Johanna Werner war als Stadtführerin eine Institution in Hechingen. (Archivfoto) Foto: Alexander Kauffmann

Johanna Werner ist am 7. Januar mit 89 Jahren verstorben. Vielen Hechingern wird sie als engagierte Stadtführerin in Erinnerung bleiben.

15 Jahre lang wirkte Johanna Werner als engagierte Stadtführerin in Hechingen, bei ihrer Verabschiedung in den Ruhestand 2014 wurde sie als Hechinger „Institution“ bezeichnet. Nun ist Johanna Werner im Alter von 89 Jahren am 7. Januar verstorben.

 

Sie wurde am 7. März 1935 in Altendorf in Mähren (Stará Ves u Rýmařova) geboren. Neununddreißig Jahre lang, vom Jahr 1956 bis zum Jahr 1996, war sie als Lehrerin tätig. Seit 1962 wirkte sie in Hechingen. Zunächst in der Katholischen Volksschule, dann in der Hauptschule und schließlich in der Grundschule.

Doch zuletzt bekannt war Johanna Werner wegen ihrer Tätigkeit als Stadtführerin, die sie auch nach ihrer Pension ausübte. Bei Stadtführungen war sie in ihrem Element. Neben Führungen in der Alten Synagoge und zum ehemaligen jüdischen Leben in Hechingen umfasste ihr breites Spektrum an Themen sowohl Führungen in Hechinger Kirchen, zum Pestheiligen (Sebastian), als auch zum sogenannten Kriegerdenkmal, das sie als „Mahnmal für den Frieden“ kontextuierte.

Viel Expertise, gepaart mit einer Prise Humor

Auch Kinderführungen zu Fürstin Eugenie von Hohenzollern-Hechingen, die sie im Wohnheim Graf-Eitel-Friedrich als „Mutter der Armen und Kranken“ in Erinnerung rief, der Blick auf das emanzipierte Wirken von Madame Kaulla, wie auch auf das Leben des linkssozialistischen Politikers Paul Levi thematisierte sie während ihrer Zeit als Stadtführerin. Dazu gab sie bei der Einweihung der Marienkapelle am St.-Luzen-Kreuzgang in der Unterstadt einen Rückblick auf deren Geschichte.

15 Jahre lang wirkte sie engagiert als Stadtführerin, dabei wurden ihre Führungen als kenntnisreich und stets mit viel Humor garniert empfunden und beschrieben. 2013 schrieb der Schwarzwälder Bote: „Ihre Schilderungen sind äußerst temperamentvoll und lebendig.“

Mit 80 Jahren als Stadtführerin in den Ruhestand

Mit 80 Jahren meinte sie dann, dass dies die rechte Zeit wäre, mit den Stadtführungen aufzuhören. Damals bedauerte dies die ehemalige Bürgermeisterin Dorothea Bachmann, die Johanna Werner eine hohe Expertise bescheinigte.

Johanna Werner wird am Freitag, 7. März, auf dem Hechinger Heiligkreuzfriedhof zur letzten Ruhe gebettet.