitz zu verkaufen und sich mit seiner Lebensgefährtin Ruxandra dort niederzulassen, wo er bis dato ohnehin mindestens einmal im Jahr verweilte, um einen ruhigeren Neubeginn zu starten.

Frühe Kindheit im Schwarzwald verbracht

In Schönwald angekommen, war er Gründungsmitglied des Rotary Clubs Furtwangen-Triberg und demzufolge sehr engagierter Gönner und Sponsor der örtlichen Vereine. Auch seine Frau Ruxandra – sie hatten 1999 in Schönwald geheiratet – engagierte sich ebenso recht schnell in vielen Bereichen.

Aufgewachsen in Bukarest mit ihrem Bruder Doru, der relativ früh verstarb, und ihrer Schwester Andica, die heute in Los Angelos lebt, studierte sie in ihrer Heimat Französisch und arbeitete nach ihrem Staatsexamen unter anderem in der französischen Botschaft, was unter dem damaligen totalitären Regime sehr problematisch war. Aus diesem Grund nutzte sie als Touristin in Frankreich und Belgien die Gelegenheit, an ihrer dritten Station in Essen, um Asyl aus politischen Gründen nachzusuchen. Ihr Sprachenstudium und ihr Neustart in Essen auch als Lehrerin war demnach geradezu prädestiniert für ihre Tätigkeit an der Schönwälder Grundschule von 2014 bis 2023 in der Hausaufgaben- und Randstundenbetreuung. Zudem gab sie Flüchtlingskindern schulische Nachhilfe, was zeigt, dass ihr die Integration von Geflüchteten aufgrund ihrer eigenen Geschichte ebenfalls sehr am Herzen lag.

Für die Gemeinde war sie darüber hinaus beim Ortsentwicklungsprojekt aktiv dabei. Ruxandra Fürtjes wurde für ihre korrekte, zuverlässige und freundliche Art sowie für ihre Flexibilität sehr geschätzt.

Herz für die Partnerschaft

Dies zeigte sich auch an ihrer Mitgliedschaft im Partnerschaftskomitee Bourg-Achard, dessen Vorsitz sie schließlich im Jahr 2014 übernahm. Gefragt war sie ebenso für den jährlichen Chorworkshop im Juli für die Betreuung der Teilnehmer zusammen mit dem Ehepaar Sourisse.

Sowohl die Gemeindeverwaltung als auch das Partnerschaftskomitee trauern somit um zwei sehr engagierte und geschätzte Mitbürger.

Die Trauerfeier mit Urnenbeisetzung findet am Dienstag,18. Juni, 14 Uhr, in der Aussegnungshalle statt.