Unerwartet ist mit 73 Jahren Klaus-Dieter Wendorf gestorben, der viele Jahre lang Vorsitzender des Schachvereins Turm Albstadt war.
Klaus-Dieter Wendorf hat jahrzehntelang in Heinstetten gelebt, wo er und seine Frau Ursula auf der Suche nach erschwinglichem Wohneigentum fündig geworden waren. Doch er blieb stets seinem Herkunftsort Ebingen verbunden, in dem am 22. Februar 1951 zur Welt gekommen war und zuerst die Realschule, danach das Wirtschaftsgymnasium besucht hatte. Nach dem Abitur hätte er gerne studiert, doch nach dem frühen Tod des Vaters war es an ihm, Mutter und Geschwister zu versorgen, und deshalb verpflichtete er sich für zwei Jahre bei der Bundeswehr in Sigmaringen. Anschließend schaltete er initiativ ein Stellgesuch in der Zeitung und hatte Glück: Groz-Beckert reagierte und bot ihm einen Posten in der Datenverarbeitung an. Später wechselte er in die Planungsabteilung, wo er bis zum Ruhestand tätig war.
In seiner Freizeit frönte er dem „königlichen Spiel“, für das den 18-Jährigen der Großvater, selbst ein leidenschaftlicher Schachspieler, begeistert hatte. Er wurde bald zu einem verlässlichen Aktivposten der Mannschaft und brachte mit unkonventionellen Eröffnungszügen wie zum Beispiel Larsen-Nimzowitsch – Bauer auf b3 – so manchen Gegenspieler in Verlegenheit. Auf eine bestimmte Spielweise abonniert war er jedoch nicht, sondern flexibel genug, stets auf die Züge des Gegners eine angemessene Antwort zu suchen und zu finden.
Federführend an Fusion beteiligt
Indes engagierte sich Klaus-Dieter Wendorf nicht nur am Brett für den Ebinger Schachsport, sondern auch auf der Funktionärsebene: 25 Jahre lang war er Vereinsvorsitzender, organisierte als solcher sowohl Osterturniere als auch Vereinsausflüge und war federführend an der Fusion der beiden Ebinger Schachvereine zur SG Turm Albstadt sowie an der Integration der Truchtelfinger Schachspieler im Jahre 2002 beteiligt.
Eine Ader fürs Maritime – und dazu heftige Reiselust
Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings bereits eine zweite Leidenschaft entdeckt, die weiteren ehrenamtlicher Einsatz nach sich zog: Bei einem Konzert, das der Shantychor der Marinekameradschaft Ebingen auf dem Heuberg gab, fasste er spontan den Entschluss, mitzusingen – und ließ sich später prompt als stellvertretender Vorsitzender engagieren. Eine maritime Ader hatte er seit jeher gehabt; die Reiselust, die ihn und seine Frau unter anderem nach Thailand, Burma, Kambodscha, Singapur, Vietnam und China führte, passt bestens in dieses Bild.
Ein bedingungsloser Familienmensch
Japan hätte Klaus-Dieter Wendorf gerne auch noch kennengelernt, doch diese Pläne hat erst Corona und nun sein plötzlicher und unzeitiger Tod vereitelt. Seine Witwe, Sohn und Tochter sowie die zwei Enkel werden ihn als bedingungslosen Familienmensch und liebevollen Ehemann, Vater und Großvater in Erinnerung behalten – und seine Weggefährten als treuen Freund, als ruhigen Menschen, dem es fern lag, sich in den Mittelpunkt zu drängen, der aber immer für einen da war, wenn er gebraucht wurde. Die Trauerfeier für Klaus-Dieter Wendorf findet am heutigen Montag, 17. Februar, im Ebinger Bestattungshaus Koch statt und beginnt um 14 Uhr.